Cymbals

Um den Einstieg in die Welt der Cymbals zu erleichtern, findest du zunächst eine kurzen Überblick über die verschiedenen Becken-Typen sowie ihre meist gebräuchlichen Formen und Größen. Zu einem Basis-Set sollten mindestens eine Hi-Hat, ein Crash- und ein Ride-Cymbal gehören.

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1. Hi-Hat

Hi-Hats bestehen aus einem Cymbal-Paar, wobei die Cymbals in fast allen Fällen gleichen Durchmesser haben. Hi-Hats gibt es in den Größen von 8“ bis 15“; die meist gebräuchlichen Größen sind 13“, 14“ und 15“.

Meinl Byzance Tradition-Hihat
Meinl-Byzance-Tradition-Hihat

Vor allem im Jazz, HipHop und Prog-Rock wird auch mit unterschiedlich großen, teils auch extremen Dimensionen an Hi-Hat-Cymbals experimentiert.

Wie bei allen Cymbal-Typen gibt es auch Hi-Hats in verschiedenen Stärken, von sehr leichten Light Hats bis hin zu ultraschweren Rock Hats sowie auch einige Sondermodelle mit z. B. flachen Top- oder Bottom-Cymbals ohne Kuppen. In den meisten Fällen handelt es sich um ein dünneres, leichteres Top-Cymbal sowie ein stärkeres, schwereres Bottom-Cymbal. Besonders bei den für sehr laute Musik (Metal, Hardrock) konzipierten „Rock“- oder „Power“-Hi-Hats finden sich allerdings auch Modelle mit gleich schweren Cymbals.

Auch wenn Top- und Bottom- Cymbal in der Regel von ähnlicher Bauart sind, gibt es doch konstruktionsbedingte Ausnahmen: So besitzen z. B. die Paiste Sound-Edge, die Zildjian Mastersound, Meinl Soundwave und Sabian X-Celerator Hi-Hats Bottom-Cymbals mit gewelltem Rand. Dieses spezielle Randprofil verleiht diesen Hi-Hats einen sehr definierten, relativ hohen „Chick“-Sound beim Pedalspiel. Die Zildjian Quick Beat Hi-Hat und die Sabian EQ Hats besitzen Löcher im Bottom-Cymbal, um so den möglichen Luftstau beim Schließen zu vermeiden.

2. Crash-Cymbals

Bezeichnungen wie Crash oder Ride waren bis Anfang der 1950er-Jahre kaum gebräuchlich. Allenfalls wurden mit Bezeichnungen wie z. B. Paper Thin, Thin und Medium, Medium Heavy und Heavy die Gewichtungen spezifiziert.

Erst die Anforderungen neuer Spielweisen in den neu aufkommenden musikalischen Styles führten zu einer Spezialisierung und Spezifizierung der Cymbals. Mit Crash-Cymbals wurden und werden wichtige musikalische Akzente gesetzt. Daher ist es auch sehr wichtig, diese Cymbal-Sounds passend auf den Musikstil abzustimmen. Für einen Pop-Drummer ist ein 20“ Power-Crash sicherlich ein absoluter Alptraum, wohingegen dieses mächtige und relativ lange ausklingende Cymbal so manche Heavy-Rock-Ballade zum Leben bringt.

Umgekehrt werden Metal-Drummer mit einem 16“ Extra Thin Crash wenig anfangen können, während man damit bei intimen musikalischen Styles den passenden Akzent zu setzen vermag.

Crash-Cymbals werden aktuell in Größen von 14“ bis zu 24“ Durchmesser hergestellt. Man unterscheidet heute bei den Typenbezeichnungen noch feiner. Auch wenn die Begriffe Paper Thin, Thin und Medium, Medium Heavy und Heavy immer noch ihre Gültigkeit für Gewichtung und Klangerwartungen haben, so finden sich auch Namen wie z. B. Extra Dry Thin Dark Crash. Oder um das andere Spektrum zu bemühen: Es werden ganze Serien klar benannt wie z. B. die Meinl Classics Custom Extreme Metal Cymbals.

