Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
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EMPFEHLUNG

Rezension: Benoit Martiny Band & The Grand Cosmic Journey – Moons of Uranus

BENOIT MARTINY BAND & THE GRAND COSMIC JOURNEY:
MOONS OF URANUS

Das Album „Moons of Uranus“ der Benoit Martiny Band basiert auf einer Live-Performance aus der Philharmonie Luxembourg, und stellt eine Fortführung des auf dem 2016er Album „The Grand Cosmic Journey“ begonnen Konzepts dar.

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Stilistisch vielfältig gestaltet könnte man generell von Jazzrock sprechen, allerdings nicht etwa „Fusion“, obwohl hier durchaus viele Styles gelungen fusioniert werden. Wie schon beim Album zuvor erweitert die Band mit ihren musikalischen Gästen der Grand Cosmic Journey (zwei weitere Bläser, ein Keyboarder, eine Violinistin und ein Sänger, dazu ein VJ und ein Sound Designer) auch auf „Moons of Uranus“ nicht nur das Klangspektrum, sondern auch den Mix der musikalischen Styles um weitere Nuancen und Einflüsse. Interessant ist, dass diese Einflüsse zwar spürbar sind, doch immer wieder in einen neuen Kontext gestellt werden. Mitunter erinnert es an die grandiosen Arrangements der Frank Zappa Band aus dessen „Bigband“-Phase („Waka Jawaka“), oder man fühlt sich melodisch und rhythmisch an Recordings der britische Jazzrock-Legende Soft Machine aus den späten 60er- und frühen 70er-Jahren erinnert, die im Kontext dieser Performance auf eine modernere Grunge/Rock-Gitarrenwand prallt. Sphärische Klangteppiche erinnern teils an das Sun Ra Archestra, das auf die „Kosmischen Kuriere“ der deutschen Musikszene der frühen 70er trifft, und auch die musikalischen Eskapaden von Amon Düül werden hintergründig spürbar.

(Bild: Copyright by RAYMOND CLEMENT)

Benoit Martiny ist nicht nur ein origineller Komponist und Band-Leader, sondern auch ein vielseitiger Drummer, sowohl stilistisch als auch dynamisch vielschichtig agierend. Beachtlich, wie er z. B. in „Space Express“ den Spannungbogen von sanft zu orchestral-mächtig aufbaut und zwischendrin auch mal World Music Beats in seine Tom-Grooves einbaut. Ein dynamisch, melodisch und rhythmisch spannend aufgebautes und in Szene gesetztes Drum-Solo gibt es in „Attack of the Martian Nazis“ zu erleben, gefolgt von einer hard-bop-mäßigen Begleitung eines fast schon free-jazzigen Saxophon-Solos. Zurückhaltende Sounds gibt es in der Klang-Collage „Kaspar’s Dream“ (hier wird es dann doch ein wenig sehr „kosmisch“), bevor die Band mit dem 20-minütigen Titel-Track „The Moons of Uranus“ noch mal alle Register zieht und einen fulminanten, druckvollen und geradezu orchestralen Abschluss der Performance liefert.

Benoit Martiny “Moons of Uranus” Band & Guests (Bild: Copyright by RAYMOND CLEMENT)

Das Album (wie auch die Benoit Martiny Band) ist eine Empfehlung nicht nur für die Fans der oben genannten Einflüsse, sondern auch für alle, die sich gern mal auf eine abenteuerliche und spannende musikalische Erfahrung einlassen. „Moons of Uranus“ wird jede (Jazzrock-) Musikkollektion bereichern.  //

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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