Auf Tour mit dem Kollegah Schlagzeuger

Kollegah Drummer Harald Wester im Interview

Seit der „Rotlicht“-Tour 2016 ist Kollegah, einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands, mit Live-Musikern unterwegs. An den Yamaha Drums: Harald Wester. Dessen Job geht allerdings noch weiter, denn er zeichnet auch als Musical Director für die Live-Shows verantwortlich und war von Beginn an in das Projekt „Kollegah Live Band“ involviert.

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Wir trafen Harry 2016 zum Interview in Bremen und haben 2017 bei der „Imperator“-Tour in Köln noch ein Update zu den neusten Entwicklungen der KollegahLive-Shows machen können.  Manche Konzerte sind doch immer wieder für eine Überraschung gut. Besonders bei einem Künstler, der – grade was das Kapitel kreativer Kraftausdrücke angeht – mit Vorliebe ganz tief in die verbale Wunderkiste greift. Aber aggressive Stimmung unter den Rap-Fans und großes Polizeiaufgebot? Fehlanzeige! Vor der Bremer Venue der „Rotlicht“-Tour von Kollegah reihen sich brav Teenager und junge Erwachsene aller Couleur.

Drummer Harald Wester guckt sich beeindruckt um, grüßt fröhlich ein paar wartende Fans. So viele junge Leute – da kann man nur dankbar sein! So unscheinbar und entspannt Harald auch wirkt, das, was er auf dieser Tour leistet, ist, wie er selber sagt, Pionierarbeit. Denn Kollegah hat noch nie mit Live-Musikern gearbeitet, geschweige denn ist er mit ihnen jemals auf Tour gegangen. Eine bemerkenswerte Aufgabe also, der erste Schlagzeuger für Kollegah zu sein. Und während der Künstler selbst mitten auf der Bühne ein paar Gewichte stemmt, sitzen wir mit Harald auf der Ecke seines Drum-Risers und sprechen mit ihm über Drei-Minuten-Soundchecks, Privatsphäre mit Sonnenbrillen und darüber, was es bedeutet, alles für den Künstler und seine Fans zu geben.

Harald, auf deiner Referenzliste finden sich Kandidaten wie Phil Collins und sogar das Deutsche Fernsehballett. Sehr feingestimmte Acts also. Und jetzt stehst du mit Kollegah auf der Bühne. Der passt ja eher ins gröbere Lager – zumindest im Hinblick auf die Sprache. Da fange ich mal ganz banal an: Warum?

Harald Wester: Na, warum nicht? Ich habe mir Kollegahs Produktion und seine Platten angehört. Im Hinblick auf seine Texte habe ich, na ja, erst mal innegehalten. Da geht es ja ganz schön zur Sache – insbesondere was den Bereich der Kraftausdrücke angeht. Dennoch habe ich mich entschieden, Felix erst mal persönlich kennenzulernen.

Wie bist du überhaupt mit der ganzen Tour-Produktion in Verbindung gekommen?

Harald Wester: Der Tournee-Veranstalter kannte mich und hat mich kontaktiert. Der wollte auch gleich, dass ich eine Band zusammenstelle. Dafür habe ich mir erst mal Rainer Scheithauer am Keyboard ins Boot geholt, der auch für Herbert Grönemeyer spielt. Daraufhin habe ich mit Rainer gesprochen, mit welchem Bassisten er gerne spielen würde – deshalb kam Benni Jud ebenfalls mit dazu. Da waren wir schon mal zu dritt. Im Anschluss haben wir uns zusammen die Musik und die Texte von Kollegah angehört. Mein Vorschlag war dann, zusammen nach Düsseldorf zu fahren, um dort Kollegah persönlich kennenzulernen. So kann man sich am besten ein Bild von einem anderen Menschen und seiner Persönlichkeit machen. Anschließend kann man immer noch intuitiv und mental abstimmen, was letztlich Sache ist.

Und was soll ich sagen? Wir waren vollkommen positiv überrascht, was für einen feinen Kerl wir da vor uns hatten. Er macht leidenschaftlich Kraftsport und praktiziert seine Religion, er kann unglaublich gut mit der deutschen Sprache umgehen und schreibt sehr gute Reime. Dabei stellt man auch immer wieder fest, dass er oft und ger – ne eine bildhafte Sprache benutzt. Für mich war das eine neue Welt, die ich erkunden wollte. Wir haben nach unserem ersten Treffen sofort Lust bekommen, diese Art Musik näher kennenzulernen.

Und dann ging es an die Arbeit …

Harald Wester: … zunächst einmal ging es darum, das, was auf der CD Produktion ist, so authentisch wie möglich in Live-Versionen zu übersetzen, sodass es auf der Bühne mit Instrumenten spielbar wird. Die Songs auf den Aufnahmen sind ja alle zu hundert Prozent programmiert. Da ist kein einziges akustisches Instrument wirklich gespielt worden. Das Wichtigste bei dieser Übersetzung ist, dass es die Leute live immer noch als die Songs von Kollegah erkennen. Und selbst die eingefleischtesten Fans müssen dabei Gefallen an den Live-Versionen finden.

Das vollständige Interview kannst du hier downloaden!

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