Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals
Interview

Specki TD: Drums In Extremo

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Nicht umsonst sitzt Specki T.D. seit fünf Jahren auf dem Feuerstuhl jener Band, die mit Nummer-Eins-Alben und goldenen Schallplatten zu den erfolgreichsten Rockbands des Landes zählt. Er versorgt die Band mit Adrenalin. Und er weiß, wie man mit extrovertierter Power sattelfeste Grooves nagelt.  In diesem Jahr feierte In Extremo „wahre 20 Jahre“. Ob die Drums nun auch in extremo sind? Ein guter Grund, Specki T. D. zu treffen, der in seinem 18-jährigen ProfidrummerLeben auf rasante Freelancer-Zeiten zurückblicken kann.

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Specki, war es eine deutliche Umstellung für dich, in die spezielle In-Extremo-Welt einzutreten? Schließlich war die Band lange Jahre mit einem anderen Drummer unterwegs.

Specki TD: Da wurde nie gesagt: Das ist jetzt der Neue. Ich meine – Brian Johnson ist nach 35 Jahren immer noch der neue Sänger von AC/DC! (lacht) Insofern werde ich bei In Extremo immer der neue Schlagzeuger bleiben, aber ich habe mich nie so gefühlt. In Extremo ist ein Family Business. Das sind nicht nur die sieben Musiker, auch die ganze Crew gehört dazu. Ein Teil davon zu sein, macht mich sehr froh. Und es ist eine Sache, für die es sich sehr zu kämpfen und auch zu streiten lohnt. Wenn man einen neuen Job antritt oder zu einer Band neu dazu stößt, dann muss man sich auf jeden Fall neu orientieren. Aber ich verbiege mich nicht und mache plötzlich alles anders. Schließlich geht es auch um einen Wiedererkennungswert. Ich bin jetzt 36 Jahre alt und seit 18 Jahren Profi. Ich hab nichts anderes gemacht als Schlagzeug zu spielen. Wichtig ist, dass man seiner Linie treu bleibt, um glaubwürdig zu sein und sich nicht nach dem Fähnchen im Wind richtet.

Wie war dein erstes Konzert mit In Extremo?

Specki TD: Mitte April 2010 war mein Casting. Ich war allerdings der einzige der vorgespielt hat. (grinst) Irgendwie war die Sache schon im Vorfeld klar. Die Band hatte auch mal angefragt, ob ich für eine Tour aushelfen kann. Das ging damals leider nicht, weil ich mit meiner alten Band Letzte Instanz unterwegs war. Nun, mein erstes Konzert mit In Extremo war am 30. Juni 2010 auf der Hauptbühne von „Rock im Park“ vor 70.000 Leuten als Co-Headliner vor Rammstein. Eine Feuertaufe dieser Art passiert nicht jeden Tag! Zwei Monate lagen hinter mir, in denen ich mich vorbereitet hatte. Es gab nichts anderes mehr als In Extremo. Auf dem iPod hatte ich die Musik dauerkonsumiert, es gab Proben mit der Band und am Ende war ich super vorbereitet. Ich wusste, dass ich die Show spielen konnte. Nach dem Konzert stand ich backstage und jemand klopfte mir auf die Schulter. Ich drehte mich um und da stand Dave Grohl! Mein Vorbild! Als „Nevermind“ rauskam war ich 13 Jahre alt. Nirvana hat mich sehr geprägt. Und jetzt sagte dieser Typ zu mir „Hey, geil getrommelt“! Das war ein Ritterschlag!

Wie viel macht deine Spielweise aus im Kontext der Band?

