Interview

Shannon Forrest: Der neue Tour-Drummer bei Toto

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Shannon Forrest arbeitete unter anderem für Boz Scaggs, Kenny Rogers, Tim McGraw, Rascal Flatts, Taylor Swift, Carrie Underwood, Willie Nelson, Michael McDonald, Reba McEntire oder Faith Hill und gehört aktuell auch zu den hochkarätig besetzten Dukes Of September, der Band von Michael McDonald, Boz Scaggs und Donald Fagen.

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Im vergangenen Jahr war der aus Nashville stammende Schlagzeuger mit den Superstars Toto auf Tournee in Amerika zu sehen, in diesem Sommer kam Shannon Forrest mit Toto auch nach Deutschland. Wir unterhielten uns mit dem freundlichen Musiker und Produzenten im Vorfeld der Tour über Vorbilder, Aufregungen und das prickelnde Gefühl, vor der Familie seines Idols Jeff Porcaro Schlagzeug zu spielen.

Shannon, bevor wir uns über Details deiner Arbeit mit Toto unterhalten: Wie bist du überhaupt in die Band gekommen?

Shannon Forrest: Zunächst: Ich kenne David Paich (Toto-Keyboarder, Sänger und Gründer, Anm. d. Verf.) schon sehr lange, vor allem aus gemeinsamen Sessions in meiner Heimat Nashville. Bereits seit meinem 19. Lebensjahr haben wir wiederholt miteinander gearbeitet, dementsprechend sind wir uns seit mehr als 20 Jahren häufig über den Weg gelaufen. Durch ihn kam ich irgendwann in den Dunstkreis von Toto, und als die Band 2009 in die Musicians Hall Of Fame in Nashville aufgenommen wurde, bat man mich, den Platz von Jeff Porcaro einzunehmen (der Original-Toto-Drummer war im August 1992 an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben; Anm. d. Verf.).

In der Zeit danach arbeitete ich ein paar Jahre lang mit Michael Mc – Donald, der ebenso beim Vector Management unter Vertrag steht wie Boz Scaggs. Nachdem ich einige Scheiben mit Michael produziert hatte, meldete sich Boz bei mir, weil er einige ältere Stücke neu aufnehmen wollte. Die Leute von Vector hatten mich offenbar vorgeschlagen. Zunächst erkundigte sich Boz über mich, fragte beispielsweise Dave Hungate (TotoBassist und Gründungsmitglied, Anm. d. Verf.), ob er mich kenne. Ich hatte mit David bereits zahlreiche Session in Nashville gespielt und mit ihm und dem ehemaligen Toto-Sänger Fergie Frederiksen auch in einer Band namens Mecca.

Dann kontaktierte Boz David Paich und stellte so eine Rhythmussektion zusammen, mit der er die Titel „Lowdown“ und „Lido Shuffle“ neu einspielte, beides Co-Kompositionen von Scaggs und Paich. Ich stand also in direktem Kontakt zu Boz, woraus sich wiederum die Zusammenarbeit mit Donald Fagen von Steely Dan und den Dukes Of September entwickelte. Seither arbeite ich mit den Dukes und produziere die Scheiben von Michael McDonald. Als sich die Sache mit Toto anbahnte, kannten mich die Toto-Musiker also bereits aus unterschiedlichen Kooperationen, sowohl als Schlagzeuger, aber auch als Produzenten. Irgendwann stellte sich heraus, dass Keith Carlock keine Zeit haben würde, mit Toto auf Tour in den USA zu gehen, da er momentan mit Steely Dan zu beschäftigt ist. So kam eins zum anderen, und plötzlich war ich in der Band.

War der Einstieg mühsam?

Shannon Forrest: Nein, er war für mich allein deshalb nicht sonderlich schwierig, weil wir auf der Amerika-Tournee im vergangenen Jahr überwiegend die Hits und Klassiker der Band gespielt haben. Also all das, was die Leute von Toto erwarten, vorwiegend Stücke älterer Scheiben. Die meisten dieser Songs kannte ich, weil ich schon seit vielen Jahren ein großer Toto-Fan bin. Die einzige Schwierigkeit bestand darin, dass Toto bei vielen Songs relativ lange Solo-Parts einbauen und diese Sektionen in ihrer Länge variieren, mitunter sogar von Abend zu Abend. Man muss also immer mitzählen: beispielsweise 16 Takte und das alles zehn Mal wiederholt, oder aber bei einer anderen Nummer acht Takte und sechsmal gespielt. Ich musste versuchen herauszufinden, nach welchen Kriterien diese Soli aufgebaut sind, um ihnen eine für mich innere Logik zu geben. Anfangs musste ich bei den Proben permanent nachfragen, weil sich ständig etwas änderte. In meiner Zeit bei Boz Scaggs war das ganz ähnlich, auch da benötigte ich eine für mich innere Logik, um die Arrangements zu verstehen.

