Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Interview: Zu Besuch beim Custom-Cajon-Hersteller Stefan Emmerich

Tres Lados Cajon Manufaktur

Stefan Emmerich Tres Lados(Bild: Tom Schäfer)

Stefan Emmerich ist Tres Lados. Hinter der Custom Cajon Company im Herzen von Köln verbirgt sich die One-Man-Show eines erfindungsreichen Geistes, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Grenzen der Cajon-Baukunst auszuloten und stets ein wenig weiter in Richtung perfektionierter Qualität zu verschieben. Wir trafen Stefan in seiner Werkstatt zum Gespräch über seine Geschichte als Custom-Cajon-Hersteller.

Es ist schon eine ganze Zeit lang her: Im Jahr 2000 machte Stefan Urlaub auf Ibiza und sah auf einem Balkon gegenüber seines Hotels einen jungen Mann auf einer Holzkiste sitzen und darauf trommeln. Was Stefan absolut faszinierte. Zurück in Deutschland suchte er einen Musikladen auf, um sich Percussion-Instrumente zu kaufen und sah dort diese „Kiste“ wieder. Was dann geschah lassen wir Stefan Emmerich selbst erzählen:

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Nach einem Fachgespräch mit dem Verkäufer, bei dem ich ihn nach allen Details dieser Kiste befragt hatte – wieso weshalb, warum, das so klingt – war es klar für mich: Ich musste mir eine solche Kiste bauen! Ich bin dann in den nächsten Baumarkt gefahren und habe mir Holz gekauft und mir eine Cajon gebaut. Die hat dann ein Freund von mir gesehen und gehört und gefragt, ob ich ihm auch eine solche Kiste bauen könnte. Also wieder in den Baumarkt gefahren, Holz gekauft, Kiste gebaut und verkauft. Da dachte ich mir: Daraus könnte man ja was machen! (lacht)

Klingt so, als hättest du eine Ausbildung zum Holzfachmann absolviert.

Nö, aber ich habe eine feine technische Ausbildung genossen, nämlich die des Fluggerätemechanikers. Ich habe kleine Sportflugzeuge und die ADAC-Hubschrauber repariert.

Das Herzstück der Tres-Lados-Werkstatt: Hier werden Konzepte entwickelt, Prototypen getestet, Custom-Modelle, Unikate und Kleinserien gefertigt.
Das Herzstück der Tres-Lados-Werkstatt: Hier werden Konzepte entwickelt, Prototypen getestet, Custom-Modelle, Unikate und Kleinserien gefertigt. (Bild: Tom Schäfer)

Worin bestand denn dann der Reiz, selber Cajons herzustellen?

Weil man bei dieser Tätigkeit mit vielen unterschiedlichen Materialien zu tun hat, unter anderem auch sehr viel mit Holz. Ich hatte sogar mal einen alten amerikanischen Kunstflug-Doppeldecker restauriert und wieder aufgebaut. Der hatte u. a. Holztragflächen. Mit dieser Kiste wurden sogar Kunstflugweltmeisterschaften gewonnen, eine Pit Special, ganz klein, ganz wendig und richtig aggressiv zu fliegen. Damals schon hat mich das Arbeiten mit Holz fasziniert. Mit diesem Werkstoff kann man sich wunderbar kreativ entfalten.

Aber woher hast du denn gewusst, dass du tatsächlich eine funktionierende Cajon bauen kannst? Der fertigen Kiste sieht man ja nicht die ganzen Details an, was zum Beispiel die Snare-Mechanik oder die Schlagplatte angeht.

Natürlich durch viel Recherche, aber tatsächlich auch durchs anschauen. Was die Schlagplatte angeht, so waren dies oft fein geschichtete Holzfurniere. Also bin ich dann zum Holzhändler meines Vertrauens und habe den befragt, was das denn sein könnte. Da kamen wir sehr schnell auf Flugzeugsperrholz, was mir natürlich sehr sympathisch war. (lacht) Und es ist tatsächlich auch ein sehr gutes Klangplattenholz für Cajon-Schlagflächen.

Holzbauteile werden exakt auf Stärke gebracht und mit computergenauen Einstellungen geschnitten
Holzbauteile werden exakt auf Stärke gebracht und mit computergenauen Einstellungen geschnitten. (Bild: Tom Schäfer)

Gab es anfangs denn keine Fehlversuche?