Ein Drummer ist nicht nur ein Typ der einzählt und dann einen Beat spielt. Ein Schlagzeuger ist derjenige, der die Zügel in der Hand hält und dafür verantwortlich ist, dass der Funke vom Drive, vom Groove und vom Feeling auf die Band übergeht. Meine vorrangige Aufgabe sehe ich darin Arschtritte zu verteilen, im positiven Sinn. Ich sitze auf einem 1,60 Meter hohen Drumriser, habe einen tollen Überblick von da oben und das ist für mich ein geiler Ort, um die Zügel zu lenken und auch mal offensiv ranzugehen. Die Band merkt sehr wohl, ob da hinten eine Schlaftablette kauert oder ein Drummer richtig ackert. Dann springt auch der Funke aufs Publikum über.

Was heißt es genau die Zügel in der Hand zu halten? Geht es dabei um Dringlichkeit oder um einen bestimmten Habitus?

Wenn du auf der Bühne stehst und hast den Habitus zu sagen, ich bin der, der sagt, wo es langgeht, dann ist das meine Verantwortung. Ich vergleiche den Schlagzeuger ein bisschen mit dem Fußballtorwart. Wenn der Stürmer vor den Pfosten schießt, dann sagt man noch: „Okay, super gemacht, leider kein Tor geworden“. Wenn der Schlagzeuger aber Scheiße baut, dann ist Land unter. Deswegen muss ein Schlagzeuger eine Aura haben, die Sicherheit ausstrahlt wie ein Torwart. Wenn die Abwehr versagt, dann hat die Band immer noch den Drummer da hinten. Wichtig ist, dass es um die Band geht. Und eine Band ist eine Teamleistung. Die Qualität eines Schlagzeugers liegt darin, Sicherheit auszustrahlen und von hinten Druck zu machen.

Welche Art von Drum-Grooves sind typisch für In Extremo? Schon eher heftiges Zeug, oder?

Es ist heftig, klar. Aber mir ist es lieber einen Buff-Tschack-Groove zu spielen, der einen Song transportiert, als mir jetzt wahnsinnige Drumparts auszudenken. Darum geht’s in unserer Musik nicht. Ich glaube auch, wenn ein Phil Rudd von AC/DC sich auf eine neue Platte vorbereitet, dann weiß der genau, wo die Bassdrum hingehört und wo der Backbeat liegen muss. Bei uns geht es darum, Songs auf den Punkt zu bringen. Ausgechecktere Teile gibt es sicherlich auch, aber das machen wir dann explizit in C-Teilen wenn wir glauben, dass jetzt mal eine Doublebass-Stelle oder ein krasser Groove-Wechsel spannend wäre. Diese ausgetricksten Sachen sind wirkliche Extras und definieren nicht den Normalfall des Songwritings. Denn die Band hat den Anspruch mit jeder Platte auf Nummer Eins zu gehen und mindestens Gold zu machen. Weitgehend sind unsere Songs straight, griffig produziert und ohne Schnickschnack. Mitunter ist dies ein Grund, warum In Extremo viele Platten verkauft. Wir sind eine Volksband und machen Musik für Leute, die nicht nur gute Rockmusik, sondern auch interessante Texte hören wollen.

Specki spielt Schlagzeug
(Bild: Tom Schäfer)

Vor In Extremo warst du bereits mit Letzte Instanz unterwegs. Du bewegst dich also länger schon in dieser mittelalterlichen Sphäre. Färbt das irgendwann ab, oder schlüpft man da in eine Rolle?

Wie man sieht, bin ich kein Typ der mit Kettenhemd in der Gegend rumpirscht. (lacht) Ich bin kein Mittelalter-Freak. Was ich mag, das ist diese Mystik um dieses Ding. Ich gehe auch gerne in einen Kinofilm à la „Braveheart“, weil mich die Bilder faszinieren. Hätte ich eine Zeitmaschine, dann würde ich drei Tage Mittelalter machen, aber dann würde ich gerne auch duschen wollen. (lacht)

Wie oft muss man sich neu erfinden, um als Schlagzeuger heutzutage bestehen zu können und immer wieder dabei zu sein?

