Deutschlands vielbeschäftigter Studioschlagzeuger

Reiner Kallas Hubert: Das Phantom

Kallas

Wahrscheinlich ist Reiner “Kallas” Hubert der most recorded drummer der deutschen Popmusikszene. Über 2.500 Titel für Künstler unterschiedlicher Genres zwischen Rock, Singer/Songwriter und Pop hat er mit seinen Grooves veredelt. Darunter etliche Hits, die täglich im Radio rauf und runter laufen.  Kallas scheint allgegenwärtig – nur kaum einer weiß, dass er es ist, der da Schlagzeug spielt.

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Eigentlich wollte er damals mit seiner Band Kungfu durchstarten. Doch dann kam das Studio dazwischen – eine Welt zwischen scharfer Analytik, Emotion und zielsicherer Entschlusskraft für den richtigen Groove. Kallas ist ein Teamplayer par excellence, der sich zudem als gefragter Sideman und Tour-Drummer einen festen Patz in der Bundesliga deutscher Schlagzeuger ertrommelt hat. Schlagzeugspielen ist nun mal seine größte Leidenschaft, die insbesondere bei seinen aktuellen Bands um Mark Forster, Cäthe und Pohlmann auch live so richtig zur Entfaltung kommt. Wir trafen Reiner „Kallas“ Hubert kürzlich während der ausverkauften „Bauch & Kopf“-Tour von Mark Forster.

Kallas, du bist einer der ganz wenigen deutschen Drummer, die zu den wirklich vielbeschäftigten Studioschlagzeugern der deutschen Musikszene zählen. War es schon immer ein Ziel, dies zu werden?

Reiner Kallas: Mein Weg war ein völlig anderer, und ich habe alles dafür getan, um nicht Studiomusiker zu werden! (lacht) Hört sich grotesk an, denn es ist ja genau das Gegenteil von dem, was ich heute tue. Ich wollte immer nur in einer Band spielen, Songs schreiben, den Weg über Plattenvertrag gehen und Gigs spielen – das war damals so mein Traum vom Popstar-Werden. Aber ich bin davon abgekommen, weil das ganz so leicht nicht funktionierte. Mit der Band Kungfu, der Nachfolgeband von Selig, haben wir hunderte von Konzerten gespielt, waren ewig auf Tour – und dann passieren solche Dinge, dass der Sänger aussteigt oder die Plattenfirma nicht mehr an einen glaubt!

Aber Musik und Schlagzeugspielen war immer meine größte Leidenschaft. Und dann öffnen sich auch Türen. Der Hamburger Produzent Franz Plasa, der damals Selig produzierte, suchte tatsächlich einen Studioschlagzeuger. Und nachdem Kungfu sich aufgelöst hatte, fragte er mich, ob ich für ihn im Studio spielen will. Plötzlich kam die Sache ins Rollen, wir haben unendlich viele Produktionen zusammen gemacht, und Franz Plasa hat mich auch gerne weiterempfohlen. Das mit der Studioarbeit ist in den letzten 13 Jahren so viel geworden, dass ich das selbst gar nicht glauben kann. Ich bin also von meinem ursprünglichen Weg abgekommen. Studio-Drummer war quasi ein Unfall. (lacht)

Das wirft die Frage auf, welche Qualitäten man als StudioDrummer haben muss, um diese mitunter doch recht speziellen Arbeitsprozesse zu meistern, und was das gewisse Extra ausmacht.

Rainer Kallas: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn ich bin überhaupt kein Stuntman am Schlagzeug, der sich wahnsinnig mit Paradiddles beschäftig hat. Dafür bin ich sehr Band-affin. Sicherlich bringe ich einen Rucksack voller Erfahrung mit, und die Produzenten wissen von mir, dass ich sehr unterschiedliche Produktionen inklusive diverser Hits eingespielt habe und mich auf die Musik gut einlassen und auch mal Stress-Situationen bewältigen kann.

Außerplanmäßige Dinge im Studio empfinde ich übrigens als große Freude, weil sie einen kreativen Ansatz haben. Wenn ein Song komplett umgekrempelt werden soll, sei es im Tempo, im Style oder im Groove, dann ist das für mich die absolute Herausforderung. Dinge spontan und von jetzt auf gleich auszuchecken und umzusetzen, das liebe ich. Ich kann mich ganz gut auf unterschiedliche Haltungen einlassen und gebe immer hundert Prozent. Mit aller Empathie!

Im Studio sehe ich mich in erster Linie als Gast, dessen Aufgabe es ist, die Musik im Raum aufzusaugen, umzusetzen und zu bereichern, mit aller Emotion und mit der Liebe zur Musik. Denn es geht um die Aufnahme und um diesen Song an genau diesem Tag. Auch wenn ich den Groove vielleicht schon tausend Mal gespielt habe, so ist es doch jedes Mal neu – ein neuer Song, ein anderer Sound. Ich bin grundsätzlich sehr begeisterungsfähig.

Das komplette Interview findest du in der aktuellen Sticks zum Downloaden

2 Kommentare zu “Reiner Kallas Hubert: Das Phantom”
  1. Margert Galbraith

    Es ist immer sehr gut und interessant “news” zu haben uber diser echt talentierte Schlagzeuger! (Its always very good and interesting to have news of this extremely talented drummer.

    Antworten
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