Mentales Training für Drummer

Schlagzeug spielen und körperliche Fitness

Mit den beiden nächsten Folgen dieser Workshop-Reihe möchte ich mir einen kleinen Exkurs erlauben, der uns von den mentalen zu den eher physischen Aspekten eines erfolgreichen Schlagzeugspiels bringt.

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Nach dem ich Anfang des Jahres einige phantastische Schlagzeuger beim „Ultimate Drummer`s Weekend“ in Melbourne/Australien spielen sah, wurde mir noch mal so richtig klar, dass es sowohl bei Schlagzeugern als auch bei Top-Athleten absolut wichtig ist, körperlich fit zu sein, um gute Leistungen zu bringen. Ich unterhielt mich mit einigen Drummern, wie z.B. Dom Famularo, David Jones und JoJo Mayer – und natürlich sind sie vor allem vom Spielerischen, von der Technik her exzellent, aber das ist nicht das einzige.

Ihre großen Erfolge verdanken sie auch der Tatsache, dass sie körperlich absolut fit sind! Es gibt kein Musikinstrument, das so viel körperlichen Einsatz erfordert wie das Schlagzeug. Deshalb können Schlagzeuger auch von Leistungssportlern etwas lernen, um ihre Performance zu verbessern. Schauen wir mal, wo die Gemeinsamkeiten liegen. Wenn ich mit Leistungssportlern zusammenarbeite, gibt es vier Kategorien, die wir uns genauer betrachten:

– Muskelkraft

– Beweglichkeit

– Kondition

– Schnelligkeit

Um optimale Leistungen zu erzielen, arbeiten wir an allen diesen Punkten. Muskelkraft bekommt man vom Krafttraining, von der Arbeit mit Gewichten. Die meisten denken dabei an muskelbepackte Jungs, die riesige Gewichte stemmen. Heutzutage trainieren aber keineswegs nur die „Arnold-Typen“ mit Gewichten. Sogar 80 jährige können noch ein Krafttraining absolvieren. Wenn ihr es mit ein paar leichten Gewichten angeht, werdet ihr euch schnell gesünder, fitter und kraftvoller fühlen. Wichtig dabei ist, euch nicht gleich zuviel zuzumuten, steigert euch langsam. Wenn ihr zu früh mit zu schweren Gewichten trainiert, riskiert ihr Verletzungen und dann ist es sowohl mit dem Training als auch mit dem Trommeln erst mal ganz aus. Eure Beweglichkeit könnt ihr am besten mit Dehnübungen verbessern.

Hierbei geht es darum, Muskeln und Sehnen zu lockern und zu dehnen, da sie schnell einrosten, wenn man sie vernachlässigt. Am besten ist es, ihr dehnt euch vor und nach dem Gig oder der Session im Übungsraum. Das Stretching vor dem Spielen ist der Warm-Up für eure Muskulatur, so seid ihr beweglicher und die Muskulatur macht nicht so leicht schlapp. Das Stretching danach soll euch helfen, eure angespannte, verhärtete Muskulatur wieder zu lockern. Wenn es darum geht, eure Kondition zu verbessern, also einen ganzen Gig mühelos durchspielen zu können, solltet ihr zuerst daran denken, was ihr an Essen zu euch nehmt.

Kohlehydrate sind quasi das Benzin für euren Körper. Und es gibt zwei verschiedene Arten von Kohlehydraten, die einfachen und die komplexen. Zu den einfachen Kohlehydraten gehören so Sachen wie Schokolade, Kuchen, Kekse und Limonaden. Diese Kohlehydrate werden schnell vom Körper aufgenommen und geben einem einen schnellen Energieschub, der allerdings auch ebenso schnell wieder nachlässt. So kann es euch passieren, dass ihr euch nach dem Genus von solchen Nahrungsmitteln schlapper fühlt als ihr vorher wart. Darauf sollte man seine Ernährung also nicht aufbauen, wenn man seinem Körper etwas Gutes tun will.

Die komplexen Kohlehydrate dagegen machen euch richtig satt, und dieses Sättigungsgefühl hält auch länger an. Das ist die Energie, die ihr braucht, um mit voller Power einen Gig zu spielen oder eine lange Übungssession zu überstehen. Nahrungsmittel mit komplexen Kohlehydraten haben auch einen niedrigen Fettgehalt, also wenig Kalorien, und oft auch viele Ballaststoffe. Dazu gehören so Sachen wie Obst, Gemüse, Salate, Nudeln, Brot und andere Getreideprodukte und Reis. Wenn ihr an eurer Kondition arbeiten wollt, müsst ihr auch eure Sauerstoffaufnahme verbessern. Langsames Joggen oder auch nur forciertes Gehen (Walken) ist hierfür am besten geeignet.

Ihr werdet dadurch mehr Ausdauer bekommen, also die Energie produzieren, die euer Körper braucht, und zwar bei einem leichten, regelmäßigen Atmen. 30 Minuten täglich reichen schon aus, das Ganze dann drei- oder viermal die Woche wäre ideal. Ihr solltet dabei schon auch ins Schwitzen kommen, also nicht zu langsam laufen. Das vierte Element, das euch dazu verhilft, auf eurem Top-Level zu spielen, ist Schnelligkeit. Und mit diesem Aspekt, der zum Teil auch direkt mit dem Instrument zu tun hat, werden wir uns in der nächsten Workshop-Folge beschäftigen.

 

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