Armin Rühl

Gear, Live-Gigs, Studio: Erfahre alles über Armin Rühl, den eindrucksvollen Drummer der Herbert Grönemeyer Band!

Armin Rühl
Armin Rühl hat auch schon für Edo Zanki, Eric Burdon und Herwig Mitteregger getrommelt.

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Armin Rühl über …

… seine Rolle in der Herbert Grönemeyer Band

… die Stimmung vor einem Gig

… das Gefühl, vor 55.000 Leuten auf der Bühne zu spielen

… Songs wie „Männer“ zum 100.000 Mal zu spielen

Das Equipment von Armin Rühl

Armin Rühl Diskografie

Armin Rühl über …

… seine Rolle in der Herbert Grönemeyer Band

Wir sind da eigentlich wie ‘ne normale Band im Proberaum. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass beispielsweise ein Bassist sehr wohl Aussagen machen kann über mein Schlagzeugspiel, weil er ja direkt daneben steht und sich das anhört, was ich tue. Ich habe diesen Abstand ja nicht, weil ich ja förmlich in den Trommeln drinsitze. Wenn der Basser mir also sagt, ich solle an dieser oder jener Stelle mal so oder anders spielen, dann wäre ich doch doof, wenn ich ihn nicht ernst nehme und denke, das geht den doch wohl nix an, wie ich hier spiele.

Ich probiere solche Vorschläge dann natürlich aus, und genauso kann ich umgekehrt zum Gitarrist sagen, dass er an dieser oder jener Stelle mal anders spielen soll, weil es sich dann mit Schlagzeug und Bass besser ergänzt. Das ist einfach das Geile an einer richtigen Band, an Freunden, die sich schon über fünfzehn Jahre lang kennen und sich gegenseitig respektieren.

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… die Stimmung vor einem Gig

Am Tag eines Konzerts bin ich eigentlich immer total ruhig. Erst kurz vor dem Gig mache ich mich ein bisschen heiß, denn ich finde es gut, wenn der Adrenalinspiegel schon vor dem Gig eine gewisse Höhe erreicht. Ich mag es überhaupt nicht, wenn man erst während des Spielens bei den ersten Stücken einer Show „draufkommt“.

Das Publikum soll immer das Optimale geboten kriegen, das ist mein Grundsatz. Ob das nun 50.000 Leute in einem Stadion sind oder nur 50 Leute in einem Club: Wer Eintritt dafür bezahlt, um mich zu sehen, der kriegt von der ersten Sekunde an auch volle Präsenz. Bei jedem Gig. Immer.

Ich kenne gar keine schlechten Gigs oder solche Diskussionen nach dem Auftritt, was man hätte besser machen können und so weiter. Bei uns wird gefeiert nach dem Gig, wir hadern da nie rum und diskutieren uns in Grund und Boden, so wie das ja bei vielen Bands üblich ist.

Selbst dann, wenn die Leute mal nicht so zufrieden sind bei einer Show, kann uns das egal sein, denn wir wissen ja, dass wir 100% gegeben haben. Beim Herbert kann es passieren, dass wir alle das Gefühl haben, schon zu 100% Gas zu geben, und dann dreht sich der Meister irgendwann zu uns um und gibt uns ein Zeichen und schreit: „Los Jungs, jetzt aber!“.

Er hat es einfach drauf, zusätzlich zu unserer Höchstleistung noch eine Reserve von fünf oder zehn Prozent aus uns herauszuholen. Das ist dann so klasse, wenn man einen Bandleader hat, der einen auf diese Weise fordert, indem er dir zu verstehen gibt: „Hey, ich kann noch einen Gang höherschalten, zieht ihr mit?“

Private Einblicke gibt’s in nachfolgendem Video der Landesschau Baden-Wütrtemberg – hier zeigt Armin u.a. den Laden seiner Ehefrau: 

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… das Gefühl, vor 55.000 Leuten auf der Bühne zu stehen

Ich bin im Alter sehr viel entspannter geworden. Früher hatte ich immer gedacht, so mit 30 Jahren müsste ich mir einen anderen Beruf suchen, weil niemand mehr einen Schlagzeuger sehen will, der so alt ist. Ich wusste damals nicht, dass es erst mit 40 so richtig losgehen sollte.

Mit 40 hab ich zum ersten Mal richtig gegrinst beim Schlagzeugspielen! Wenn man die jugendliche Leichtsinnigkeit behält und das mit der Lebenserfahrung kombiniert, dann fängt es erst an zu grooven.

Timing – als ich jung war hab ich mir oft Gedanken über Timing gemacht. Seit ich 40 bin, hab ich nie mehr darüber nachgedacht! Da war klar, ich hab das Timing – ich bin das Timing. Und dann fängt’s an zu grooven. Seitdem mach ich keine Felle mehr kaputt, und ich hab einen viel fetteren Drum-Sound. Mein Ding war es immer, so zu spielen, dass es zur Musik passt.

Okay, ich bin schon ein Angeber, aber mehr so in Richtung Stöckchendrehen. Aber ich wollte nie am Schlagzeug ein Angeber sein, sondern immer hinter der Musik bleiben, immer so spielen, dass die anderen gut aussehen und dass die Band gut klingt.

