Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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Aus STICKS 01/02:2019!

Zu Besuch bei J.Leiva Percussion

J.Leiva Percussion(Bild: Tom Schäfer)

Wie eine weißgetönte Insel schwimmt die kleine Stadt Montilla inmitten einer Hügellandschaft. Soweit das Auge reicht blickt man über ein sonnenverwöhntes Panorama unter dem tiefblauen Himmel Andalusiens. Diese Region ist bekannt für gute Weine und gehaltvolles Olivenöl. Aber mehr noch: Andalusien ist die Heimat des Flamenco. Und Montilla liegt mittendrin. Eine Stadt, die von mittelständischen Betrieben und Handwerk geprägt ist. Darüber hinaus hat Montilla eine ganz besondere Spezialität zu bieten: Unweit des alten Stadtzentrums befindet sich die Keimzelle, in der die J.Leiva Cajons das Licht der Welt erblicken.

Sehr gerne sind wir der Einladung von Firmeninhaber José Leiva Pino und seinem Vertriebspartner Hannes Sönmez (Sonic Percussion) gefolgt, die Fertigungsstätte zu besichtigen und damit die Philosophie der J.Leiva Cajon-Herstellung persönlich kennenzulernen. Der Gedanke an eine cleane Hightech-Fabrikation mit computergesteuerten Fertigungsprozessen ist angesichts des weltweit florienden Cajon-Booms naheliegend. Doch J.Leiva hat sich bewusst nicht auf diese anonyme Strategie eingelassen. Hier spucken keine Fließbänder Cajon-Produkte aus. In Montilla werden Cajons einzeln und mittels reiner Handarbeit gefertigt. J.Leiva Percussion ist ein familiär anmutender Betrieb mit einem überraschend kleinen Team an Mitarbeitern.

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Wie alles begann

Firmengründer und Mastermind José „Pepe“ Leiva hat klassisches Schlagwerk studiert. In Montilla ist er aufgewachsen und hier hat er vor langen Jahren an seiner ersten Cajon geschraubt. Dabei kommt die „Schrauberaffinität“ nicht von ungefähr. Schon damals restaurierte er mit ausgeprägtem Tüftlersinn alte Moto Guzzis. Diese Leidenschaft, aber auch die Affinität eines erfinderischen Geistes, trägt der Vintage-Motorrad-Sammler bis heute in sich.

Pepe Leiva: „Neben klassischem Schlagwerk wollte ich immer gerne auch richtiges Schlagzeug spielen. So kam ich über Umwege zur Cajon. Nur war der Markt in Spanien noch vor fünfzehn Jahren recht schwach bestückt mit qualitativ guten Cajones. Und die wenigen, die es gab, entsprachen nicht meiner Klangvorstellung. Also baute ich mir einfach eine Cajon selber. Mein Urmodell fiel sehr rudimentär aus, aber der Sound ging schon in eine gute Richtung. Plötzlich wollten Freunde auch so eine Kiste haben, und letztlich baute ich mehr als zwanzig Modelle, die ich alle verschenkte. Das Ganze entwickelte sich zu einem Dominoeffekt, als plötzlich Anfragen aus dem Umland kamen und man mir tatsächlich Geld bezahlen wollte. Ich hatte ja nur simple Werkzeuge zur Hand, und meine Cajones waren nicht gerade hübsch, aber klanglich wurden sie immer besser. Etwas später veranstaltete ich meine ersten Cajon-Bau-Camps. Der Erfolg war so groß, dass weitere Camps folgten. So fasste ich 2009 den Entschluss, meine eigene Cajon-Fertigung offiziell unter Leiva Percussion zu starten.“

Einem gesunden Menschenverstand folgend, hat er aber nicht auf das „Von Null auf Hundert“-Prinzip gesetzt und eine Fabrik aus dem Boden gestampft. Vielmehr orientierte er sich am Umfeld Montillas und kooperierte mit ortsansässigen Handwerksbetrieben. So kam er in Kontakt mit einer Möbelschreinerei, die eine maschinelle Infrastruktur zur Verfügung stellen konnte. Und auch eine Lackiererei war in der Nähe.

Von Beginn an hatte Pepe Leiva ein klares Konzept vor Augen: Kompromisslos hochwertige Musikinstrumente und keine auf Stückzahlen getrimmte Massenfertigung. Mit Bedacht entstanden im Jahr 2009 die ersten Cajon-Serien, die ausschließlich für den spanischen Markt gedacht waren.

Handmade in Andalusien

Im Wesentlichen hat Pepe Leiva ein dezentrales Fertigungskonzept etabliert. Die Produktion findet also nicht an einem Ort unter einem Dach statt. Vielmehr wird das Potenzial ortsansässiger Handwerksbetriebe genutzt. So können Kapazitäten abgeglichen werden. Drei Produktions-Zentralen werden für die Herstellung aller Cajon-Serien von J.Leiva eingesetzt. Hierbei übernimmt der Schreinereibetrieb in Montilla die Fertigung der Cajonbodys. Lackierungen und Oberflächen- Bearbeitungen werden in einem Fachbetrieb im 5 km entfernten Aguilar de la Frontera gemacht. Die Endmontage der Cajons sowie Design-Finishes erfolgen in einer Fertigungshalle unweit der Schreinerei. Hier befindet sich auch die Lagerhalle für Roh-Cajons sowie das Lager der fertig produzierten Modelle.

Ein kleines Team von nur 17 Mitarbeitern ist im kompletten Herstellungsprozess involviert. Jeder ein Fachmann auf seinem Gebiet und mit Herzblut dabei. Dieses familiäre Flair ist auch Pepe Leiva zu verdanken, der sich stets mit Interesse seinen Mitarbeitern zuwendet. Hier laufen die Dinge Hand in Hand, während Pepe Strategien vorantreibt, aber auch immer Teil des handwerklichen Geschehens ist.

Herstellung: Woodwork

Der Duft des Holzes steigt einem in die Nase beim Betreten der Woodwork-Zentrale. Je nach Modell und Ausstattung wird Birke, Eiche und Walnuss, aber auch „exotisches“ Koto, chilenische Pinie und Sapele verbaut, wobei Design-Aspekte sowie Fragen des Klangs den gezielten Einsatz eines bestimmten Holzes definieren. In der Schreinerei arbeiten zwölf Holzwerker, um die unterschiedlichsten Bauteile für Cajones zu fertigen.

Von einfachen Schleifapparaten bis hin zu modernen Fräsen bietet die Werkstatthalle eine komplette Infrastruktur. So werden zum Beispiel die Walnussrahmen der Omeya Evo II Frontplatten von einer hochpräzisen CNC-Fräse geschnitten. Jede Modellreihe der J.Leiva Cajons hat bestimmte Alleinstellungsmerkmale, die sowohl konstruktiv als auch im Sound erkennbar sind. So gibt es die technisch eher einfacheren Chassis mit MDF-Bodys in den Einsteigerkategorien Viva und Zoco, aber genauso auch aufwändig gemachte Cajon-Bodys der Omeya Master Modelle mit Eichen-Massivholz-Korpus.

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STICKS 01/2019

Produkt: Sticks 05-06/2019
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