Produkt: Sticks 11-12/2019
Sticks 11-12/2019
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Interview mit...

Simon Wright: Schlagzeuger bei UFO,Dio und AC/DC

Der Brite Simon Wright gehört nicht unbedingt zu jener Spezies Schlagzeuger, die sich durch übermäßige Innovation oder überbordende technische Brillanz auszeichnen. Simon Wright steht eher für ein kraftvolles Drumming in der Tradition von Cozy Powell oder John Bonham und besitzt diesen natürlichen Groove und die lobenswerte Einsicht, dass auch ein Schlagzeuger sich immer dem Song unterordnen sollte.

(Bild: Matthias Mineur)

Insgesamt sieben Jahre war Simon Wright bei AC/DC, nahm mit den australischen Superstars die Alben „Fly On The Wall“ (1985), „Who Made Who“ (1986) und „Blow Up Your Video“ (1988) auf und zog mit ihnen mehrfach um den gesamten Erdball. Danach schloss er sich Ronnie James Dio an, trommelte zwischenzeitlich für die kurzlebigen Rhino Bucket und anschließend von 1995 bis 2000 Jahre für UFO, bei denen er im Frühjahr 2007 überraschenderweise erneut auftauchte, um den verletzten Andy Parker zu ersetzen. Wir trafen den ungemein freundlichen und natürlichen Musiker bei einem UFO-Gig 2007 in Kopenhagen und erfuhren viele interessante Details einer abwechslungsreichen Karriere, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist.

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Simon, wie und wo fing alles an?

Simon Wright: Ich wurde 1963 in Manchester, England geboren. Mit zwölf fing ich an, mich für Musik zu interessieren. Es gab ein Musikprogramm im englischen Fernsehen namens „Top Of The Pops“, dort sah ich Thin Lizzy, Judas Priest und auch UFO. Mir gefiel das, so etwas wollte ich auch machen. Mit 14 hatte ich dann bereits mein erstes eigenes Drumkit.

Für dich bestanden nie Zweifel daran, Schlagzeuger zu werden? Was war mit Gitarre, Bass oder Keyboard?

Simon Wright: Gitarren und Bässe interessierten mich nicht sonderlich. Das Schlagzeug dagegen faszinierte mich von Beginn an. Als ich mein erstes Set bekam, stellte sich zudem sehr schnell heraus, dass ich durchaus Talent hatte. So nahm alles seinen Gang. Ich bekam bald ein besseres Drumkit und entwickelte mich auch technisch weiter.

Haben dich deine Eltern unterstützt?

Simon Wright: Ja, absolut. Sie waren immer sehr verständnisvoll und hilfreich. Man hört von anderen Musikern ja Horrorgeschichten, in denen junge Musiker rausgeworfen werden, weil sie zu viel Krach machten. Mein Vater spielte für kurze Zeit Schlagzeug bei den sogenannten English Boy Scouts. Ich denke, er erkannte mein Potenzial. Er versuchte nicht, mich daran zu hindern, sondern förderte es sogar noch. Ich liebe ihn dafür noch heute.

Hast du eine reguläre Ausbildung in einem bürgerlichen Beruf gemacht?

Simon Wright: Ich beendete ganz normal die Schule, spielte gleichzeitig so viel Schlagzeug wie möglich und arbeitete dann bei einer Baufirma. Ein harter Job, bei dem ich sicherlich eine Menge fürs Leben lernte. Aber mein Ziel war es immer, Schlagzeuger zu werden. Zum Glück hat es ja geklappt.

Wann ging es mit deinen ersten Bands los?

Simon Wright: Meine ersten Bands bestanden aus Schulfreuden, wir hatten bestimmt an die 100 unterschiedliche Namen! (lacht) Dann traf ich auf Musiker, die in SüdManchester eine Band mit einem Plattenvertrag bei Polydor hatten. Ich fuhr zu einer Audition, bekam den Job und hatte sehr viel Spaß mit ihnen. Also ging ich zu meinem Chef in der Baufirma und sagte: „Hey Boss, ich kündige.“ Er fragte: „Was wirst du zukünftig machen?“ Ich antwortete: „Ich gehe mit einer Rockband auf Tournee.“

Er darauf: „Unglaublich. Ich wusste ja gar nicht, dass du auch Musik machst. Alles Gute für die Zukunft!“ Die Gruppe hieß A II Z, wir hatten kleinere Erfolge. Die Jungs waren bereits mit Iron Maiden und Black Sabbath auf Tournee gewesen, es steckte also eine Menge Kohle dahinter. Insofern war es gut, dabei zu sein. Wir nahmen eine Single auf, damals ja noch auf Vinyl. Erinnerst du dich an diese Zeit? (lacht)

Klar, das waren doch diese schwarzen Dinger, die schnell verkratzt waren, wenn man nicht aufpasste.

