Carmine Appice

Drummer Carmine Appice hat bereits in den späten 60er-Jahren mit seiner Band Vanilla Fudge Rock-Geschichte geschrieben. Heute zählen die Alben der Band zu den absoluten Klassikern, die über Jahrzehnte hinweg immer wieder Rock-Schlagzeuger in aller Welt beeinflusst haben – u. a. niemand Geringeren als Led Zeppelin-Schlagzeuger John Bonham!

Carmine Appice mit erhobenen Händen an seinem Schlagzeug
Showman und Schlagzeuger Carmine Appice

>>> Inhaltsverzeichnis <<<

Carmine Appices musikalische Karriere

Carmine Appice als Influencer und Lehrer

Interview mit Carmine Appice: Zu Gast bei einer Rockdrummer-Ikone

Vic Firth Carmine Appice Signature Sticks

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Carmine Appices musikalische Karriere

Mit Fug und Recht kann man behaupten, dass Carmine Appice das Rock Drumming definiert hat. Beweis: die Vanilla-Fudge Alben „Vanilla Fudge“, „Near The Beginning“, „Renaissance“, „The Beat Goes On“ und „Rock’n’Roll“ – allesamt wahre Klassiker der Rockmusik.

Auch in seiner jahrzehntelangen Karriere nach Vanilla Fudge finden sich echte Highlights, u. a. das Debüt-Album der Band Cactus, die Carmine und der Bassist Tom Bogert formierten. Beide taten sich später mit der Gitarrenlegende Jeff Beck zusammen, um BBA (Beck, Bogert & Appice) zu gründen, eine der ersten Supergroups der Rock-Geschichte, deren Studio- und das Live-Album zu den musikalischen Highlights zählen.

Nicht zu vergessen Carmines „Guitar Zeus“-Projekt sowie seine Solo-Alben „Carmine Appice“ und „V8“. Erwähnenswert ist auch seine Beteiligung an Alben von Tommy Bolin („Private Eyes“) – und natürlich sein Ausflug in Pop/Rock-Gefilde mit Rod Stewart, dessen Band er sich 1976 anschloss.

Erwähnens- und empfehlenswert ist hier allerdings nicht unbedingt das Album „Blondes Have More Fun“ mit der von Carmine geschriebenen Hit-Single „Do Ya Think I’m Sexy“. Bemerkenswert ist vielmehr das Album „Foot Loose And Fancy Free“, mit seinen elegant krachenden Rock-Tracks, sensibel interpretierten Balladen und vor allem wegen „Young Turks“, einem Song, bei dem Carmine sich zum geschmackvollen Groove-Jogging auf Wolke Sieben aufmacht – schlicht einer der besten Pop/Rock-Grooves aller Zeiten.

Aufgrund dieser zwei erfolgreichen Rod Stewart-Hits („Do Ya Think I’m Sexy“ und „Young Turks“) kann sich Co-Autor Carmine Appice auch heute noch auf diverse Schecks freuen.

In den 80ern spielte Carmine mit King Kobra, Blue Murder, der Edgar Winter Group, trommelte beim gerade wiederauferstandenen Ozzy Osborne und sogar einige Tracks für Pink Floyd auf deren Album „A Momentary Lapse Of Reason“. Lustig auch das Projekt „First Of The Big Bands“, ein „All Star“-Line-up mit Jon Lord und Ian Paice von Deep Purple.

Die Liste der Künstler, für die Carmine Appice Drums spielte, ist schier unendlich: u. a. Ted Nugent, Rick Derringer, T.M. Stevens, Pat Travers, Roger Daltrey, Slash, Jennifer Batten, Brian May bedienten sich seiner schlagzeugerischen Fähigkeiten, und es gab sogar eine Folge der „Muppets Show“, in der er sich eine Drum Battle mit „Animal“ lieferte. 2005 reformierten sich Vanilla Fudge, und auch mit Cactus war Carmine wieder weltweit – Ende September/Anfang Oktober 2007 auch in Deutschland – unterwegs.

Carmine und Vinny Appice machen Armdrücken auf einer Bass Drum
Die Drummer-Brüder Carmine und Vinny Appice (© ddrum)

Unter dem ein wenig zu lang geratenen Titel „Drum Wars – The Music of Carmine & Vinny Appice playing Songs of Dio, Black Sabbath, Ozzy Osbourne, Cactus, Vanilla Fudge“ kam Carmine zusammen mit seinem Bruder Vinny als das wohl berühmteste Schlagzeug-Brüderpaar der Welt im Oktober 2012 für einige Shows nach Europa.

