Werksbesuch von 2004

Zu Besuch bei Tama Drums in Japan

Wir haben uns den Herstellungsprozess der Tama Drums in Japan und China im Jahr 2004 einmal detaillierter angeschaut. Reise mit uns zurück ins Tama-Werk!

Tama Schlagzeug in Rot

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Über den deutschen Vertrieb der Tama Drums, der Firma Roland Meinl Musikinstrumente, erreichte uns im November 2004 eine Einladung von Firmenpräsident Michio Nakamoto und Managing Director Kimihide Hoshino zu einer Reise nach Japan und China, um dort die Fertigungsstätten der Tama Drums zu besichtigen. Im 1. Teil dieses Berichts besichtigen wir die Hoshino Gakki Manufacturing Co. Ltd. in Seto-City nahe Nagoya in Japan und im 2. Teil die Guangzhou Hoshino Manufacturing Ltd. in Guangzhou/China.

Tama Drums Herstellung

In Japan (1) fertigt Tama alle Drums der Starclassic Serien, Holzkessel-Snaredrums sowie die für den japanischen Markt bestimmten Rockstar, Rockstar Custom und Rockstar EFX Drums. Auch die aus der taiwanischen OEM-Fabrik im Rohzustand angelieferten Metallkessel-Snaredrums werden hier endgefertigt (verschweißt, Umbördelung der Kesselränder, Montage der Hardware). In der taiwanesischen Fabrik werden zurzeit sämtliche Tama Hardware-Produkte hergestellt sowie auch die für den internationalen Markt bestimmten Rockstar und Swingstar Drums. Zurzeit sind in Japan 75 Mitarbeiter beschäftigt (davon 38 in der Produktion und 37 in der Verwaltung). Bei voller Auslastung der Kapazitäten kann Hoshino Gakki Manufacturing Co. Ltd. Japan ca. 600 – 700 Drumsets pro Monat ohne Einschränkung der Qualität fertigen.

Tama-Werk in Japan

Die Produktion der Kessel von Tama Drums beginnt mit dem Selektieren der Holzlagen. Hier werden aus dem großen Holzlager (2) die abgelagerten Hölzer begutachtet und je nach Qualität der Oberfläche zur Verwendung für lackierte oder folierte Trommelkessel ausgesucht, dabei werden für die lackierten Oberflächen nur die Hölzer mit einer sehr guten Maserung verwendet.

Der nächste Schritt ist dann das Zuschneiden der einzelnen Holzlagen (3). Wichtig ist hierbei die absolut exakte Länge für die jeweilige Trommelgröße, so dass die Lagen an den Nahtstellen weder überlappen noch auseinander klaffen. Hier wird bei Tama mit der Toleranz eines 1/10-Millimeters gearbeitet. Ebenso wichtig ist der exakte Zuschnitt in Form eines Parallelogramms, so dass sich sauber diagonal verlaufende Nahtstellen ergeben.

Die zugeschnittenen Holzlagen werden nun je nach zu fertigendem Kessel für Bassdrums, Toms oder Snaredrums zu zwei- oder dreilagigen Furnieren kreuzverleimt (4) und anschließend in eine Kesselform ineinander gelegt. Dabei werden die Nahtstellen der Furniere im Kesselrund um jeweils 120 Grad versetzt angeordnet, was zu einer größtmöglichen Kesselstabilität auch bei sehr dünnen Kesseln ergibt. Abschließend werden die Lagen insgesamt vorsichtig mittels Hammer und Holzklotz in die genaue Passform hinein gehämmert. Ein delikater Vorgang, der viel Erfahrung und handwerkliches Geschick erfordert.

Von innen wird nun mittels einer Spindel ein System von Backen auseinander und gegen die Holzlagen gedrückt (5). Nach einer exakt bestimmten Ruhezeit werden dann die fertig geleimten Kessel der Form entnommen und im nächsten Arbeitsvorgang auf die exakte Länge (bzw. Kesseltiefe) zurecht geschnitten. Anschließend werden zunächst alle Kessel innen geschliffen (6) und anschließend kommen die Kessel, die mit „Sound Focus Rings“ versehen werden sollen, zu diesem Arbeitsplatz (8). Auch die „Sound Focus Rings“ müssen bei Tama haargenau eingepasst und verleimt werden – hier ist großes handwerkliches Geschick gefragt und keine Maschinerie!

Tama Drums Besuch

Nach diesem Arbeitsvorgang finden wir alle Tama-Kessel wieder an der Station, an der die Kesseloberflächen geschliffen werden (7). Nach diesem Vorgang werden die Kessel wieder geteilt in diejenigen, die für das Folieren bestimmt sind und diejenigen für den Lackier-Prozess (9). Dieser nimmt je nach Art der Lackierung insgesamt bis zu mehr als 20 Arbeitsschritte in Anspruch! Hier wird zwischen Beiz- und Grundier-Vorgängen mehrfach fein und zwischengeschliffen, dann in mehreren Stufen lackiert und/oder der Grundlack mit Effekt-Partikeln versehen – eine äußerst aufwändige Angelegenheit. Auch wird hier für die Starclassic Maple Drums das Logo eingelegt, bevor der letzte Klarlackauftrag gemacht wird. Nach dem jeweils abschließenden Lackiervorgang kommen dann die Kessel zum Trocknen und Aushärten des Lacks in einen Trockenraum mit exakt kontrollierter Temperatur (10).

Angestellte von Tama

Nach dem Trocknen bekommen die Kessel dann eine abschließende Hochglanz-Politur (11), bevor sie dann zur Arbeitsstation Kesselgratung kommen. Die Kessel-Folien werden ebenso exakt zugeschnitten wie die einzelnen Holzlagen und zudem im Bereich des Überlappens noch ausgedünnt, so dass sich möglichst keine Verdickung an dieser Stelle ergibt (12). Alle Folien werden vollflächig verleimt auf die Kessel aufgebracht und lassen die Kesselränder um einige Millimeter frei, so dass alle Felle grundsätzlich freischwingend aufliegen können und ihre Trägerreifen die Folie nicht berühren können. Nach dem Aushärten/Trocknen des Klebers gelangen auch die folierten Kessel zur Station Kesselgratung (13).

Hier kommt eine ganz besondere, computergestützte Fräse zum Einsatz. Je nach Kesseldimension wird ein Programm eingegeben, und zunächst wird die jeweilige Trommel in einem Arbeitsvorgang noch einmal exakt mittels Laser vermessen, diese Daten werden gespeichert und erst dann beginnt die Fräse ihre eigentliche Aufgabe der Kesselgratung (sowie natürlich des Einarbeiten der Snarebeds bei Snaredrums). Somit wird hier ein Höchstmaß an Präzision geboten.

Tama Drums in Japan

Anschließend werden die notwendigen Kesselbohrungen vorgenommen (14); hier kommen mehrere Maschinen mit exakt laufenden Bohr-Programmen zum Einsatz, also (ausnahmsweise) keine Handarbeit. Die Maschinen sind sogar jeweils mit ihrem eigenen „Staubsauger“ ausgestattet, der Späne sofort nach dem Bohrvorgang wegsaugt. Vor der Hardware-Montage wird jeder Kessel eingehend bezüglich Holzbearbeitung und Lackierung/Folierung detailliert geprüft, erst dann gibt es das Okay zur Hardware-Montage (15). Vor dem Verpacken gibt es natürlich noch eine weitere Inspektion aller Instrumente mit montierter Hardware, bevor die Tama Drums dann in alle Länder der Welt versandt werden.

Hier geht es zur Tama-Fertigungsbesichtigung in China!

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