Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Aus STICKS 07-08/2019

Peter Kalff im Interview

Peter Kalff(Bild: Dieter Stork)

Peter Kalff ist Berufsmusiker. Allerdings ist sein Berufsbild ein ziemlich anderes als das, was gemeinhin in Musiker-Publikationen als das eines Rockstars oder vielgebuchten Studio- und Live-Drummers dargestellt wird. Hinzu kommt, dass Peter als Schlagzeuger beruflich ein Späteinsteiger ist und erst mit Ende 20 ein Schlagzeugstudium abschloss. Doch Peter ist weit mehr als nur ein Drummer. Im STICKS-Interview erzählt er mal aus einer etwas anderen Perspektive, was es bedeutet, Musik als Beruf auszuüben.

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 07-08/2019!

Dein Werdegang als Musiker ist alles andere als gewöhnlich. Außerdem bist du nicht nur Schlagzeuger, sondern als Musiker vielseitig aufgestellt. Erzähl doch mal, wie das bei dir angefangen hat. Wie kam das Schlagzeug in dein Leben?

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Peter Kalff: Das Schlagzeug kam schon sehr früh in mein Leben, da war ich so etwa fünf Jahre alt. Allerdings nicht in der Form, dass ich es als richtiges Instrument spielen konnte. Ich war davon einfach so fasziniert, dass ich mir aus alten Waschmitteleimern und Fischertechnik- Teilen und Gaffer Tape etwas zusammengebastelt habe, das ich dann mit halbierten Stöcken aus dem Garten bearbeitet habe. Merkwürdigerweise hatten meine Eltern aber die Vorstellung, dass ich gerne Trompete spielen würde, da ich mal so eine Plastiktrompete von der Kirmes bekommen hatte. Also habe ich mit sechs Jahren erst mal angefangen, in der städtischen Musikschule Trompete zu lernen. Das Instrument hat mich übrigens mein Leben lang begleitet, und ich spiele und unterrichte es immer noch.

Kurze Zeit vor dem Abitur habe ich dann in Erwägung gezogen, Musik zu studieren, Trompete und Klavier. Ich hatte damals auch zwei Jahre lang Klavier gelernt. Die letzten vier Schuljahre hatte ich Unterricht beim ersten Trompeter und Orchesterleiter der Bigband der Bundeswehr. Dann kam ich als wehrpflichtiger Trompeter zum Stabsmusikcorps der Bundeswehr nach Siegburg. Und dort habe ich dann das Schlagzeug für mich wiederentdeckt. Das stand dort in unserem Orchesterproberaum, einem alten Kino. Nach den Orchesterproben, als es an die Einzelübungen ging, habe ich die mit der Trompete zur Hälfte gemacht und mich dann in das Kino gestohlen und am Schlagzeug herumgedoktort. Was dazu führte, dass der Traum, Trompete zu studieren, somit geplatzt war, denn ich habe gemerkt, dass Trompete nicht wirklich mein Instrument war.

Und dann hast du Schlagzeug studiert?

Peter Kalff: Nein, mein Vater hat mir geraten, erst einmal eine Lehre zu machen, und so habe ich dann nach der Bundeswehrzeit eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. In diesem Job habe ich dann auch einige Jahre gearbeitet. Irgendwann hat die Bigband der Bundeswehr in der Nähe gespielt, und dort habe ich deren Drummer Holger Hälbig kennengelernt. Ein Freund hatte mir geraten, ihn zu fragen, ob er nicht noch einen Schlagzeugschüler annehmen kann. Bei Holger hatte ich gute sechs Jahre Unterricht. Als ich dann einer Entlassungswelle in meinem damaligen Betrieb zum Opfer fiel, dachte ich mir: So, jetzt dreh ich die ganze Sache! Ich will jetzt etwas tun, was mir auch wirklich Spaß macht. Dann habe ich mich ein Jahr lang konsequent mit Hilfe von Holger auf die Aufnahmeprüfung am Drummer’s Institute, damals noch in Düsseldorf, vorbereitet. Ich wurde dort angenommen, und habe das Vollzeitstudium dort absolviert und die Abschlussprüfung gemacht und bestanden.