Nein, dazu war ich einfach zu geizig! Ich habe mir also alles im Detail genau überlegt und mir direkt sehr viel Mühe gegeben. Übrigens bin ich dann mit meiner dritten hergestellten Cajon in den Musikfachhandel gegangen, weil ich so von diesem Instrument überzeugt war. Das musste die Fachwelt einfach sehen. Im ersten Musikhaus gab man mir den Tipp, ich solle es mit der schönen Cajon doch mal auf dem Flohmarkt probieren. Hat mir nicht so gefallen. Das zweite Fachgeschäft war dann das Drumcenter in Köln, und Dieter Blahak hat mich quasi mit offenen Armen empfangen: „Was bringst du uns denn da Schönes?“ Er hat also meine dritte selbstgebaute Cajon in seinen Laden gestellt und quasi auch direkt verkauft. Damit fing das also an.

Der Firmenname geht auf eine Cajon mit drei Schlagflächen zurück, die ich dann mal gebaut habe. Das Logo und damit die Form des Schalllochs meiner Cajons kamen auch ganz schnell dazu. Dadurch, dass meine Cajons beim Drumcenter im Laden zu sehen waren, bekam ich dann auch schnell Kontakt zur professionellen Musiker-Szene. Der Percussionist des spanischen Flamenco-Gitarristen Rafael Cortés hatte eine Cajon gekauft, und durch Rafael habe ich nicht nur meine Liebe zum Flamenco entdeckt, sondern es kam auch ein Kontakt zu Paco de Lucia zustande, dem weltberühmten spanischen Meister der Flamenco-Gitarre.

Auf den Leverkusener Jazztagen haben Rafael und Paco Konzerte gegeben. Rafael hatte mich eingeladen, und auf der Bühne stand da eine meiner Cajons. Am Ende des Konzerts von Paco de Lucia kam Rafael zu mir und meinte, Paco würde mich gerne mal kennenlernen. Er habe bei den Konzerten meine Cajon gehört, war ganz begeistert vom Klang und möchte, dass ich ihm eine anfertige. Ich hatte noch eine der Massivholz- Cajons im Auto. Pacos Percussionist Piranha hat die dann angespielt und beide waren vom Sound sehr angetan. So hat Paco de Lucia dann meine Cajon gekauft. Jahre später gab es mal eine Doku über ihn im spanischen Fernsehen, und da habe ich meine Cajon dann wiedergesehen. Die steht bei ihm in seinem Gitarrenzimmer, immer schön spielbereit.

Du spielst doch auch selber Cajon bzw. Percussion?

Percussion hatte ich schon länger gespielt, doch mit dem Cajon-Spielen habe ich erst richtig angefangen, als ich meine erste gebaut habe. Einer meiner Kunden war Jordi Sanchez, ein toller Percussionist, und der Sohn des Wirts der Taverna Flamenca in Köln. Er hat mir dann die Cajon-Techniken gezeigt und da in der Taverna auch immer Konzerte und Jam-Sessions stattfanden, konnte ich da auch live Spielpraxis bekommen. Es waren immer spanische Musiker vor Ort, bei denen man sich so manches abschauen konnte. So habe ich dann live vor Publikum Cajon-Spielen gelernt.

Hast du dort auch Erfahrungen sammeln können, was die speziellen Anforderungen der Musiker an eine Cajon sind?

Ja, die habe ich auch durch meine anderen Kunden immer weiter ausbauen können. Da war zum Beispiel der Musiker Norbert Niehus, der schon sehr lange Cajon spielte und ein echter Spezialist war, mit ganz bestimmten Anforderungen an sein Instrument. Die meisten Erfahrungen konnte ich sammeln, weil ich immer die individuellen Ansprüche meiner Kunden erfüllen wollte, schon in meiner ersten kleinen Werkstatt im Keller meiner Eltern auf nur ein paar Quadratmetern. Da wurde noch alles mit ganz kleinem Besteck gefertigt. Dann habe ich mich in größeren Werkstätten eingemietet, wo mir dann auch mehr und bessere Werkzeuge zur Verfügung standen. Und so ist es auch heute noch. Die Werkstatt, in der ich heute arbeite, das ist schon eine richtige Luxus-Werkstatt.

Cajon-Rohkessel der neuen Mittelklasse-Serie von Tres Lados.
Cajon-Rohkessel der neuen Mittelklasse-Serie von Tres Lados. (Bild: Tom Schäfer)

Was macht denn das Besondere an den aktuellen Tres-Lados-Cajons aus?