Simon Wright: Exakt! Und solch ein Ding veröffentlichten wir. Wir machten einen guten Job, und der Song stammte von Russ Ballard, der auch schon für Rainbow und anderen großen Bands komponiert hat, ein catchy Rocksong mit tollem Refrain. Ich vermute, sie steckten viel Geld in dies Projekt. Wir tourten mit der Frauenband Girlschool in England. Das war meine erste richtige Tour, wir spielten in großen Hallen. Am Ende löste sich die Band dennoch in Wohlgefallen auf und jeder ging seiner eigenen Wege.

Durch den Freund eines Freundes kam ich dann zu der Band Tytan, die sich aus Mitgliedern anderer Londoner Gruppen zusammensetzte, unter anderem Kevin Riddles von Angel Witch. Die Sache sah auf dem Papier ganz großartig aus, war in Wirklichkeit aber viel heiße Luft. Wir spielten gerade mal einen Gig in diesem Jahr. Ich trommelte zwei Songs mit ihnen im Studio ein, die sie als extra Tracks für ein bereits vorhandenes Werk aufnahmen.

Konntest du zum damaligen Zeitpunkt schon von der Musik leben?

Simon Wright: Nein, es waren damals harte Zeiten für mich. Wir lebten mehr oder weniger von unseren Freundinnen. Wenn Geld hereinkam wurde es genauso schnell wieder ausgegeben, um Löcher zu stopfen. Tytan war eine ziemlich gute Band, wirklich bedauerlich, dass sie trotz ihres vorhandenen Potenzials nicht groß wurde. Ich lebte damals in London, und als die Band sich auflöste, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Für fast fünf Monate fasste ich mein Schlagzeug nicht einmal mehr an. Ich lebte von der Hand in den Mund.

Dann wies mich der Freund eines Freundes auf eine Anzeige in einem Musikmagazin hin: „Drummer gesucht. Wenn du Mut hast, melde dich!“ Ich stand ja eh mit dem Rücken zur Wand, musste aber trotzdem geradezu überredet werden, mich auf diese Anzeige zu melden. Ich wurde tatsächlich eingeladen, fuhr hin und – um eine lange Geschichte kurz zu machen – es brachte mich zu AC/DC.

Das heißt: AC/DC hatten diese Suchanzeige geschaltet?

Simon Wright: Ja, es war eine ganz normale Anzeige, mit dem einen kleinen Unterschied zu allen anderen, dass ein schwarzer Rahmen herum war. Man konnte sehen, dass zumindest etwas Geld dahinter steckte. Aber sie waren wirklich unglaublich diskret.

Wann merktest du, dass es sich um AC/DC handelt?

Simon Wright: Man teilte mir mit, dass ich zu einem bestimmten Tonstudio fahren sollte. Ich sollte dort drei Songs spielen. Ein Schlagzeugtechniker und ein riesiges Sonor-Schlagzeug waren vor Ort. Man sollte zu drei Songs trommeln. Ich kannte diese Songs, denn ich hatte jahrelang in Coverbands gespielt und kannte deshalb eine Menge Nummern. Also trommelte ich dazu.

Welche drei Songs waren es?

Simon Wright: Es handelte sich um „Tush“ von ZZ Top, „Black Dog“ von Led Zeppelin und „Shoot To Thrill“ von AC/DC. Ich spielte also dazu, kam auch irgendwie ganz gut klar, bekam aber vom Drum-Techniker zunächst kein Feedback. Er war ein netter Typ, später arbeitete er ja einige Jahre eng mit mir zusammen. Aber damals war er eher reserviert und meinte nur: „Wir melden uns bei Bedarf.“ Schon am nächsten Tag bekam ich einen Telefonanruf. Er sagte: „Kannst du noch mal herkommen? Die Jungs wollen dich kennenlernen.“ Ich fuhr also erneut hin.