Und wie bist du nach dem Studium an Jobs als Schlagzeuger gekommen?

Peter Kalff: Kurioserweise rief mich direkt nach der Abschlussprüfung Tom Schäfer an und empfahl mir, mich bei der Beatles-Tribute-Band The Silver Beatles zu bewerben, die gerade einen Schlagzeuger für das Musical „She Loves You“ suchten. Es ging um die Besetzung des ersten Beatles-Drummers Pete Best, der dann für sechs Songs auf der Bühne stand und danach einige Statistenparts machte. Das war ein Engagement für nur drei Monate, doch ich wollte das unbedingt machen und Erfahrung sammeln. Ich habe meine Zahnbürste eingepackt, bin nach Wien zu den Proben gefahren und saß dann auf einmal zum Vorspielen auf der Bühne und musste etwas spielen, was ich nicht kannte, denn ich hatte auch nichts zur Vorbereitung bekommen. Ich musste dann „Rock’n’Roll Music“ spielen, was nicht so gut klappte, doch bei den Jams zu anderen Beatles-Songs habe ich überzeugen können und hatte den Job – mit der Bitte um gründliche Vorbereitung! (lacht) Da gab es dann viele Proben, um meinen amtlichen modernen Pop/Rock-Stil vom Drummer’s Institute wieder auf das 60er-Jahre- Beat-Niveau zurückzuentwickeln. Auch nach der Musical-Produktion war ich noch viele Jahre in der Band und habe Hunderte von Auftritten mit den Silver Beatles gespielt. Das hat richtig Spaß gemacht – und es war laut! (lacht) Übrigens habe ich da auch zum Harmoniegesang beigetragen. Ich bin jedenfalls dadurch zum echten Beatles-Fan geworden und habe großen Respekt vor Ringo Starr als Drummer.

Dann warst du also direkt vom Studium voll im Fahrwasser Berufsschlagzeuger?

Peter Kalff: Zumindest einige Jahre lang. Als die Band sich auflöste, musste ich mir natürlich ein neues Standbein suchen und habe angefangen, nebenbei in Musikfachgeschäften zu jobben. Allerdings konnte ich hauptsächlich vom Schlagzeugspielen und vom Unterrichten leben. Ich hatte damals etwa 15 Privatschüler und habe bei verschiedenen Bands auch als Sub-Musiker ausgeholfen. Aufgrund meines einfachen Lifestyles mit geringen Fixkosten funktionierte das recht gut.

In der Szene bist du als Drummer von Whiteshake bekannt geworden, einer Whitesnake-Tribute-Band.

Peter Kalff: Nach dem Ende der Silver Beatles wollte ich gerne weiterhin in einer so guten Cover- oder Tribute-Band spielen, und so ist die Idee zu Whiteshake entstanden. In dieser Band habe ich dann 10 Jahre lang gespielt, doch leider hat sich die musikalische Ausrichtung im Laufe der Zeit geändert, und man wollte mehr die Musik der frühen Blues-orientierten Zeit spielen, was nicht mehr so mein Ding war. Mich hatte Whitesnake damals mit dem „1987“-Album gepackt, und Tommy Aldridge war ein Hero. Der hat mich total fasziniert. Besonders wenn man ihn live spielen sieht: Diese wuchtigen Sounds, dieses Spielen am Limit der Leistungsfähigkeit, natürlich die Sticktricks, die Geschmeidigkeit seiner Bewegungen, diese unglaubliche Power und wie das alles den Song transportiert und der Musik dient, das ist einfach wahnsinnig beeindruckend.

Wie hast du dich denn nach deinem Ausstieg bei Whiteshake musikalisch orientiert?

[…]

Das ganze Interview gibt’s in STICKS 07-08/2019!


(aus STICKS 07-08/2019)

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Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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