Wie dicht an den Originalversionen spielt ihr die Songs?

Shannon Forrest: Bei Toto handelt es sich um eine Band mit einzigartigen Einzelkönnern, die permanent höchste Qualität abliefern und eine ganz eigene Art von Musik repräsentieren. Bei Boz Scaggs ging es meist darum, die Songs möglichst nahe an den Originalen zu halten. Bei Toto ist dies völlig anders. Klar, das Fundament der Songs wird nicht angetastet, aber daneben gibt es einen großen Improvisationsanteil, der häufig variiert. David Paich beispielsweise spielt sein Solo im Song „Pamela“ jeden Abend anders. Wirklich jeden Abend!

Wie stellt man sich darauf im Vorfeld ein?

Shannon Forrest: Man kann so etwas nicht proben, es ist vielmehr eine Frage der Konzentration und auch der Intuition. Natürlich braucht man eine gewisse handwerkliche Qualität, um bei Toto mithalten zu können, aber es sind vor allem die vielen Änderungen, die Improvisationen, die Toto für einen Drummer zu einer ganz besonderen Herausforderung machen.

Toto hätten sich vermutlich kaum für dich entschieden, wenn sie sich ihrer Sache nicht zu 100 % sicher gewesen wären.

Shannon Forrest: Diese Jungs wissen genau, was sie tun. Wenn man sich als TotoDrummer darauf beschränken würde, nur seine Vorgänger zu kopieren, würde man keine Energie in die Band bringen, und der kreative Austausch würde ausbleiben. Man wäre irgendein austauschbarer Roboter, der einfach nur spielt, ohne zu fühlen.

Wie ist dein persönlicher Ansatz? Wie legst du dein Drumming bei Toto an?

Shannon Forrest: Ich versuche immer, mich in die Rolle des Zuhörers zu versetzen und den Song mit seinen Ohren zu hören. Jeder Drummer hat seine Eigenarten, spielt ein klein wenig anders als seine Kollegen. Jeff Porcaro zum Beispiel hat bei den Toto-Originalen jeden Part richtiggehend orchestriert, und diese Sektionen muss man natürlich beibehalten, weil sonst der Song sein typisches Flair verlieren würde. Es macht natürlich sehr viel Spaß, diese vertrackten Arrangements von Jeff zu spielen, andererseits möchte man natürlich auch etwas von sich selbst einbringen. Ich schätze, dass ich den Songs ein etwas rockigeres Fundament gebe, weil ich härter anschlage als meine Vorgänger. Aber natürlich habe ich immer großen Respekt vor den OriginalParts und ändere deshalb nur Kleinigkeiten. Der Groove und das richtige Gefühl sind die beiden mit Abstand wichtigsten Elemente in Toto-Songs. Jeder Drummer – oder besser: jeder große Drummer – hat diese beiden Elemente in sich, sei es Jeff Porcaro oder z. B. James Gadson, Andy Newmark oder John Bonham. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich auf dem zweiten Teil der Tour in Europa bereits etwas mutiger sein und mehr von meinen eigenen Visionen einbringen werden.

Wie umfassend habt ihr vor deiner ersten Amerika-Tournee mit Toto geprobt?

Shannon Forrest: Nicht sonderlich. Natürlich wurden die Songs durchgesprochen und analysiert, aber nicht übermäßig intensiv. Denn wir hatten ja nur vier Tage à acht Stunden zur Vorbereitung der ersten US-Tour, da konnte man nicht jedes Detail analysieren. Als die Tour dann losging, wurde Abend für Abend an den Feinheiten geschliffen. Mit David Paich diskutierte ich beispielsweise mehrere Abende hinter einander über den Track „99“ und dessen spielerischen Möglichkeiten. Auch über „Africa“ wurde mehrfach und ausführlich gesprochen. Insgesamt waren aber alle so gut vorbereitet, dass es nur um kleine Details ging.

Gibt es wichtige Lektionen, die du als Profimusiker von Toto noch lernen konntest?