Ich hatte mal den Traum, der beste Schlagzeuger der Welt zu werden. Damals waren es Leute wie Terry Bozzio, Vinnie Colaiuta und Dave Weckl, die mich total geflasht haben. Ich habe in München am „Drummer’s Focus“ studiert und hatte das Ding im Kopf, alles können zu müssen. Doch im Laufe der Jahre, in denen ich als Freelance-Drummer unterwegs war, bin ich immer mehr von dieser Zwanghaftigkeit des perfekten Allrounders abgekommen. Mir tun die Schlagzeuger leid, die so wahnsinnig viel können, aber nicht dürfen. Das ist ja so, als müsste der Drei-Sterne-Koch im Fastfood-Restaurant Burger zusammenfalten. Deswegen bin ich froh, dass ich gar nicht so viel kann. (lacht) Im Moment ist bei mir auch gar nicht der Sportsgeist vorhanden, um mehr zu üben oder Spieltechnik zu checken. Ich fühle mich sehr ausgeglichen mit dem, was ich als In Extremo Schlagzeuger leiste.

Wie siehst du rückblickend deine Jahre als Freelance Drummer? Waren das gute Zeiten?

Ich bereue nichts von alledem. Ich wollte mich ja auch nicht festlegen und konnte dadurch zum Teil extrem unterschiedliche Sachen machen. Zu tun gab es ohne Ende, so dass ich oft nur wenige Tage im Jahr zuhause war. Teilweise hatte ich morgens einen Studiojob in Hamburg, dann in den Flieger nach Tessaloniki, um ein 90-sekündiges Jingle fürs griechische Fernsehen aufzunehmen und mich am nächsten Tag bei einer Bungee-Show mit einer Trommel um den Bauch gebunden vom Hochhaus in die Tiefe zu stürzen …

… was bitte!?

Ja, ja, das Ding hieß Flying Orchestra. Wenn zum Beispiel ein Scheich in Dubai einen Wolkenkratzer einweihte, wurde diese spektakuläre Show gebucht. Wir waren mehrere Artisten und mussten eine Trommelakrobatik während des Falls machen. Es gibt speziell konzipierte Seilwinden, die sich im Freifall abseilen, aber auch im selben Tempo wieder nach oben rauschen. Gar nicht so leicht bei einem 80-Meter Freifall auch noch gut zu trommeln. (lacht) Ich habe in meiner Freelancer-Zeit manch krasse Sache erlebt.

Womöglich auch Ausrutscher?

Natürlich! Mit den Alpenrammlern im Bierzelt zu spielen und sich zu schämen – na ja, ich war jung und brauchte das Geld! (lacht) Trotzdem möchte ich all die Stationen in meinem Leben nicht missen. Es waren wichtige Erfahrungen und ich habe einen Weitblick für die Dinge bekommen. Toleranz ist nicht nur im normalen Leben wichtig, sondern eben auch im Musikbusiness.

Wenn du die freie Wahl hättest – welche Band würdest du gründen?

Eine Band, die viel darf! Natürlich hätte ich den Anspruch an eine Musik, für die es auch ein Publikum gibt. Es ist ja immer die Frage, ob man Musik aus reinem künstlerischen Spaß macht, oder ob man als Unternehmen funktionieren will.

Ist es ein gutes Gefühl nun im festen Sattel einer Band zu sitzen?

Es hatte sich schnell rumgesprochen, dass ich Schlagzeuger einer erfolgreichen deutschen Rockband bin. Deswegen hat das Telefon auch irgendwann nicht mehr geklingelt. Eigentlich schade, denn manchmal vermisse ich diese abenteuerlichen Geschichten. Mal woanders reinzuschnuppern ist immer erfrischend, weil man die anderen Dinge wieder zu schätzen lernt. Jetzt bin ich seit fünf Jahren extrem mit In Extremo verbandelt, was momentan ein geniales Leben ist. Aber sich für immer auf eine Situation festzulegen wäre nicht meine Absicht. Natürlich gibt es Drummer, die ihr ganzes Leben lang nur dieses eine Ding machen. Klaus Scharfschwerdt z. B. trommelt mit 61 immer noch bei den Puhdys. Ich ziehe meinen Hut vor den Typen die das durchziehen und die Halbwertzeit erreichen.