Ich sehe mich in erster Linie als Custom-Drum-Hersteller und bin nie in eine größere Produktion von Serienmodellen eingestiegen. Hunderte gleicher Cajons zu bauen ist nicht mein Ding. Ich möchte auf die individuellen Wünsche der Musiker eingehen können. Und das betrifft nicht nur die Konstruktion, sondern auch das Design. Für die bunten Cajons habe ich mich von meinen Snapon-Werkzeugen inspirieren lassen. Die sehen aus wie Spielzeuge, sind aber richtig teuer und werden in den Werkstätten des Formel-Eins-Rennsports und eben auch in der Luftfahrt-Technik eingesetzt. Ich fand es halt sehr gut und inspirierend, dass man auch sehr wertige bunte Sachen machen kann. Wenn man meine bunten Cajons anschaut, dann soll man sofort eine gewisse Wertigkeit erkennen können.

Es gibt doch sicherlich auch technische Details, die deinen Cajons spezielle Eigenschaften verleihen?

Wie mein Firmenname „Tres Lados“ es ja aussagt, hat mich die Idee der drei unterschiedlichen Schlagflächen schon immer gereizt. Dass man also die Schlichtheit der einfachen „Sklavenkiste“ beibehält und von dort aus quasi nach innen arbeitet. Außen ist es eine einfache Kiste, und man sieht nicht, was an technischer Komplexität da innen drin steckt. Das erhöht dann auch den „Wow“-Effekt beim Zuhören. So habe ich mir immer wieder Sachen einfallen lassen, die man in die Kiste einbauen kann, um zusätzliche Sounds zu erzeugen. Und so kam es dann auch zu den aktuellen „4 Professional“-Cajons, die im Korpus versteckt unter den beiden Seitenflächen zusätzliche „Bongo-Felder“ haben, die korrespondierend zueinander gestimmt sind, also zusätzliche Flächen für verschiedene Sounds.

Eine Solid River Cajon auf dem Lackierstand.
Eine Solid River Cajon auf dem Lackierstand. (Bild: Tom Schäfer)

Wie sieht es denn bei deinen Cajons überhaupt beim Thema Schlagflächen aus?

Es gibt natürlich auch nicht furnierte, massive Schlagflächen, doch ich bin eigentlich von Anfang an meinem Konzept des Flugzeug-Sperrholz plus Furnier treu geblieben. Das habe ich für den Sound meiner Cajons einfach schätzen gelernt. Das sind stabile Platten, die einen guten Cajon-Sound bieten. Ein weiteres technisches Merkmal dieser Platten ist, dass sie sich durch das Furnier ein wenig konkav nach innen ziehen und so ganz natürlich die Snare-Saiten etwas dämpfen, was wiederum einen charakteristischen Sound erzeugt. Für den Snare-Effekt habe ich schon immer Gitarrensaiten eingesetzt. Das ist zwar etwas aufwändiger, da man sehr präzise arbeiten muss, damit die auch wirklich gleichmäßig aufliegen und nirgendwo etwas abstehen können. Den Dämpfungseffekt erreiche ich also nicht durch das abkleben der Saiten sondern dadurch, dass sich die Schlagflächen etwas „Schüsseln“, da sie nur einseitig furniert sind. Bei einer Tür zum Beispiel furniert man immer beide Seiten, damit genau dies nicht geschieht. Bei einer Cajon-Schlagfläche hat das Ganze dann aber einen positiven Effekt. Kein Schreiner auf der Welt würde so was allerdings machen, denn die kriegen schon mit der Lehre eingetrichtert, dass man alles, was man furniert, mit einem Gegenzug versieht. Da kommt es mir beim Cajon-Bau zugute, dass ich eben kein gelernter Schreiner bin. (lacht) Ich bin jedenfalls seit 18 Jahren bei dieser Konstruktion geblieben.

Haben dadurch deine Cajons diesen besonderen, eher trockenen Ton, der zwischen Bass und Snare so klar abgegrenzt ist?

Das trägt mit Sicherheit dazu bei. Dadurch kann man auch extrem schnell gespielte Phrasierungen viel deutlicher hören, und man kann alles in einem kleinen Bereich der Cajon spielen und muss beim Spielen keine weiten Wege bei den unterschiedlichen Schlägen ausführen. Eigentlich kann man alles in Handgelenkshöhe spielen.