Shannon Forrest: Wenn man mit solchen Klasseleuten arbeitet, bei denen alles auf höchstem Niveau abläuft, lernt man natürlich jeden Tag etwas Neues. Ich für mich habe das Gefühl, dass ich als Mensch und Musiker auf der 2014er Amerika-Tournee enorm gewachsen bin. Ich fühlte am Anfang sehr viel Druck und musste erst herausfinden, an welchen Stellen man besser nichts spielt und lieber mal Pause macht. Ich musste lernen, wie Toto intern funktionieren, wie jeder auf den anderen reagiert. Eine wirklich sehr lehrreiche Zeit.

Der Höhepunkt der 2014er US-Tour war wohl die Show im altehrwürdigen „Greek Theatre“ von Los Angeles, der Heimatstadt von Toto. Im Publikum sollen massenhaft namhafte Kollegen gewesen sein. Warst du vor der Show besonders nervös?

Shannon Forrest: Natürlich war ich in Los Angeles nervöser als sonst. Wenn man auf die Bühne kommt und sieht gleich als Erstes schon mal den Bassisten Lee Sklar mitten im Publikum stehen, dann durchzuckt es einen natürlich. Aber als die Show lief und alle Automatismen griffen, war die Welt wieder in Ordnung. Ein Heimspiel wie in Los Angeles mit so vielen namhaften Freunden und Kollegen geht aber natürlich an niemandem spurlos vorüber.

Man munkelt, dass die gesamte Porcaro-Familie auch anwesend war.

Shannon Forrest: Ja, und soll ich dir sagen: Das war für mich der allergrößte Hammer. Ich habe immer schon ihre Musik geliebt, bereits als Kind. Auf einer Bühne zu spielen, vor der die Porcaros stehen, war für mich ein ganz besonderer Moment. Ich habe Jeff leider nie persönlich kennengelernt, für mich als Jugendlicher war Jeff Porcaro allerdings der einflussreichste Musiker überhaupt. Ich liebte alles, was er spielte. Damals war ich noch zu jung, um genau zu analysieren, was Jeff im Detail spielt, aber ich liebte es wegen seines grandiosen Feelings. Es ging mir so wie vielen anderen auch, die als Teenager für die Beatles oder wen auch immer geschwärmt haben: Ich fuhr einfach total auf ihn ab.

Man sagt, dass dein Spiel dem von Jeff Porcaro unglaublich ähnlich sei. Magst du diesen Vergleich?

Shannon Forrest:Für mich sind Vergleiche immer ein zweischneidiges Schwert. Ich mag so etwas nicht und stelle deshalb niemals Vergleiche an. Jeff war einzigartig, sein Groove unübertroffen. Er war einer der einflussreichsten Schlagzeuger aller Zeiten. Als ich das erste Mal mit Toto geprobt habe, erklärte ich den anderen Band-Mitgliedern, dass man bestimmte Parts von Jeff nicht ändern darf, weil es sonst nicht mehr der gleiche Song wäre. Ich spiele so manche Nummer also deshalb genauso wie Jeff, nicht weil ich ihn imitieren will, sondern um ihn zu ehren. Mir geht es nicht darum, mit allen Mitteln das Original zu kopieren, sondern darum, den Song so zu trommeln, wie er gespielt werden muss.

Wird man in diesem Sommer in Europa die gleiche Toto-Show wie in Amerika zu sehen bekommen?

Shannon Forrest: In Europa wird es eine andere Setliste geben, weil das neue Album „Toto XIV“ vorgestellt werden soll. Daher wird es zwar sicherlich die ganz großen Hits, aber auch einige unbekannte neue und ältere Songs geben.

Liegen dir die neueren Stücke noch mehr als die Klassiker?

Shannon Forrest: Nein, im Studio hat ja Keith Carlock getrommelt. Für mich war diese Entscheidung okay, zumal so etwas auch anhand von Terminkalendern entschieden werden muss. Ich mag das neue Album, die Songs sind großartig, eine typische Toto-Mischung aus klassischen Versatzstücken und neuen Elementen. Da die Stücke brandneu sind, wird es mir sicherlich nicht schwerfallen, ihnen mit meinem Drumming gerecht zu werden.

Ist es für dich purer Genuss, mit Toto zu spielen, oder mitunter auch harte Arbeit?

Shannon Forrest: Wie schon erwähnt habe ich mir am Anfang sehr viel Druck gemacht und war dermaßen auf mein Drumming fokussiert, dass sich ein Gefühl von Genuss und Spaß erst einmal nicht einstellte. Wenn man auf der Bühne steht, dann ist man nie vollständig entspannt, sondern immer sehr konzentriert, zumal Toto ein Synonym für spielerische Perfektion sind. Und natürlich liebe ich es, dass die Band endlich wieder „Georgy Porgy“ in die Setliste aufgenommen hat. Dadurch, dass der Song so lange nicht gespielt wurde, klingt er sehr frisch und aufregend. Ich mag das.