Ein Interview mit den Brüdern Carmine und Vinny Appice über ihr Projekt Drum Wars und wer von ihnen der bessere Schlagzeuger ist, findet ihr in der Sticks-Ausgabe 09/2012 zum Download! 

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Carmine Appice als Influencer und Lehrer

Der berühmteste Drummer, der von Carmine Appice beeinflusst wurde, war wohl John Henry Bonham von Led Zeppelin. Bei deren erster USA Tournee spielten sie im Vorprogramm von Vanilla Fudge – und John Bonham war sowohl von Carmines Ludwig Doppel-Bassdrum-Kit in Übergröße beeindruckt als auch von seiner flamboyanten und technisch exzellenten Spielweise.

Die Frage eines blutigen Anfängers wird von Appice genauso sorgfältig beantwortet wie die eines Profis, und professionelle Drummer gibt es viele, die Carmine den Einstieg in eine Rock’n’Roll-Karriere zu verdanken haben. So gingen Bobby Rondinelli (Rainbow, Black Sabbath, Blue Oyster Cult u.v.m.) und auch Carmines kleiner Bruder Vinny, der damals auf dem Album „Holy Diver“ von DIO bahnbrechend neue Heavy Fill-ins spielte, durch die harte Appice-Schule in New York.

Carmine Appice ist auch der Verfasser der „Realistic Rock Drum Method“, eines Schulwerkes, das als eine der ersten Schulen überhaupt in kompetenter Weise auf Rock-Drumming einging. Dieses Buch, das ständig erweitert und upgedatet wird, nähert sich langsam der unglaublichen Verkaufszahl von 500.000 Exemplaren!

Anfang des Jahres 2007 gab es zum 35-jährigen Jubiläum und Veröffentlichung der „35th Anniversary Special Edition“ der „Realistic Rock“-Schule eine Show, bei der sich u. a. auch die Drummer Kenny Aronoff, Rick Gratton und John Tempesta die Ehre gaben.

Auf Carmines Website www.carmineappice.net steht zu lesen: „Carmine Appice set the foundation for heavy drumming … before Bonham, before Ian Paice, before anyone else!“ Das hört sich recht angeberisch an, es ist aber mehr als nur ein Körnchen Wahrheit dran.

1967 trat Carmine mit seiner Band Vanilla Fudge im US-Fernsehen in der angesagten „Ed Sullivan Show“ auf. Sie spielten live ihren Hit „You Keep Me Hangin’ On“ – und da war er, der Prototyp eines jeden Heavy Drummers, wild dreinblickend, weit ausholend, bei jedem zweiten Beat ein Stockdreher, auf ein überdimensionales „Leedy & Ludwig“-Kit in „Red Sparkle“ eindreschend. Vanilla Fudge waren damals ein absoluter Top Act in den Vereinigten Staaten, spielten mit Cream, mit Jimi Hendrix und hatten sogar Led Zeppelin als Vorgruppe.

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Interview mit Carmine Appice: Zu Gast bei einer Rockdrummer-Ikone

Als ich das erste Mal mit Carmine telefonierte, um ihn zu einem Besuch auf den „Ludwigsburger Trommeltagen“ im Dezember zu überreden, unterhielten wir uns auch lange und ausgiebig über Equipment. Ich erzählte ihm, dass ich zurzeit am liebsten auf meinem 70er-Jahre Ludwig „Stainless Steel“-Set spiele, und da fing der gute Herr Appice doch gleich an, mir einen Vortrag zu halten: … die Edelstahldrums klingen zwar hammermäßig, lassen sich aber in Stadien oder großen Arenen schlecht mit Mikrofonen abnehmen!

Es bedurfte vieler Telefonminuten, ihm zu erklären, dass ich mit meiner lumpigen Led Zeppelin Cover-Band leider niemals in irgendwelchen Stadien, sondern eher in Hallen mit ca. 500 Besuchern auftreten würde, aber Carmine ließ es sich nicht nehmen, mir die Vorzüge verschiedener Kesselmaterialien und Mikropositionierungen aus seiner Erfahrung heraus detailliert zu erläutern.