Als ich hereinkam sah ich einige Flightcases auf dem Flur stehen, mit ihrem Bandnamen drauf. Ich konnte es kaum glauben. Dann schüttelten mir plötzlich alle die Hände. Sie machten es mir sehr einfach, verloren gar nicht erst viele Worte, sondern sagten einfach nur: „Okay, lasst uns spielen.“ Also spielten wir. Keiner sagte: „Willkommen bei AC/DC!“ oder etwas Ähnliches. Sie unterhielten sich einfach über die Tour, Vancoucer, den „Saddledome“, New York, „Madison Square Garden“ und so weiter. Ich saß da und bekam den Mund nicht wieder zu. Es war einfach toll. Ich werde diese Zeit niemals vergessen und schätze mich sehr glücklich, dabei gewesen zu sein. Das Business ist sehr schwierig und manchmal auch zerstörerisch. Insofern bin ich glücklich, all dieses miterlebt zu haben.

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(Bild: Matthias Mineur)

Hast du mal darüber nachgedacht, welchen Beitrag du seinerzeit zum AC/DC-Sound beisteuern konntest?

Simon Wright: Wir schrieben eine Reihe toller Songs und großartiger Alben, auch wenn keines davon so legendär ist wie „Back In Black“, „For Those About To Rock“ oder „Highway To Hell“. Bei AC/DC geht es nicht so sehr um technische Aspekte, sondern nur um die Songs. Und wenn man drei oder vier massive Platin-Auszeichnungen eingefahren hat, wird es für eine solche Gruppe ganz schön schwierig.

Sahen AC/DC diesen Aspekt auch als Problem an?

Simon Wright: Nein, überhaupt nicht. Niemals. Sie waren cool mit der ganzen Situation. Sie waren sich ihrer Fähigkeiten bewusst, waren ganz entspannt und schrieben einfach weiter simple, aber eindrucksvolle Songs. Es ist wirklich eine ganz besondere Gabe, so simple Nummern schreiben zu können, die niemals banal klingen. AC/DC haben niemals etwas anderes ausprobiert, sie blieben sich einfach treu. Und ich versuchte so gut es ging, meinen Beitrag zu leisten. Wie bei allen Bands, in denen ich bisher spielte, versuchte ich auch da den Vorgaben des Original-Schlagzeugers gerecht zu werden. Ich glaube, ich machte bei AC/DC einen guten Job. Ich wünschte, ich wäre bei einem wirklich großen Hit dabei gewesen.

Aber du stellst dein Licht unter den Scheffel! Immerhin warst du unter anderem an den Klassikern „Heatseeker“ und „Who Made Who“ beteiligt.

Simon Wright: Okay, du hast Recht. Es gab in der Tat einige große Hits. Vielleicht ist meine Erwartungshaltung einfach zu groß. Und vielleicht irritierte mich auch immer nur, dass sich die Jungs so vollkommen normal benahmen. Sie agieren nicht wie die Rockstars, sondern wie ganz normale Allerweltstypen, obwohl sie Millionäre sind. Sie waren immer sehr freundlich zu mir, behandelten mich stets wie einen der ihren.

Wusstest du, dass der Tag kommen würde, an dem sie dich ersetzen würden? Konntest du irgendwann fühlen, dass sie über eine Änderung deiner Position nachdachten?

Simon Wright: Jede Geschichte hat mal ein Ende. Es gab eine Phase, die sich über fast ein Jahr erstreckte, in der sich diese Entwicklung andeutete. Ich will jetzt nicht egozentrisch klingen, aber ich entwickelte mich als Schlagzeuger weiter. Ich besaß zwei tolle Drumkits, eines davon Zuhause. Ich hatte Familie, Kinder, eine schöne Wohnung und genügend Zeit, mich als Drummer weiter zu entwickeln. Irgendwann standen meine Fähigkeiten nicht mehr im Verhältnis zu dem, was bei AC/DC von mir gefordert wurde.