Drummer haben ihre Zeit des aktiven Spielens, ähnlich wie Sportler. Es sei denn man treibt es bis zum Ende, was nicht immer und für alle ein glücklicher Zustand ist?

Tatsächlich denke ich sehr viel über das Später nach. Ich weiß ganz genau, dass es jetzt die Zeit meines Lebens ist. Mit allem Erfolg und dem Hype … das alles ist schon irgendwie Rockstar-Scheiße. (grinst) Aber es wird nicht immer so bleiben. Ich bin mit Abstand der jüngste bei In Extremo und diese Band wird auch ihre Halbwertzeit haben. Auch nach In Extremo wird es für mich weitergehen. Dennoch habe ich manchmal mit Existenz- und Zukunftsängsten zu tun, selbst als Trommler einer Nummer-Eins-Band. Aber das hält mich am Leben und es hält mich am Boden. Würde ich jetzt in einen Höhenflug ausbrechen und sagen „Hey ich bin Drummer einer berühmten Band und kauf mir die Welt!“, dann würde ich mein eigenes Grab schaufeln. Ich genieße mein Leben sehr mit dem, was ich als Schlagzeuger machen kann. Und da passe ich drauf auf. Wie ein kleines Juwel wird dieser Schatz gehütet – der wahrgewordene Traum vom Schlagzeuger. Und jetzt dort angekommen zu sein, das setz ich nicht aufs Spiel. //

 

 EQUIPMENT TALK 

Specki spielt Schlagzeug
(Bild: Tom Schäfer)

Auch wenn dein Schlagzeug mit Licht und Pyros in der Show gut inszeniert wird, so ist das Set an sich überschaubar und alles andere als „extremo“?

Mein Schlagzeug richtet sich ausschließlich nach der Musik, die ich spiele. Alle Instrumente wie Toms und Becken haben eine Funktion. Überflüssiges findet bei mir nicht statt.

Auch nicht die heutzutage moderne Zweit-Snare im detuned Sound?

Mit unserer Musik wollen wir das Publikum in eine andere Welt entführen. Es ist eine Showband mit viel Pyrotechnik, Licht und Riesenklamotten. Aber es würden nicht 2000 Leute mehr kommen, nur weil ich eine Side-Snare spiele. Ich muss mir sehr darüber im Klaren sein, worum es bei meiner Position als Drummer in dieser Band geht …

… natürlich um Groove und Power?

Und um eine straighte Ansage, die unmissverständlich ist! Egal ob wir in Hallen spielen vor 3000 Leuten, oder auf Festivals mit über  100.000 Leuten vor der Bühne, da brauch ich eine Snare und muss draufhauen, dass es jeden trifft. Das ist das Rezept.

Mir fällt auf, dass du auch gar kein Ride-Cymbal spielst.

Richtig, das hat damit zu tun, dass unser Sänger damals sagte, er hasst dieses scheiß Ride-Becken-Gedängel. Da war ich ganz neu in der Band und dachte mir, es wäre wohl besser für die Zukunft, ein Ride gar nicht mehr zu planen. Ich wollte es ja nicht sogleich mit ihm verscherzen – höret die Signale! (lacht) Ich hab zwei Hi-Hats und mir fällt auch nichts ein, wo ein Ride eine relevante Nuance für In Extremo wäre. Wir sind eh eine Band, die ein großes Frequenzspektrum abdeckt, vom Bass bis hin zu Dudelsäcken und Schalmeien, die in Sphären musizieren, dass man damit Fledermäuse jagen könnte. Und dann noch ein Ride da oben mit einzusetzen, nein – das Schlagzeug ist in der Band eher das erdige Ding.