Letzte Frage: Was sieht dein Terminkalender 2015 neben der Toto-Tour für dich vor?

Shannon Forrest: Ganz aktuell habe ich das neue Album von Michael McDonald produziert und auch darauf getrommelt, außerdem ist die neue Scheibe der Band Mecca, mit der ich mitunter arbeite, fast fertig. Ich versuche zurzeit, mich mehr in meinem eigenen Studio zu beschäftigen und kreative Dinge zu machen, anstatt zu häufig als Session-Drummer zu arbeiten. Ein schöner Nebeneffekt: Seitdem kann ich mehr als jemals zuvor üben!

21 Kommentare zu “Shannon Forrest: Der neue Tour-Drummer bei Toto”
  1. Ernst Grieshofer

    Ich finde es seltsam,dass der Name Simon Phillips gar nicht im Interview vorkommt.Gerade Simon war es aber ,der die Band am längsten prägte und er war letztlich auch der beste Drummer ,denn Toto je hatte. Dieses Interview ist sehr enttäuschend für mich!

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    • Anton Hagen

      Klar, Simon hat eine unfassbare Rolle gespielt und er ist und bleibt für mich die Nummer 1, aber es geht hier nunmal um Shannon, der aber auch echt ein Knaller ist ?

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    • unwichtig

      Ist mir auch sofort aufgefallen und lässt vermuten, dass Toto mit ihm im Streit auseinander gegangen ist. Bin kein ausgesprochener Toto-Fan (mag aber Simon Ph.!), vielleicht weiß jemand mehr?

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    • Thomas Grusemann

      Das ist mir auch aufgefallen, zumal er für mich mit seiner exzellenten Technik eine ‘neue Dynamilk’ in die Band gebracht hat – bei aller Hochachtung für Jeff Porcaro, ‘the god of groove’!

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    • Seh das genauso, Simon Phillips war über Jahre ne Bank an den Drums, ihn nicht zu erwähnen ist ne Frechheit.

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  2. Thorsten

    Das sehe ich auch so! Allerdings gibt es häufig bei solchen Interviews Restriktionen – z.B. in diesem Fall “keine Frageb zu SP”…

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  3. Bassfuss

    Simon ist ein großartiger Drummer – aber der Einfluss von Jeffs Grooves auf die Band war eben in den ersten Jahren, die die Band bestand. Da hatte die Band die Millionenseller, später gewannen fusionartige Stile mehr Platz in der Band. Festzuhalten bleibt, daß sowohl Jeff als auch Simon einzigartig sind!

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    • unwichtig

      Jüngere Hörer verbinden mit Toto ohnehin nur Simon Philips. Bedenkt, wie lange es die Band inzwischen gibt!

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  4. Interessantes Interview und schöne Einblicke. Da Keith Carlock nicht mehr mit TOTO spielen wird, ist Shannon Forrest wohl auch bis auf Weiteres der TOTO drummer und der Vergleich mit seinem Spiel zu dem zu Jeff Porcaro wurde u.a. auch von dessen Frau gebracht…eine absolute Ehrung !

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  5. Anton Hagen

    Sehr schönes Interview. Es ist schön so genaues über Toto und deren Musiker zu erfahren. Habe bisher schon mit Simon aber vor allem mit Shannon zusammengearbeitet und da hat er mir persönlich gezeigt, was er drauf hat. Wahnsinns Kerl und bin echt froh, dass er zu Toto gekommen ist! Vg.

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  6. Ingo Vogelmann

    Kein Wort von Simon finde ich auch SEHR befremdlich. Er erwähnt ja auch andere, wieso Simon nicht? Rivalität? Maulsperre? Dubious.

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  7. Rolf Petersen

    Simon ist ohne Frage ein grosser Drummer, der sehr viel bewegt hat. Für mich hat er jedoch nie zu Toto gepasst, zu sehr hat Jeff der Band damals den Stempel aufgesetzt.
    Mit Shannon Forrest ist nun der Groove zurück gekehrt.