Wichtig für die Bestimmung des Klangpotenzials ist gerade bei Crash-Cymbals neben der Größe vor allem das Gewicht bzw. die Matrialstärke. Für einen kurzen, schnell verklingenden Crash-Akzent sollte man dünnere Cymbals in den Stärken Thin oder Medium Thin verwenden. Heavy-Drummer, die ebenfalls kurze und prägnante Crash-Sounds ein-setzen wollen, können kleinere, aber stärkere Crash-Cymbals einsetzen (16“ Medium-, Heavy-, Power-, Rock- und Metal-Crash).

Wer als eher leise spielender Drummer ein längeres Sustain beim Crash erzielen will, als es von seinem ansonsten favorisierten 16“ Thin-Crash geboten wird, der muss nicht lauter spielen, sondern kann sich ein größeres Crash gleicher Stärke zulegen.

Mit Ride-Cymbals werden durchgehende Rhythmus-Patterns gespielt. Daher handelt es sich zumeist um Cymbals, die einen definierten Stockanschlag übertragen, der vom Grundklang (Rauschen, Obertöne) nicht extrem oder gar nicht überdeckt werden sollte.

Auch bei den Ride-Cymbals (in Größen zwischen 18“ und 26“) findet sich meist eine Kategorisierung nach der Cymbal-Stärke, vom Light Ride bis hin zum Extra Heavy oder Power Bell Metal Ride. Für den Anfang empfiehlt sich ein mittelschweres Cymbal mit gut definiertem Stockanschlagsklang. Achtet vor allem auch auf einen kontrollierten Grundton und einen klaren Kuppen-Sound.

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Dieter Stork
Meinl Byzance Jazz Nuance & Symmetry Ride Cymbals

Bevorzugte Ride-Cymbal-Größen liegen zwischen 18“ und 24“, meist gebräuchlich sind 20″- und 22″-Cymbals. Die Gewichtungen sind hier sehr stark für den Einsatzbereich bzw. für die Anschlagstechnik des Drummers entscheidend. Heavy-Drummer werden Heavy-Cymbals bevorzugen, wohingegen traditionelle Jazz-Drummer mit Medium-Cymbals bestens bedient sind. Medium-Heavy-Cymbals sind die besten Allround-Cymbals. Extreme Einsatzgebiete fordern natürlich auch extreme Cymbals.

Sondertypen sind z. B. die so genannten „Flat Ride“-Cymbals ohne Kuppe, die einen sehr konkreten Stockanschlag mit nur sehr wenig Grundrauschen, allerdings einen feinen, leisen „Sizzle“-Sound erzeugen. Ein ähnlich klingender „Sizzle“-Sound kann allerdings auch bei stärkeren Cymbal-Typen durch das Einsetzen von Nieten (engl.: Rivets) erzielt werden.

4. China-Cymbals

China-Cymbals gibt es in Größen von 10“ bis zu 24“ sowie auch als China-Splash-Cymbals von 8“ bis 12“. Sie ermöglichen sowohl das Spiel von Crash-ähnlichen Akzenten als auch das Spiel von
Ride- Patterns (eher bei größeren Modellen, etwa ab 20“).

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Typisches Merkmal aller China-Cymbals ist der „nach oben“ umgebogene Rand. China-Cymbals werden daher meist „verkehrt herum“ montiert und mit dem Stockschaft auf der Cymbal-Krempe (im Übergang vom Rand zum Profil) angespielt. Zu Recht kann man bei China-Cymbals von einer „exotischen“ Klangfarbe sprechen. Im Gegensatz zu den eher klar ausgeprägten Tonalitäten der Crash-Cymbals besitzen die China-Cymbals einen hauchenden Klangcharakter und einen sehr präsentes Frequenzgemisch. Besonders bei größeren China-Modellen lassen sich mit dem Filz-schlegel angespielt sogar Gong-ähnliche, rauschende Sounds erzeugen.