Viele Kollegen in Deutschland hatten mich vor ihm gewarnt, er sei eine „Diva“ und äußerst schwierig „zu händeln“, aber dieses Vorurteil verschwand schon nach wenigen Minuten. Carmine Appice, der auf eine über 40-jährige Karriere als Top-Drummer zurückblickt, behandelte mich und sprach mit mir wie mit Seinesgleichen, und so hält er es auch auf seinen Clinics und Workshops.

Carmine, in der Ausgabe von „Realistic Rock“, die bei uns hier im Laden steht, bist du mit Drums der verschiedensten Hersteller abgebildet. Aktuell spielst du Slingerland?

Klar, es sind die besten Drums der Welt! Ich war ja ewig bei Ludwig, meinem ersten Endorsement, und ich habe John Bonham zu Ludwig gebracht. 1983 ging ich zu Slingerland, aber da war es nicht mehr so gut um die Firma bestellt.

(Es gab damals ein Riesentheater, als im „Circus“-Magazin ein Foto von Carmine auftauchte, auf dem er offensichtlich einfach zwei „Slingerland“-Schriftzüge auf die Bassdrums seines alten Natural Maple Ludwig-Sets geklebt hatte; Anm. des Autoren)

Als nächstes kam Pearl, da mochte ich die Hardware sehr, und anschließend hatte ich einen Vertrag mit der englischen Firma Premier. Mapex machte mir dann ein sehr schönes Angebot, und ich spielte 12 Jahre lang ihre Produkte, aber ich wollte eigentlich immer gerne zu einer „American Brand“ zurück. Slingerland bedeutet sehr viel für mich. Meine Idole, Buddy Rich und Gene Krupa spielten Slingerland, und es ist wirklich Klassequalität, was die Jungs von Slingerland heutzutage herstellen.

Auf einer Party in New York traf ich einen der „Gibson“-Manager, zu deren Firmengruppe Slingerland zurzeit gehört, und ich unterhielt mich lange mit ihm. Ich hatte auf einer Drum Clinic auf einem neuen Slingerland-Kit gespielt und war total begeistert. Mein Enthusiasmus scheint ansteckend gewesen zu sein, ich war bald an Bord, als „Consultant and Endorser“. Ich glaube, es muss viel getan werden für diese gute alte Marke, besonders bei euch drüben in Europa, denn viele Drummer wissen wahrscheinlich gar nicht, dass es die Firma noch gibt.

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Da magst du recht haben. Du bist auch als kreativer Kopf, nicht nur beim Trommeln, sondern auch in der Entwicklung von Drums, Cymbals und Hardware-Teilen bekannt. Werden eigentlich die berühmt-berüchtigten Carmine Appice „Shade Cymbals“ noch produziert?

Das fing schon in den 60ern an. Damals gaben die Ludwig-Jungs mir und Bonzo immer neue Hardware-Prototypen, und wir sollten austesten, was die neuen Teile aushielten. Nach den Gigs war oftmals alles krumm und kaputt! Die verlängerten Bassdrums, Ende der 70er damals 16 Zoll lang, waren ursprünglich auch meine Idee.

Bassdrums als „Gong Toms“ hatte ich auch ziemlich früh ins Setup integriert, Syndrums und all der Elektro-Kram waren auch dabei. Man wollte halt dem Publikum immer was Neues bieten, damals. Heute ist mein Kit wieder eher traditionell: 2 Kicks, 2 Toms, 2 Floor-Toms – old school! Die Leute bei Sabian hatten schon immer ein offenes Ohr für meine Vorschläge.

Es gibt ja schon seit geraumer Zeit ein Signature Ride-Cymbal von mir und meine Signature Chinas. Letztes Jahr brachte ich einige meiner Lieblings-Cymbals, die sich in den Jahrzehnten bei mir angesammelt hatten, in die Entwicklungsabteilung von Sabian. Kunterbunt gemischt, es waren alte Paiste Formula 602, Paiste Giant Beat, darunter auch einige alte Cymbals von John Bonham, sogar ein chinesisches „Wuhan“ China, das mir sehr gut gefällt, halt die ganze Palette von 1968 an.

Wir wollen eine neue Rock-Serie kreieren. Zur Summer NAMM-Show dieses Jahr wird es ein 22er „Carmine Ride“, limitiert auf 200 Stück, aus der „Vault“-Serie geben. Es sind noch einige andere Prototypen fertig, vielleicht bringe ich welche zu den Workshops in Deutschland mit.