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  8. roland a. fischer

    ich habe am 12.06.2016 toto mit shannon forrest in leipzig gesehen,10 jahre nach deren letzten konzert dort noch mit mike porcaro und simon phillips,
    shannon forrest wirkte noch etwas steif,war sehr konzentriert,auch bei den neuen titeln von “toto 14”,kommt an s.phillips noch nicht rann,lasst ihn etwas zeit,toto ist ne riesenband,bei seinem können wird sich shannon bald eingrooven,

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  9. Tom aus LE

    Ja ihr habt alle sicherlich recht. Simon ist grandios und für mich einer der größten Idole ( ich denke an die super drummings mit Peter York usw) überhaupt. Er hat besonders Rosanna einen Stempel des virtuosen mega grooves aber auch Technik skills aufgesetzt. Nicht umsonst hat ihn Steve als “my brother” bezeichnet. Er hat die Band auch klasse geprägt. Nur muss man Shannon sowas von Respekt zollen wie er die grooves von Jeff mit seinem eigenen Können intoniert. Es wird halt leider oft vergessen. Wer Nashville kennt. Von da kommt nichts schlechtes oder halbes. Sondern nur ganzes und geniales. Ich denke nur an den John Jr Robinson. kennt auch kaum jemand. Ist aber einer der genialsten Studio Drummer der USA. Und der groovt einfach nur. Sowie Shannon. Man merkt das Eben Jeff eines seiner Idole war in seinem Spiel. Und das zu Jeffs Ehre finde ich schon echt Klasse. Simon wird bei mir immer ein super Drummer und Idol bleiben. Aber das Idol meiner Jugend war eher Steve N. von Saga. Phil C.von Genesis und Jazzer wie Billy Cobham oder Vinnie Collaiuta. So ist dann eben auch mein Spiel von diesen wunderbaren Persönlichkeiten geprägt worden. LG euch allen Tom

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    • unwichtig

      Na, also John Robinson ist sicherlich sehr bekannt! Er spielt übrigens durchaus vertrackte Sachen im Popjazzbereich, z.B. bei David Benoit. Oder denkt an Steve Windwood “Higher Love” u.ä.!

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  10. Funklover

    Shannon Forrest kann sprechen über wen er will. Für mich war es eine Wohltat, Toto im Sommer 2016 mit ihm zu hören, weil die Band mit ihm endlich wieder gegroovt hat. Simon Philipps war nie mein Fall, weil er für meine Begriffe immer zu dominant gespielt und nicht wirklich gegroovt hat. Ihm fehlten auch diese Feinheiten, die ich an Jeff immer bewundert habe und ich fand sein Zusammenspiel mit Percussionist Chris Trujillo 1992 nicht gut, weil er diesem zu wenig Raum gelassen hat. Wirklich große Schlagzeuger wie Jeff Porcaro oder Steve Gadd geben ihren musikalischen Partnern da viel mehr Entfaltungsmöglichkeiten. Bei Simon hatte ich immer das Gefühl, er muss um jeden Preis dominieren und tritt deshalb permanent eine Flucht nach vorne an. Das verhindert einen entspannten Groove und hat bei mir zu der Konsequenz geführt, dass ich ab 1998 keine Konzerte von Toto mehr besucht habe, weil ich diese Rastlosigkeit nicht ertragen konnte. Und ich habe es mit Philipps mehrfach versucht (1992, 1995 und 1998 mit Toto, 1994 Lukathers Candyman-Tour), war jedoch von ihm stets enttäuscht und hatte auch den Eindruck, dass besonders Lukather durch Philipp’s hektisches Spiel zu einer Raserei getrieben wurde, die einfach übertrieben war. Ein Video der Candyman-Tour steht auf Youtube (“Ohne Filter”), kann sich jeder anhören.

    Ich muss an dieser Stelle aber auch sagen, dass ich die späten Aufnahmen von Toto mit Philipps viel besser finde als die aus den Neunzigern. Da habe ich den Eindruck, dass er an seinem Timing gearbeitet und sich auch insgesamt etwas zurückgenommen hat und dass dies der Band insgesamt zugute kam. Jedenfalls finde ich die jüngeren Videos mit Toto und Philipps viel besser als die Sachen aus den Neunzigern. Aber der Maßstab sind für mich immer noch die Aufnahmen mit Jeff, gerade auch live.
    Aber mit Shannon ist Toto für mich wie die Wiederbegegnung mit einer alten Liebe. Mit ihm atmet die Band wieder (fast) wie in der Zeit mit Jeff, den ich zweimal live bewundern durfte. Da war auch ein Konzert mit Lenny Castro dabei und ich finde es toll, dass er wieder mit den Jungs tourt. Wenn die wieder in meine Ecke kommen – jederzeit gerne wieder.

    Für mich ist der Schritt zu Shannon also ein klarer Fortschritt (habe Keith Carlock noch nie live gehört) und ich habe das Gefühl

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  11. Funklover

    (Fortsetzung meines vershentlich abgebrochenen Beitrags)

    …, dass Toto mit Shannon Forrest wieder zu sich selbst gefunden haben.

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