Kundenwünsche fließen in die Konzepte der Custom-Herstellung ein: Hölzer, Schlagflächen, Designs und Furniere werden kombiniert. (Bild: Tom Schäfer)

Lass uns bitte noch mal den Gedanken der „Custom-Fertigung“ aufgreifen. Was kann ein Kunde, der zu dir kommt erwarten? Was kann er sich aussuchen, was sind die Basics, die du anbietest?

Fangen wir mal mit dem Body, also dem „Kessel“ an. Ich verwende meistens und gerne Birkensperrholz, weil man das sehr schön einfärben kann, meiner Meinung nach schöner als andere Hölzer. Durch die Beizen, die ich verwende, bekommen die hellen Birkenkessel die beste Leuchtkraft. Netterweise klingt dieses Holz auch sehr gut. (grinst) Die Birken-Multiplex-Platten – in der Regel finnische Birke – suche ich selbst beim Holzhändler meines Vertrauens aus, so dass da weder Einschlüsse noch Flecken im Holz zu finden sind. So was ist bei größeren Produktionen gar nicht möglich, da muss man halt nehmen, was man geliefert bekommt. Meine Selektion der Hölzer macht jedenfalls letztendlich auch viel an der Qualität aus.

Jede Tres-Lados-Cajon wird feinjustiert, gestimmt und dann von Stefan genauestens gecheckt! (Bild: Tom Schäfer)

Für das Furnier der Schlagplatten verwende ich gerne Echtholzfurnier, nicht so sehr diese Design-Furniere. Wobei ich diese auf Kundenwunsch selbstverständlich auch einsetze. Meiner Meinung nach klingen Echtholz-Furniere bei meinen Cajons einfach besser. Und bei diesen Furnieren suche ich auch gern optisch mal was Ausgefallenes aus. Gerne nehme ich Ahorn-Hölzer, Curlyoder Quilted-Maple; wenn man die entsprechend vorbereitet bekommt man was die Maserung angeht, beim Beizen und Lackieren wunderschöne 3D-Effekte.

Du hast vor kurzem die „4 Professional“-Cajons mit den vier integrierten und gestimmten Bongo-Schlagflächen an den Seiten vorgestellt. An welchen Projekten arbeitest du derzeit noch?

Seitdem ich in dieser schönen neuen Werkstatt eingemietet bin, habe ich dank der mir hier zur Verfügung stehenden Werkzeuge auch wieder die Möglichkeit, Massivholz-Cajons zu fertigen, in einer Qualität, dich ich zuvor nur mit sehr viel Mühe erreichen konnte. Für eine Variante dieser Massivholz-Modelle habe ich mich von den „River Tables“ inspirieren lassen. Das sind solide Massivholztische mit einem Epoxydharz-Fluss in der Mitte der Tischplatte. Die Holzkanten werden dabei nach innen geholt, so dass man einen natürlich wirkenden Verlauf zwischen Holz und Epoxydharz bekommt und das Ganze wie „aus einem Guss“ und wie ein richtiger Fluss wirkt. Das hat mich dazu inspiriert, meine Solid-River-Cajons in dieser Art zu bauen. Die sehen nicht nur schick aus, sondern klingen auch richtig toll. Da kommen dann auf einmal ganz neue Töne bzw. Klangfarben raus. Und es ist nicht nur ein Hingucker, sondern man kann das auch als Durchgucker in Klaroder mit Metallic-Effekten machen. Optisch und auch klanglich sind diese Cajons auf jeden Fall eine absolut eigenständige Neuheit.

Stefan Emmerich Tres Lados(Bild: Tom Schäfer)