Das würde uns natürlich freuen! Und deine „Shade Cymbals“, diese „Lampenschirm-Becken“, werden die jetzt auch von Sabian hergestellt?

Ja, sie haben etwa 100 Stück produziert, aber wir wissen noch nicht, ob sie ins reguläre Programm aufgenommen werden. Es gibt sie in 10, 12 und 15 Zoll, es sind reine Effekt-Cymbals, und man kann wirklich abgefahrene Sachen damit spielen. Die Idee kam einem befreundeten Drummer, Jack Malone, nachdem sein Gitarrist immer mit dem Gitarrenhals auf die Glocke seines Ride-Cymbals schlug. Wir ließen die Dinger übrigens wirklich in einer Fabrik anfertigen, die Lampenschirme für Nachttischlampen herstellte! Die Firma ist leider pleite. Mal sehen, was Sabian macht.

Was war das denn eigentlich für ein geiles Schlagzeug, das du in der Ed Sullivan Show gespielt hast? Das war wirklich ein großartiges Set. Besitzt du es noch?

Stimmt, es war wirklich schön, es war ein altes „Leedy & Ludwig“, mit 26er Bassdrum, und 15er und 18er Toms. Ich habe es für 5 Dollar in einem Pawn Shop gekauft und selber mit „Red Sparkle“-Folie recovert. Leider habe ich es später meinem Bruder Vinnie geschenkt, und der kleine Verbrecher hat es dann gegen ein 10-Gang-Rennrad eingetauscht! Ich hätte es gerne mal wieder gespielt, es hatte wirklich was Besonderes.

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Ihr habt mit Vanilla Fudge ein neues Album aufgenommen, auf dem ihr ausschließlich Zeppelin-Songs covert. Ihr seid doch selbst eine Rock-Legende, warum habt ihr das gemacht?

Es war eine Idee unseres Managers und ich finde, es war eine gute Idee. Unsere ganzen Hits in den Sechzigern waren ja auch schon Cover-Versionen: „You Keep Me Hanging On“ von den „Supremes“, „Eleanor Rigby“ und „Ticket To Ride“ von den Beatles, Curtis Mayfields „People Get Ready“. Wir dachten also, warum nicht mal einen ganzen Longplayer von nur einem Künstler bzw. von nur einer Band zu covern, und da kamen wir auf Led Zeppelin.

Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, es ist ein großer, analoger Drumsound, wir spielten wie früher, direkt aufs Band, ohne ProTools und ähnlichem neumodischem Zeug. Wir sind jetzt ja alle um die 60 Jahre alt, wir können uns den Spaß erlauben! Wir haben sogar einige Kopien an Robert Plant, John Paul Jones und Jimmy Page geschickt. Mal sehen, wie ihnen unsere Versionen denn so gefallen.

Stinkt es dir eigentlich manchmal, dass du, besonders in Europa, als Drummer nicht so populär wie John Bonham geworden bist und alle schreien: „Bonzo hat’s erfunden“?

Nein, wirklich nicht, denn wir waren dicke Kumpels, echte Freunde. Er hat sich auf unserer ersten gemeinsamen Tour so einige Dinge von mir erklären lassen und sie mir dann stolz abends, während des nächsten Gigs, präsentiert. Er baute meine Licks in die Zep-Songs ein und sah immer zu mir am Bühnenrand herüber, und ich zeigte ihm „thumbs up“, wenn er es richtig gespielt hatte.

Ein Kandidat, der immer schrie, Bonham habe alles erfunden, war Tommy Lee. Er spielte damals als Opener für Ozzy, und als wir mit der Tour in L.A. landeten, nahm ich ihn mit zu mir nach Hause und zeigte ihm alte Super-8-Streifen und Videos aus den Sechzigern, dann wurde er ziemlich kleinlaut und musste zugeben, dass doch nicht alles Rock-Getrommel nur von Bonzo kam.

Carmine, wie oft wurdest du eigentlich schon in Interviews nach der berühmt-berüchtigten „Hai-Episode“gefragt?

(Die Shark- oder Hai-Episode ist ein wüstes Stück Rock’n’Roll-Geschichte, verweigt unter anderem im Song „The Mud Shark“ auf dem Album „Live At The Fillmore 1971“ von Frank Zappa & The Mothers Of Invention; Anm. des Autoren)

Well, da wurde schon so viel geschrieben – und dazugedichtet! Das war übrigens mein Groupie damals … ach, frag’ doch Robert Plant … es war sowieso im Zimmer von John Paul Jones … lass’ uns doch lieber einfach bei dir in Deutschland mal drüber reden.