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Ich wollte einfach mehr, wollte meine Fähigkeiten ausleben, weiter als Musiker wachsen. Ich meine das nicht als Respektlosigkeit ihnen gegenüber. Ich glaube, sie merkten ebenso, dass der Funke nach und nach erlosch und ich ihrer Songs ein wenig überdrüssig wurde. Die Trennung verlief in aller Freundschaft, es gab kein böses Wort. Dann kam ich wieder mal durch den Freund eines Freundes …

… du musst wirklich viele Freunde haben, und vor allem viele Freundes Freunde …

Simon Wright: (lacht) … ja, was man denn alles so Freunde nennt. Wie dem auch sei: Ich bekam Wind davon, dass Ronnie James Dio einen Schlagzeuger sucht, weil sein bisheriger Drummer etwas Neues angefangen hatte. Ich hatte schon immer viel Respekt vor Dio, er ist ein großartiger Sänger und toller Songschreiber. Ich bekam den Job und hatte damit eine neue Band.

War der Job bei Dio die ersehnte Herausforderung für dich? Forderte sie dich stärker als Schlagzeuger?

Simon Wright: Ja, das tat es. Aber da ich sowieso schon neben AC/DC eine Menge anderer Songs gespielt und mich dabei auch mit den Sachen von Ronnie James Dio beschäftigt hatte, fiel es mir nicht sonderlich schwer. Ich bin nun einmal kein Vinny Appice oder Bill Ward, sondern schlicht und einfach Simon Wright. Aber ich war wild entschlossen, das Beste zu geben. Es machte viel Spaß, für Dio zu trommeln, auch wenn mir nicht alles, was wir aufnahmen, heute noch gefällt. Es war eine eher sonderbare Zeit damals.

Das Album hieß „Lock Up The Wolves“, nicht wahr?

Simon Wright: Stimmt. Es fiel mir nicht leicht, beim Management von AC/DC anzurufen und zu sagen: „Ich würde gerne aussteigen und zu Dio gehen.“ Aus heutiger Sicht ist dieser Schritt vielleicht sogar noch unverständlicher als damals, aber ich musste es machen. Ehrlich gesagt habe ich es auch nie bedauert.

Von welchen Schlagzeugern bist du am meisten beeinflusst?

Simon Wright: Ich mag John Bonham und auch Brian Downey von Thin Lizzy, den ich für völlig unterschätzt halte. Er ist wirklich ganz großartig. Neil Peart ist natürlich auch eine echte Koryphäe. Außerdem mag ich einige Genesis-Scheiben, auf denen Phil Collins und Chester Thompson zusammengearbeitet haben. Wirklich ganz großartig!

Wie würdest du dich selbst analysieren? Was sind deine größten Stärken?

Simon Wright: Ich denke, dass ich vor allem immer auf den Song achte. Man muss stets die Komposition im Auge behalten und akzeptieren, was sie braucht, anstatt sie mit wilden Drumfills oder übertriebenen Breaks zu zerstören. Manchmal lege ich zwar auch los wie die Feuerwehr, aber insgesamt halte ich mein Schlagzeugspiel so solide und bodenständig wie irgend möglich. Wenn du zu viel herumwirbelst, machst du nur einzelne Teile des Songs kaputt. Ich würde mein Spiel als kraftvoll und solide beschreiben.

Denkst du beim Spielen in Songstrukturen oder bist du eher intuitiv?

Simon Wright: An die Songs denke ich nur, während ich gerade spiele. Den ganzen Tag über mache ich mir darüber keinen Kopf. Natürlich gibt es immer auch Nummern, die durch ein wildes Schlagzeug oder einen abgefahrenen Gitarren-Part erst ihren Reiz bekommen. Aber die meisten guten Songs basieren eher auf simplen Strukturen. Man spürt sofort, ob eine Nummer etwas taugt oder nicht. Das ist ja gerade das Reizvolle an Musik, dass man sich der Idee unterordnet und dafür sorgt, dass sie im Fluss bleibt. Das ist das Magische an Musik.

Sind UFO für dich eine Herausforderung und ein Spaß gleichermaßen?

Simon Wright: Nun, UFO haben in ihrer Karriere ja auch eine Menge großer Klassiker geschrieben. Und einige Songs sind dabei sogar durchaus trickreich arrangiert. „Let It Roll“ ist dafür ein gutes Beispiel, bei dem es viel Spaß macht, DoubleBassdrum zu spielen. Auch einige der neuen Nummern gefallen mir sehr gut, wie etwa „Baby Blue“, ein Song der meines Erachtens wirklich ausgesprochen gut arrangiert ist. Und auch die Standards wie „Rock Bottom“ oder „Shoot Shoot“ sind absolute Klassiker.

