Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
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Interview: Zu Besuch beim Custom-Cajon-Hersteller Stefan Emmerich

Tres Lados Cajon Manufaktur

Stefan Emmerich Tres Lados(Bild: Tom Schäfer)

Stefan Emmerich ist Tres Lados. Hinter der Custom Cajon Company im Herzen von Köln verbirgt sich die One-Man-Show eines erfindungsreichen Geistes, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Grenzen der Cajon-Baukunst auszuloten und stets ein wenig weiter in Richtung perfektionierter Qualität zu verschieben. Wir trafen Stefan in seiner Werkstatt zum Gespräch über seine Geschichte als Custom-Cajon-Hersteller.

Es ist schon eine ganze Zeit lang her: Im Jahr 2000 machte Stefan Urlaub auf Ibiza und sah auf einem Balkon gegenüber seines Hotels einen jungen Mann auf einer Holzkiste sitzen und darauf trommeln. Was Stefan absolut faszinierte. Zurück in Deutschland suchte er einen Musikladen auf, um sich Percussion-Instrumente zu kaufen und sah dort diese „Kiste“ wieder. Was dann geschah lassen wir Stefan Emmerich selbst erzählen:

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Nach einem Fachgespräch mit dem Verkäufer, bei dem ich ihn nach allen Details dieser Kiste befragt hatte – wieso weshalb, warum, das so klingt – war es klar für mich: Ich musste mir eine solche Kiste bauen! Ich bin dann in den nächsten Baumarkt gefahren und habe mir Holz gekauft und mir eine Cajon gebaut. Die hat dann ein Freund von mir gesehen und gehört und gefragt, ob ich ihm auch eine solche Kiste bauen könnte. Also wieder in den Baumarkt gefahren, Holz gekauft, Kiste gebaut und verkauft. Da dachte ich mir: Daraus könnte man ja was machen! (lacht)

>> Das ganze Interview gibt’s in STICKS 05-06/2019 <<

Klingt so, als hättest du eine Ausbildung zum Holzfachmann absolviert.

Nö, aber ich habe eine feine technische Ausbildung genossen, nämlich die des Fluggerätemechanikers. Ich habe kleine Sportflugzeuge und die ADAC-Hubschrauber repariert.

Worin bestand denn dann der Reiz, selber Cajons herzustellen?

Weil man bei dieser Tätigkeit mit vielen unterschiedlichen Materialien zu tun hat, unter anderem auch sehr viel mit Holz. Ich hatte sogar mal einen alten amerikanischen Kunstflug-Doppeldecker restauriert und wieder aufgebaut. Der hatte u. a. Holztragflächen. Mit dieser Kiste wurden sogar Kunstflugweltmeisterschaften gewonnen, eine Pit Special, ganz klein, ganz wendig und richtig aggressiv zu fliegen. Damals schon hat mich das Arbeiten mit Holz fasziniert. Mit diesem Werkstoff kann man sich wunderbar kreativ entfalten.

Aber woher hast du denn gewusst, dass du tatsächlich eine funktionierende Cajon bauen kannst? Der fertigen Kiste sieht man ja nicht die ganzen Details an, was zum Beispiel die Snare-Mechanik oder die Schlagplatte angeht.

Natürlich durch viel Recherche, aber tatsächlich auch durchs anschauen. Was die Schlagplatte angeht, so waren dies oft fein geschichtete Holzfurniere. Also bin ich dann zum Holzhändler meines Vertrauens und habe den befragt, was das denn sein könnte. Da kamen wir sehr schnell auf Flugzeugsperrholz, was mir natürlich sehr sympathisch war. (lacht) Und es ist tatsächlich auch ein sehr gutes Klangplattenholz für Cajon-Schlagflächen.

Gab es anfangs denn keine Fehlversuche?

Nein, dazu war ich einfach zu geizig! Ich habe mir also alles im Detail genau überlegt und mir direkt sehr viel Mühe gegeben. Übrigens bin ich dann mit meiner dritten hergestellten Cajon in den Musikfachhandel gegangen, weil ich so von diesem Instrument überzeugt war. Das musste die Fachwelt einfach sehen. Im ersten Musikhaus gab man mir den Tipp, ich solle es mit der schönen Cajon doch mal auf dem Flohmarkt probieren. Hat mir nicht so gefallen. Das zweite Fachgeschäft war dann das Drumcenter in Köln, und Dieter Blahak hat mich quasi mit offenen Armen empfangen: „Was bringst du uns denn da Schönes?“ Er hat also meine dritte selbstgebaute Cajon in seinen Laden gestellt und quasi auch direkt verkauft. Damit fing das also an.

Der Firmenname geht auf eine Cajon mit drei Schlagflächen zurück, die ich dann mal gebaut habe. Das Logo und damit die Form des Schalllochs meiner Cajons kamen auch ganz schnell dazu. Dadurch, dass meine Cajons beim Drumcenter im Laden zu sehen waren, bekam ich dann auch schnell Kontakt zur professionellen Musiker-Szene. Der Percussionist des spanischen Flamenco-Gitarristen Rafael Cortés hatte eine Cajon gekauft, und durch Rafael habe ich nicht nur meine Liebe zum Flamenco entdeckt, sondern es kam auch ein Kontakt zu Paco de Lucia zustande, dem weltberühmten spanischen Meister der Flamenco-Gitarre.

Auf den Leverkusener Jazztagen haben Rafael und Paco Konzerte gegeben. Rafael hatte mich eingeladen, und auf der Bühne stand da eine meiner Cajons. Am Ende des Konzerts von Paco de Lucia kam Rafael zu mir und meinte, Paco würde mich gerne mal kennenlernen. Er habe bei den Konzerten meine Cajon gehört, war ganz begeistert vom Klang und möchte, dass ich ihm eine anfertige. Ich hatte noch eine der Massivholz- Cajons im Auto. Pacos Percussionist Piranha hat die dann angespielt und beide waren vom Sound sehr angetan. So hat Paco de Lucia dann meine Cajon gekauft. Jahre später gab es mal eine Doku über ihn im spanischen Fernsehen, und da habe ich meine Cajon dann wiedergesehen. Die steht bei ihm in seinem Gitarrenzimmer, immer schön spielbereit.

Du spielst doch auch selber Cajon bzw. Percussion?

Percussion hatte ich schon länger gespielt, doch mit dem Cajon-Spielen habe ich erst richtig angefangen, als ich meine erste gebaut habe. Einer meiner Kunden war Jordi Sanchez, ein toller Percussionist, und der Sohn des Wirts der Taverna Flamenca in Köln. Er hat mir dann die Cajon-Techniken gezeigt und da in der Taverna auch immer Konzerte und Jam-Sessions stattfanden, konnte ich da auch live Spielpraxis bekommen. Es waren immer spanische Musiker vor Ort, bei denen man sich so manches abschauen konnte. So habe ich dann live vor Publikum Cajon-Spielen gelernt.

Hast du dort auch Erfahrungen sammeln können, was die speziellen Anforderungen der Musiker an eine Cajon sind?

[…]

>> Das ganze Interview gibt’s in STICKS 05-06/2019 <<

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Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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