Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Kraftklub-Drummer im Interview

Max Marschk: Der einfach fette Beat für Kraftklub

 

(Bild: Timo Diers)

Der Kraftklub-Schlagzeuger gibt sich wie die gesamte Band selbstironisch, bodenständig und macht herrlich wenig Wind um seine Person oder Position. Bei Max Marschk geht nicht um komplizierte Grooves oder anspruchsvolle Techniken sondern darum, mit der Band aus seinen besten Freunden und einem fetten Drumsound ordentlich Wirbel im Club anstiften zu können. Und das macht der Kraftklub-Drummer– wie auch keinem anderen von der Band– niemand so schnell nach.

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Was ist dir bei deinem Drumsound wichtig? Wie musst du spielen, und wie muss es klingen, damit es genau das Richtige für Kraftklub ist?

Na, das was alle sagen: Es muss fett klingen! (lacht) Aber eine Definition von „fett“? Bassdrum, Snare und Hi-Hat sind erst mal das Wichtigste. Wir hatten auf dieser Tour immer das Problem, eine Temperaturerhöhung von 12 Grad innerhalb einer Dreiviertelstunde zu haben. Eigentlich hab ich meine Snare immer ein bisschen höher gestimmt, aber wenn es dann so warm wird, legt die ziemlich los! Damit habe ich schon fast so einen Vintage-Sound mit diesem fiesen, singenden Kessel. Aber das ist mir eine Spur zu krass. Mein Sound muss knackiger sein, mit einem aggressiven Bauch. Nicht so heftig in Richtung 80er-Jahre, aber schon mit einem ordentlich fetten Sound.

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Hast du mal Unterricht genommen?

Ich hab mal zwei oder drei Jahre unregel – mäßig Privatunterricht in einem Chemnitzer Orchester gehabt …

… das passt aber nicht mit dem zusammen, was du grade machst.

Ja, mein Lehrer hat es damals auch echt nicht einfach mit mir gehabt! (grinst) Das war halt so in der fünften oder sechsten Klasse. Also das Alter, in dem man Schlagzeugspielen cool findet, dem Üben aber nicht so viel abgewinnen kann. Damals lief es immer nach dem gleichen Schema: „Max, hast du Paradiddle geübt?“ – „Nein!“ Aber es hat trotzdem geklappt! Man muss nicht der perfekte Schlagzeuger sein und alles hinkriegen, um das hier zu seinem Beruf zu machen. Es gehört ganz viel Glück dazu. Die richtigen Leute, die richtige Band.

Wann hast du dich entschlossen, Profimusiker zu werden? Oder hat sich das einfach so ergeben?

Vor ein paar Jahren stand ich schon vor der Entscheidung, ob ich nun studieren gehe oder Musik mache. Aber ich wusste schon immer, dass es mein Traum ist, Rockstar zu werden. Es war damals gar nicht so einfach zu entscheiden, denn mit der Band ging es so langsam richtig los, und von der Uni hatte ich eine Zusage. Also was tun? Im letzten Moment hab ich dann noch ein Wartesemester beantragt, um Vollzeit Musik machen zu können.

Somit hat sich das tatsächlich eher ergeben, als dass ich da irgendwas genau geplant hätte. Es ist ja nicht so, als würden wir das alles nicht wollen. Und wir haben in unsere Band – und tun es natürlich immer noch – extrem viel Energie und Zeit investiert. Aber wir haben uns nie gesagt: „Wir müssen jetzt!“ Wir sind das alles so angegangen, wie wir es persönlich gut fanden. Und auf einmal hatten wir mächtigen Erfolg. Das war schon krass, aber anderer seits brauchte ich dann auch nicht mehr mit dem Studieren anfangen.

Du spielst geradeaus und auf den Punkt. Hast du manchmal Lust, dich mehr auszutoben und die Drums in der Musik weiter nach vorne zu bringen?

Ich finde, dass es grade bei unserer Musik eigentlich nur stören würde, wenn da irgendwelche krassen Sachen an den Drums passieren würden. Persönlich finde ich es interessanter, wenn weniger mehr ist. Manche Schlagzeuger stellen sich beispielsweise die Becken sehr weit nach rechts, damit sie ja nicht zu oft das Becken spielen. Aber am Ende kommt es immer auf die Musik an. Wenn du Free Jazz spielst, dann wird es natürlich langweilig, wenn man keine Soli spielt. Aber bei unserer Musik muss es einfach geradeaus gehen.

Unsere Musik an sich ist ja auch oft sehr schnell. Wenn ich die ganze Zeit einen Refrain in Sechzehnteln auf 167 bpm spielen muss, hab ich auch keine Lust mehr, noch irgendwelche abgefahrenen Wirbel einzubauen. Mit meinem Drum-Tech hatte ich die Diskussion auch schon, aber bei der Musik ist auch keinem geholfen, wenn ich die Toms nur streichle. Ich muss die Energie auf die Drums bringen, was bei der Geschwindigkeit nicht immer leicht ist.

Drumset Max Marschk
Yamaha Maple Custom Absolute

Equipment
Drums: Yamaha
Maple Custom Absolute
22″ × 16″ Bassdrum
13″ × 9″ Tom
16″ × 15″ Floor Tom
Snaredrum: Yamaha
14″ × 5,5″ Paul Leim Signature
Cymbals: Istanbul Mehmet
14″ Sultan Hi-Hat
17″ Traditional Crash
18″ Traditional Crash
20″ Legend Dark Ride
Hardware: Yamaha
Electronics: Yamaha DTX Multi-12
Sticks: Vic Firth
American Classic 55A

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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