Spielst du diese Songs wie Simon Wright oder so wie Andy Parker, der Original-Schlagzeuger?

Simon Wright: Ich glaube, dass die Leute die Klassiker so hören wollen, wie sie im Original aufgenommen wurden. Also orientiere ich mich dabei an Andy Parker. Wenn ich viele wilde Breaks einstreuen würde, hätten die Zuschauer nicht die Version, die sie hören wollen. Denn Andy Parker hätte es so nicht getrommelt. Deswegen versuche ich seinem Grundgefühl und seinen Fills so gut es geht nachzuspüren. Ich meine: Ich bin ja selbst Fan dieser Band, dieser Songs und der Art, wie sie gespielt werden. Ich habe mit UFO ja noch nie ein Album aufgenommen, also reproduziere ich das, was andere kreiert haben.

Würdest du gerne die nächste UFO-Scheibe eintrommeln?

Simon Wright: Ich bin zurzeit ja nur Aushilfe. Andy ist nach wie vor Band-Mitglied, und sie sind darüber sehr glücklich, zumal Andy ja auch Original-Mitglied und zudem ein fabelhafter Schlagzeuger ist.

Welche Vereinbarung mit Ronnie James Dio hast du denn?

Simon Wright: Ich bin nach wie vor in seiner Band. Zurzeit ist er ja gerade mit dieser neuen Truppe Heaven And Hell unterwegs. Die Tour soll bis November dauern. So wie es zurzeit aussieht, soll dann anschließend das neue Dio-Album entstehen, an dem wir schon angefangen haben zu schreiben. Dio wollte unbedingt Heaven And Hell machen, ohne dabei auf seine Solokarriere zu verzichten. Ich muss also warten, bis Dio mich wieder braucht und bin bis dahin für jedes Angebot offen.

Kannst du bitte dein aktuelles Drum-Kit beschreiben?

Simon Wright: Gerne. Es ist ein Set von DW. Ich halte sehr viel von dieser Firma, die Art, wie sie ihre Produkte herstellt, die Materialien aussucht, die Art wie sie generell übers Schlagzeug denkt und mit ihren Endorsern zusammenarbeitet. Sie haben eine riesige Produktpalette, trotzdem kümmern sie sich um jedes einzelne Kit, so dass es perfekt gestimmt, sauber verarbeitet und in prima Zustand ist. Ich spiele eigentlich ein Standard-Kit mit zwei Bassdrums, zwei Toms in Front und zwei in der Floor-Tom-Position, habe allerdings ein 8″ und 10″ein Tom links von der Hi-Hat hinzugefügt, weil dies das originale „Holy Diver“-Set von Dio ist.

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(Bild: Matthias Mineur)

Vinny Appice hat es so auf dem Album gespielt, deswegen habe ich mein Kit ebenso aufgebaut, um seinem Spiel möglichst nahe zu kommen. Nichts Besonderes also, ich mag es, wenn es übersichtlich ist. Die Cymbals sind etwas größer als normal, es sind „AA Metal-X“ von Sabian, aber auch da gibt es keine großen Geheimnisse, sondern es ist einfach qualitativ gutes Zeugs. Als Bassdrum-Pedal habe ich das 5000er von DW, ein ganz reguläres. Ich mag es lieber, wenn die beiden Bassdrums separat gespielt werden und nicht über ein Doppel-Pedal. Es fühlt sich für mich einfach besser an. Ich bin sehr glücklich mit diesem Kit. Dazu kommen Vic Firth Sticks, das „Metal“-Modell aus der „American Classic“-Serie, auch ganz prima Dinger

Kannst du mal kurz beschreiben, wie du dich auf eine Show vorbereitest, physisch wie mental? Und welche Bedingungen du auf der Bühne brauchst, um dich wohl zu fühlen?