 

STATEMENTS VON SCHLAGZEUGTECHNIKER ROSSI ROSSBERG

Specki zusammen mit Schlagzeugtechniker Rossi Rossberg
(Bild: Tom Schäfer)

Rossi, was ist dein Eindruck zu Speckis Kit aus der Sicht des Drumtechs?

Es hat einen ästhetischen und gleichsam sparsamen Aufbau. Da gibt es keinen Firlefanz. Alles was da steht, wird auch benutzt. Nach fünf Jahren auf Tour, im Truck und auf allen möglichen Bühnen, zeigt das Set so gut wie keinen Vergang – außer dem Lycopodium natürlich – also dem Pyrostaub, der sich an bestimmten Stellen niederschlägt. Und dafür dass es kein Custom-Set ist, sondern ein ganz normales Tama Starclassic aus dem Karton, klingt das Kit einfach sagenhaft.

Was meinst du damit?

Gerade die Bassdrum klingt für meinen Geschmack unfassbar gut. Wenn es in die Top 3 geht, dann ist für mich Tama auf jeden Fall mit vertreten.

Gibt es heutzutage überhaupt noch weniger gut klingende Drumsets?

(lacht) Oh ja, es gibt richtig schlecht klingende Schlagzeuge – auch heute noch! Natürlich kann man Hand anlegen, tunen und mit Fellkombinationen experimentieren, um letztlich ein besseres Ergebnis zu erzielen. Die Wahl des Fells macht zwar viel aus, kann aber nicht alles kompensieren. Ich hab ja nun viel mit Trommeln zu tun und es gibt zum Beispiel Bassdrums, da legt man einfach nur ein Fell drauf und merkt sofort: Wow! Da ist richtig Bass drin! Viele Bassdrums haben das nicht automatisch, da muss man rumdietern und durch Fellspannung den Punkt suchen, an dem die Bassentwicklung stattfindet. Hier bei Speckis Bassdrum ist dieser Punkt von vorne herein da. Der Grundklang ist schon so fett, dass man mit dem FeinTuning zusätzlich sehr definiert arbeiten kann, oder den Spot nach oben bzw. unten verschieben kann. Es ist eine auffallend gute Bassdrum. Auch die Toms klangen von vorne herein super. In der Grundsatzfrage, ob ein Schlagzeug gut ist oder nicht, da gibt es für mich verschiedene Kriterien der Beurteilung. Dazu gehört auch die praktische Seite des Aufbauens, die Stabilität, Anfälligkeit gegen Verstimmen bei äußeren Witterungsverhältnissen etc. und vor allem: Wie leicht macht es mir ein Set bei Fellwechsel den Sound vom Vortag wieder herzustellen? Das ist ja das A und O bei einer LiveProduktion!

Wie gehst du beim Drum-Tuning des Specki-Sets vor?

Ziel ist es, die Drums ohne den Einsatz von Gates und ohne EQ so natürlich wie es geht rüber zu bringen. Es ist auch nichts getriggert – keine doppelten Böden. Wir tunen sehr tonal und machen die Toms so, dass der Ton sauber entsteht. Als Resonanzfelle benutzen wir auf den Toms die Evans Resonant Glass, quasi das Pendant zu Remo Diplomat. Dadurch, dass sie so dünn sind, haben sie eine schnelle und präzise Ansprache. Ich stimme das Resofell leicht straffer als das Schlagfell, was in unserem Fall ein Evans EC2 ist. Diese zweischichtigen Felle sind alleine dadurch, dass die Fellschichten miteinander reagieren, deutlicher vom Attack. Und weil das EC2 am Rand zusammengeklebt ist, macht es den Ton auch noch etwas kürzer. In der Kombination EC2 und Resonant Glass klingen die Toms gigantisch. Gerade die 16″ und 18″ Floor-Toms kommen tierisch. Beim 12″ Tom kann man eh nicht viel falsch machen, aber gerade bei den großen Toms ist es oft schwierig, einen kontrollierten, tiefen Ton zu machen, der wirklich auch tonal dasteht. Unser FOH-Techniker Andreas Vater, der mit Rammstein, Seeed und Grönemeyer arbeitet, lobt den geilen Drumsound des Sets. Und das Set ist außerdem erstaunlich stimmstabil.