Und dazu brauch ich gar nicht großartig üben. Eigentlich hab ich nie geübt. Ich hab immer in Bands gespielt. Meine Kunst war immer das Weglassen und nur das zu spielen, was der Song braucht. Jetzt bin ich auch zu alt um zu üben. Und ich bin nicht nervös, wenn ich heute Abend auf die Bühne gehe. Ich bin die Ruhe selbst. Die Band ist gut vorbereitet, wir haben geprobt, ich weiß, was zu tun ist. Um alles außen drum herum wird sich gekümmert. Ich muss nur Schlagzeugspielen zwischen 20 und 23 Uhr.

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… Songs wie „Männer“ zum 100.000 Mal zu spielen

Da hat mancher Song schon diverse Stadien durchlaufen. In den 90er-Jahren haben wir „Männer“ in einer Grunge-Version gespielt, bei der selbst die härtesten Grönemeyer-Fans erst im Refrain erkannten, was für ein Song das ist! (lacht)

Oft gab’s Diskussionen in der Band, ob „Männer“ vielleicht zu schnell wäre. Aber Herbert und mir kann’s nicht schnell genug sein – wir beide sind Widder. Nur unser Bassist Norbert Hamm rief immer: „cool, cool!“ Aber es hat mich total zerrissen, wenn der Sänger vorne abgeht und der Bassist sich zurücklehnt – und ich mittendrin.

Inzwischen hat sich das durch die InEar-Technik egalisiert. Man ist nicht mehr in diesem Lautstärkerausch. Dennoch, auf der Bühne hast du ein anders Tempogefühl als im Studio – mehr Adrenalin. Das ist Realität, sonst wär’s kein Rock’n’Roll.

Viele alte Songs muss man einfach original spielen. „Smoke On The Water“ will ja auch keiner als Rumba hören. Im Fall von „Männer“ haben wir jetzt eine gescheite Rock’n’Roll-Fassung entworfen, mit voller Energie, lauten Gitarren und Punk-Schlagzeug.

Mit Zildjian sprach Armin ebenfalls über sein Leben als Profi-Drummer: 

Die Zitate stammen aus Interviews, die Tom Schäfer in der Vergangenheit mit Armin Rühl geführt hat.

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Das Equipment von Armin Rühl

 schlagzeug von Armin Rühl

Drums: Wahan Supreme Classic Beech

  • Black Sea Glass Finish
  • 22″ × 18″ Bassdrum
  • 10″ × 7,5″ Rack Tom
  • 12″ × 8″ Rack Tom
  • 14″ × 14″ Floor Tom
  • 16″ × 15″ Floor Tom
  • 6″ × 10″ Acryl Rocket Tom
  • 6″ × 12″ Acryl Rocket Tom

 

Snaredrums: Wahan

  • 14″ × 7″ Acryl Snare
  • 14″ × 7″ Copper Snare
  • Cymbals: Zildjian
  • 22″ A Custom Rezo Ride
  • 14″ Hi-Hat
  • Top: Z Custom
  • Bottom: Dyno Beat (von 1986)
  • 16″ K EFX
  • 18″ A Custom EFX
  • 18″ Z Custom China
  • 18″ A Custom Fast Crash
  • 18″ A Custom Rezo Crash
  • 22″ A Custom Rezo Ride

Felle: Remo

  • Snaredrums: Powerstroke 3 coated mit Dot/Ambassador Snare
  • Toms: Emperor Smooth White/Ambassador Smooth White
  • Rocket Toms: CS Clear mit Black Dot
  • Bassdrum Batter: Powerstroke 4 Smooth White mit Patch
  • Bassdrum Front: Powerstroke 3 Smooth White mit 6″ Cutout

 Drumset von Armin Rühl

Hardware

  • Gibraltar Rack mit diversen Curved Pipes aus der „Road Series“ zusammengebaut mit Tom Mount SC LGUA und Extension Cymbal Arms sowie Cymbal Arms aus der 6700-Serie.
  • Gibraltar Intruder 9607 ML LD Hi-Hat („Kupplung“)
  • Gibraltar Intruder 9611DC Bassdrum-Pedal mit Wahan Trizone Beater („Gas“)
  • Gibraltar Snarestand GI-9606
  • Tama First Chair 4 Leg mit Buttkicker LFE (mit Platte verschraubt)

Sticks: Ice Stix

  • Crusher „Armin Rühl“ Rock Point
  • Crusher „Armin Rühl“ Rock Point Light, weiß lackiert

Electronics

  • Roland TD-20 mit Roland Kick Trigger RT-10K und Snare Trigger RT-10S
  • Tama Rhythm Watch RW200
  • Headphone Mixer OZ Audio Q-MIX HM6
  • Buttkicker BKA1000-4A-Endstufe
  • Buttkicker LFE

Specials

  • 8″ Schiffsglocke mit Schwengel
  • 4″ „Schiffsverkehr“-Aschenbecher, Modell „Hohe Düne“
  • Protex PDE 1 GA Feuerlöscher („Da musste noch was Rotes ans Set!“)

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Armin Rühl Diskografie

  • Sprünge (1986)
  • Ö (1988)
  • Luxus (1990)
  • So gut (1992)
  • Chaos (1993)
  • Unplugged Herbert (1995)
  • Grönemeyer Live (1995)
  • Bleibt alles anders (1998)
  • Mensch (2002)
  • 12 (2007)
  • Hausmarke. First Take, no Click (2007)

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