Simon Wright: Vor der Show mache ich ein paar Aufwärmübungen, mache stretching und sorge dafür, dass genügend Blut in den Gliedmaßen ist. Früher habe ich mich in der Garderobe mit Sticks warm getrommelt, aber das nervt nur die anderen Musiker, so dass ich mir dies wieder abgewöhnt habe. Es hieß immer nur: „Hör auf damit! Sei endlich leise!“ Bei Dio konzentriere ich mich schon vor der Show auf die Songs, weil er jeden Abend Kleinigkeiten verändert. Es gibt also immer etwas, was man neu zu beachten hat.

Zum Beispiel?

Simon Wright: Nun, es werden die Enden von Songs verändert, manchmal nur Kleinigkeiten, also ein extra Crash-Schlag oder so. Dio mag das. Bei UFO gibt es solche Neuerungen in Prinzip nicht. Hier ist es mehr Rock’n’Roll, sprich: ab auf die Bühne und spielen! Ansonsten brauche ich eine Menge Handtücher, um mich abzutrocknen, genügend zu trinken, und so weiter.

Welchen Monitormix bevorzugst du?

Simon Wright: Das Schlagzeug muss am lautesten sein! (grinst)

Das komplette Kit oder nur Kick und Snare?

Simon Wright: Nein, das ganze Set. Ich mag es, wenn auf allem etwas Reverb ist. Dazu brauche ich dann ein wenig von der Rhythmusgitarre, ein wenig Lead Guitar und den Bass unten drunter. Keyboards benötige ich normalerweise nicht. Bei Dio macht der Keyboarder Scott Warren nur Flächen. Bei UFO gibt es einige Songs, die von Paul Raymond auf dem Keyboard bestimmt werden. Das muss ich natürlich gut hören können. Manchmal ist es ein bisschen unübersichtlich, so viele verschiedene Instrumente auf den Monitoren zu haben. Aber normalerweise klappt das ganz gut.

Wenn du nicht auf Tour bist und nicht im Studio arbeitest – welche Art von Privatleben führst du?

Simon Wright: Ich bin sehr sportinteressiert. Ich liebe Fußball. Meine Lieblingsmannschaft ist Manchester United. Ich stamme ja aus Manchester, da ist dies natürlich naheliegend.

Du lebst aber in Los Angeles und hast daher wohl kaum die Möglichkeit, Manchester im Stadion zu sehen, oder?

Simon Wright: Nein, ich schaue es so oft wie möglich im Fernsehen. Ich lebe in Scheidung und habe eine 14jährige Tochter, die auch in Amerika wohnt. Ehrlich gesagt: So viel Zeit bleibt mir gar nicht für ein geregeltes Privatleben.

Wie viele Wochen im Jahr bist du auf Tournee?

Simon Wright: Das ist unterschiedlich. Aber auch wenn ich nicht auf Tour bin, arbeite ich oft bei Ronnie Dio Zuhause an neuen Songs. Er hat ein kleines Studio mit Pro-Tools, da lässt sich eine Menge bewerkstelligen. Irgendwie bin ich immer mit Musik beschäftigt.

Bist du gerne Zuhause? Oder lieber auf Tournee?

Simon Wright: Das ist ja das Verrückte: Wenn du auf Tournee bist, dann wünscht du nichts sehnlicher, als nach Hause zu kommen. Und wenn du ein paar Tage Zuhause bist, vermisst du das Tourleben schon wieder. Als junger Musiker war ich ständig hin und her gerissen, aber es wird mit zunehmendem Alter zum Glück einfacher, damit umzugehen.

Simon, vielen Dank für das interessante Gespräch.


 

Simon Wright Equipment

Drums: DW Collector’s Series Maple

22″ x 18″ Bassdrums (2)

8″ x 7″ Tom

10″ x 8″ Tom

12″ x 9″ Tom

13″ x 10″ Tom

14″ x 12″ Tom

15″ x 14″ Tom

14″ x 5″ Brass/Maple Edge Snaredrum

Hardware & Pedale: DW 9000 Series Hardware, DW 5000 Series Bassdrum- & Hi-Hat-Pedals

Cymbals: Sabian AA Metal X

14″ Hats

17″ Crash (2x)

18″ Crash (2x)

19″ Crash (2x)

21″ Ride

Sticks: Vic Firth American Classic Metal

Felle: Remo

Bassdrums: Powerstroke 3 Toms: Emperor coated/Ambassador clear Snaredrum: Ambassador coated/Ambassador Snare

Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

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