Das Schlagzeug steht auf einer Plexiglasfläche. Was hat es damit auf sich?

Im Tour-Alltag und insbesondere auch in Festival-Situationen, wenn wenig Platz auf der Bühne ist und man stets den Zeitfaktor im Nacken hat, muss jeder Handgriff sitzen. Insofern finde ich es sehr praktisch mit festen Positionen für die Stative arbeiten zu können, ohne auf irgendeinem Teppich lange nach Zetteln suchen zu müssen. Mir als Schlagzeugtechniker ist es am liebsten, wenn das Set einen verbindlichen Aufbau hat. Das macht mir die Arbeit leichter. Insofern fand ich die Idee damals mit den Drumplates gar nicht schlecht. Nur gibt’s die nicht mehr. Also haben sich unser Stage Manager Micha Hilmer und Till, mein Vorgänger bei Specki, selber aufgemacht und Plexiglasscheiben genommen, Hölzer gebaut und diese als Positionsmarker auf dem Boden festgeklettet. Und Plexiglas hat deswegen den Zuschlag bekommen, weil man es von unten beleuchten kann. Denn Speckis Set steht auf Gitter-Risern und darunter sind Scheinwerfer positioniert. Zudem ist die Reflektion des Untergrunds nicht so stark, als würde man auf einem Spiegel spielen. Mit den Positions-Markern steht das Set immer genauso wie es stehen soll. Und da ich vor der Show alle Schrauben am liebsten dreimal kontrolliere, kann im Grunde nichts mehr passieren. Für mich ist eine Show gut, wenn ich nicht eingreifen muss! (lacht) //

 

EQUIPMENT

TOURKIT: 20 JAHRE IN EXTREMO

 

Drums: Tama

Starclassic Bubinga Hyper-Drive

Finish: Silver Sparkle Racing Stripe

22″ × 20″ Bassdrum

12″ × 8″ Tom

16″ × 12″ Floor-Tom

18″ × 14″ Floor-Tom

 

Snaredrums: Tama

14″ × 6″ Starclassic Maple

14″ × 5,5″ Bill Bruford Signature (Backup)

 

Snare-Teppiche: Puresound

Equipment von Specki
(Bild: Tom Schäfer)

 

 Cymbals: Meinl Byzance

15″ Extra Dry Dual Hi-Hat

16″ Extra Dry Medium Thin Hi-Hat

17″ Extra Dry Thin Crash

18″ Extra Dry Dual Crash

18″ Trash Crash

20″ Extra Dry Dual Crash-Ride

20″ Traditional China

8″ Brilliant Splash

10″ Brilliant Splash

 

Percussion: Meinl Cowbell

Felle: Evans

Bassdrum: EMAD clear Schlagfell,

Strukturfell (Resonanzfell)

Snare: Power Center Reverse Dot Schlagfell,

Snare Side 300 Resonanzfell

Toms: EC2 clear Schlagfelle,

Resonant Glass Resonazfelle

 

Drumsticks: Promark

Specki T.D. Signature Model

In Ear: Ultimate Ears UE-11 pro

Cases: Hardcase

Equipment von Specki Tama Bassdrum
(Bild: Tom Schäfer)

 

 WEBSITE

specki-td.com

 

DANKE

für die Unterstützung an Black Box Music/Berlin und Rossi Roßberg.

Produkt: Sticks 07-08/2019
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