Wie auch bei den Crash- und Ride-Cymbals finden sich je nach Gewicht und Durchmesser sowohl sehr helle, kurze als auch sehr dunkle und etwas länger anhaltende Klangfarben

5. Splash-Cymbals

Splash-Cymbals sind im Prinzip kleine Crash-Cymbals, denn auch mit ihnen werden musikalisch Crashähnliche, wenn auch feinere Akzente gesetzt. Selbstverständlich sind auch Splash-Cymbals in unterschiedlichen Stärken erhältlich, wobei die meisten Modelle allerdings eher Thin- und Extra-Thin-Stärken aufweisen.

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Aufgrund der kleinen Größe und der meist nicht sehr hohen Materialstärke müssen sie stets kontrolliert angespielt werden, da sie sehr schnell übersteuert werden können.

Splash-Cymbals gibt es in den Größen von 6“ bis 12“, sogenannte Power- oder Rock-Splash-Cymbals auch bis zu 14“. Im Gegensatz zum Crash-Cymbal verfügen sie über eine tonal weniger ausgeprägte und noch kürzere Sustain-Phase. Auch der Attack-Sound ist tonal deutlich weniger ausgeprägt und erinnert eher an ein kurzes Zischen.

Eine besondere Form der Splash-Cymbals sind die so genannten „China Splash“-Cym-bals mit einem nach oben gebogenen Rand und zum Teil mit einer zusätzlich umgedrehten Kuppe. Diese verfügen über einen eher mittigen und scharfen Klangcharakter. Mit Einzug der elektronischen Musik in den 1990er-Jahren wurde auch der Ruf nach speziellen FX-Sounds laut, die zunächst durch Kombinieren von Splash, Bell China und auch Crash-Cymbals, teilweise auch mit defekten Cymbals aus diesen Kategorien, generiert wurden (siehe dazu auch: FX Sounds).

6. Bell-Cymbals

Bell-Cymbals erzeugen im Gegensatz zum kurzen Splash-Sound einen länger anhaltenden, glockigen Ton. Auch hier gibt es einige Spezialtypen wie z. B. Cup Chimes, Bell Discs, Flanger Bell. Bell-Cymbals gibt es in den Größen von 6″ bis 13“.

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Einige Hersteller bieten zudem Bell-Cymbals mit zusätzlichen Nieten an (z. B. Meinl Classics) oder große Effekt-Cymbals mit in Teilen unterschiedlich behandelten Oberflächen (z. B. Paiste 13“ Flanger Bell). Von UFIP gibt es z. B. die so genannten Ice-Bells, die über eine überdimensionierte Kuppe verfügen.

7. FX Sounds

Hierbei handelt es sich um eine fantasievolle Spielwiese effektvoller Sounds, die stets aktuell aus den unterschiedlichsten Musikbereichen angeregt wird. Natürlich sind da zunächst die Electro-Sounds aus Rap, Hip-Hop, House und Techno zu nennen, die in erster Linie durch Filter und Distortion aus den Drum-Machine-Sounds und Samples etwas Neues entwickelten, was später mit akustischen Drums umgesetzt wurde. Vor allem spezielle „Cymbal-Sounds“ fehlten hier als akustische Version. Also wurden zunächst verschiedene Cymbal-Typen gestackt (auf- bzw. übereinander montiert), kombiniert, mit Löchern, Tambourine Jingles oder Nieten versehen – oder es wurde auch mal auf den Deckel einer amerikanischen Metall-Mülltonne eingeschlagen.

Alles war erlaubt, und erst der Wunsch nach Reproduzierbarkeit und Verfügbarkeit dieser Sounds mittels akustischer Instrumente führte dann z. B zu den Meinl Generation X Cymbals, den „Mike Portnoy Max Stax“-Splash-Versionen von Sabian oder den vielen Trash Crashes, Trash Chinas und Splashes sowie Metal Crashern mit eingearbeiteten Löchern, die nun von fast allen Herstellern angeboten werden.