Für mich haben Massivholz-Cajons die besseren Klangmöglichkeiten gegenüber Schichtholz-Cajons, da sind ganz einfach mehr Klangfarben drin. Bei gleicher Spieltechnik hat man auf einmal ganz neue Töne zur Verfügung, einfach weil der massive Korpus ganz andere Resonanzen hat. Und jetzt, mit dem neuen Werkstoff Epoxydharz als Hybrid, gibt es wieder neue Sounds. Da wird es noch viel zu entdecken geben. Apropos entdecken: Ich hatte mal eine Massivholz-Cajon gebaut, von deren Klang ich zunächst etwas enttäuscht war, denn die klang irgendwie muffig. Also wanderte die erst mal ins Regal. Nach einiger Zeit habe ich die dann mal zum Spielen hervorgeholt und da war es schon ein bisschen besser. Und nachdem ich so ein halbes Jahr lang diese Cajon öfter mal gespielt hatte ging auf einem irgendwie ein Schalter um, und die Cajon klang auf einmal brillant und klar mit schönen Obertönen und tollem Bass. Irgendwie sind Massivholz-Cajons lebendige Instrumente. Ich kann das nicht erklären, aber es ist wohl so ähnlich wie bei Gitarren mit massivem Korpus. Ich kenne das Phänomen allerdings auch von meinen „normalen“ Cajons: Auch diese spielen sich im Laufe der Zeit richtig schön ein, doch in dieser Stärke wie bei der Massivholz-Cajon habe ich das noch nie erlebt.

Einzigartige und innovative Designs kennzeichnen die Instrumente von Tres Lados. Hier eine Solid River Custom Cajon mit unikatem Center aus bernsteinfarbenem Harz.
Einzigartige und innovative Designs kennzeichnen die Instrumente von Tres Lados. Hier eine Solid River Custom Cajon mit unikatem Center aus bernsteinfarbenem Harz. (Bild: Tom Schäfer)

So wie sich meine Instrumente im Lauf der Zeit entwickeln, so werde auch ich immer weiter nach neuen Klangmöglichkeiten der Cajon forschen – das ist wohl eine unendliche Geschichte. Und es macht mir sehr viel Spaß, neben der Tüftelei an den technischen Details, wie bei den „4 Professional“-Cajons, auch mal optisch was zu wagen, wie jetzt mit den Solid-River-Modellen, was dann ebenfalls auch dazu führen kann, dass es wieder neue Sounds zu entdecken gibt. Und ohne jetzt in eine Serienproduktion einsteigen zu wollen, werde ich eine kleine Auflage von Midprice-Cajons herstellen, damit auch Kunden mit einem kleineren Budget in der Lage sind, ein Instrument in Tres-Lados-Qualität zur erwerben.

Du bist mit dem Drummer Marcus Möller eine kreative Zusammenarbeit eingegangen, die allerdings nichts mit Cajons zu tun hat …

Marcus hat das „Bummklack“ entwickelt, ein „Mini-Drumset to go“, das ich jetzt für ihn anfertige. Es besteht aus einer kleinen 10″-Snare und einer 14″-Bass-Trommel, montiert auf einer Platte zum Umhängen oder zur Montage auf einem Stativ. Das ist jetzt für mich auch noch mal Neuland, aber durchaus spannendes Neuland. Marcus hat das Instrument entwickelt und erste Prototypen in seiner Garage gebaut. Irgendwie kam mir diese Story bekannt vor … (grinst) Ja, und so haben wir uns dann zusammengetan, denn da gab es so einige Parallelen. Mit Marcus arbeite ich jetzt also an der Weiterentwicklung des Bummklack, vor allem auch, was die Optik, aber auch was die Mechanik angeht. Und demnächst geht es dann an die Produktion. Das Bummklack fügt sich als eigenständiges Instrument auch gut in die Tres-Lados-Cajon-Familie ein. Und ich bin selbst gespannt, wie sich Tres Lados in Zukunft weiter entwickeln wird. Bei mir gibt es jedenfalls keinen Stillstand.

Stefan Emmerich und sein Masterpiece: die Solid River Custom Cajon.
Stefan Emmerich und sein Masterpiece: die Solid River Custom Cajon. (Bild: Tom Schäfer)

In der Mediathek von WDR 3 gibt es ein schönes Radio-Interview mit Stefan:

Profil

Jahrgang: 1975

Sternzeichen: Stier

geb. in: Rastatt

lebt in: Köln

reist gerne nach: Spanien

isst gerne: Tapas

TV-Tipp: Luzifer (Serie)

Musik für die Insel:

Beatles-Songs, Flamenco … und Rammstein

Musiker, die ihn beeinflusst haben:

Rhani Krija, Nigel Olsson, Paco de Lucia, Rafael Cortés

Stefans Youtube-Tipps:

Rhani Krija: Combinatios of Cultural Drums

Paul McCartney Carpool Karaoke

Den coolsten Groove hat gespielt …

Jost Nickel bei Jan Delay & Disco No. 1


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Produkt: Sticks 05-06/2019
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