Text: Herr Vogelmann (aus Sticks 07/2007)

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Vic Firth Carmine Appice Signature Sticks

Vic Firth ehrt mit einer neuen Auflage eines Signature Sticks Carmine Appice. Mit seinem extrovertierten Erscheinungsbild, seiner ausgefeilten heavy Spielweise, seinem ausgeprägten Showmanship mit allerlei großzügig eingesetzten Stick-Tricks und mit seinen groß dimensionierten Drums, lange schon vor Bonham, Paice und Co., schuf er den Typus des Heavy-Rock-Drummers.

Mit seinen Bands Vanilla Fudge, Cactus und Beck, Bogart & Appice war er erfolgreich und inspirierend zugleich. Mit Rod Stewart machte er ebenso eine gute Figur – auch als Komponist -, und heutige Youngsters sind gut beraten, den heute über 70-jährigen Drummer nicht mit einem “alten Sack” zu verwechseln:

Er legt auch heute noch ein echtes Rock-Brett hin, zeitweise auch gern mal im Duo mit seinem ebenfalls erfolgreichen Bruder und Rock-Drummer Vinny. Auch ein Blick in Carmine Appice überaus erfolgreiches Buch “Realistic Rock Drum Method” kann durchaus inspirierend sein. Dass dieser Mann auch einen interessant konzipierten Signature Drumstick vorweisen kann, verwundert daher wohl nicht weiter.

Technisches & Praktisches

Der von Vic Firth in den USA aus Hickory gefertigte Stick ist so schwarz lackiert wie die Farbe der Locken des Protagonisten. Besonders auffällig ist das Stockende, das hier wie eine überdimensionale Stickspitze gestaltet ist und als solche auch durchaus eingesetzt werden kann und soll – “Big Beat” ist hier also wörtlich zu nehmen.

Überraschend ist dann die recht kleine nicht lackierte Spitze nebst kurzem und schmalem Schaft. Das zeigt natürlich auch, dass Mr. Appice durchaus mit guter Technik zu Werke geht und bei aller Power kein Stumpfhammer ist. Vorn ist sein Signature Stick also quasi ein 5A-Modell, das nach dem Schaftverlauf in ein 5-B-Modell mit größerem Durchmesser mündet, das dann extra Power durch das als fette “Stockspitze” geformte Ende bietet.

Limitierte Auflage der Appice Signature Sticks mit Gold-Lackierung
Vic Firth Carmine Appice Signature Sticks (© Dieter Stork)

Gut gematched sind die beiden Sticks unseres Test-Paares, was Gewicht und Tonhöhe angeht – und natürlich erstklassig verarbeitet. Goldene Logos, Carmines Signatur und stilisiertes Konterfei sowie der Spruch “50 Years in the Recording Industry” machen dieses “Limited Edition”-Modell natürlich zu einem Sammlerstück. Nichtsdestotrotz kann man diese Sticks natürlich auch spielen, und wer den fetten Heavy-Beat mit Viertelnoten-Ride-Pattern mal so richtig anschieben will, dreht die Sticks auf das Turbo-Ende als alternative Stockspitze mal eben um.

Eine bemerkenswerte Erkenntnis in Sachen Sound trifft einen dabei sofort: Es braucht halt auch große Trommeln und Cymbals, und dann kann man wirklich ein ordentliches Gewitter entfesseln und dabei die Sticks die Arbeit machen lassen.

Fazit zur Ltd. Edition des speziellen Sticks von Carmine Appice

Der Vic Firth Carmine Appice Signature Stick ist ein spezielles, sehr ausgechecktes Stockmodell, bzw. eigentlich gleich derer zwei in einem vereint. An einem Stockende finden wir eine Spitze und einen Schaftverlauf ähnlich einem 5A, der sich dann auf einen 5B verbreitert, an dessen Ende wiederum sich eine speziell geformte “Spitze” in Fassform befindet, mit der die gewisse Portion Extrapower erzielt werden kann.

Wer Rock’n’Roll-Finesse mit extremer Power in einem Stick finden will, der ist gut beraten, diesen speziellen Stick einmal auszuprobieren.

Text: Ralf Mikolajczak (aus Sticks 12/2017)

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