Danny Carey

Danny Carey, der Drummer der Band Tool, ist wie seine Band: unauffällig, introvertiert und geradezu erschreckend bodenständig. Trotz millionenschwerer Umsätze und riesiger Tourneen ist Tool-Drummer Danny Carey immer noch der nette Kerl von nebenan.

Auf dieser Seite erfahrt ihr alles über den vielbeschäftigten, arbeitswütigen fast 60-Jährigen, der jeden Stein im unübersichtlichen Musikmekka Los Angeles kennt, in mehreren Bands gleichzeitig agiert und technisch immer auf dem neuesten Stand ist.

Tool-Drummer Danny Carey an seinem Drumset 2001
Tool-Drummer Danny Carey an seinem Drumset 2001 (© Kathrin Kraft)

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Danny Carey und Tool

Interview: Danny Carey über seine Vorbilder, die LA-Szene, Jazz und Country-Bands

Danny Careys Equipment

Das Signature-Cymbal von Danny Carey

Diskografie mit Tool

Danny Carey und Tool

Ein schäbiger Hinterhof am östlichen Ende des Sunset Boulevard. Hier, wo sich Latinos, Musiker und Automobilwerkstätten zu einem feurigen Multikulti-Biotop vermischen, liegt der Proberaum einer der innovativsten und originellsten Rockbands, welche die Gegenwart zu bieten hat: Tool, ein Quartett aus der Stadt der Engel, das seit den späten 80ern zu den Speerspitzen des Alternative-Rock zählt, mit starken Progressive-Einflüssen liebäugelt und mit seinen bisherigen vier Alben einen Überraschungserfolg nach dem nächsten feiert: eben vorderste Charts-Platzierungen auf der ganzen Welt – und das ohne Marketing, ohne Promotion und ohne Airplay.

Tool sind ein echtes Phänomen. Eine Underground-Band mit Mainstream-Bilanzen, die nichts mehr hasst, als die Gesetze und Richtlinien der Industrie – und sie folglich manipuliert, wo sie nur kann. Warum auch nicht? Schließlich ist man mit dem Dickkopf Danny Carey weit gekommen. Und davon zeugt auch das hermetisch abgeschirmte Innere von Dannys Allerheiligstem. Ein riesiger alter Lagerraum voller Studio-Hightech, bandeigenen Erinnerungsstücken, jeder Menge gemütlicher Couchen und – nicht zu vergessen – seinem Wunderschlagzeug …

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Interview: Danny Carey über seine Vorbilder, die LA-Szene, Jazz und Country-Bands

Du warst immer sehr offen, wenn es darum ging, mit elektronischen Hilfsmittel zu arbeiten. Wie kommt’s?

Danny: Es ist nur ein Weg, um Zugang zu vielen anderen Strukturen und Ansätzen zu erhalten, die mit einem konventionellen Schlagzeug, einem Cymbal oder einem Stück Metall unmöglich wären. Es gibt dir die Chance, mit Tausenden von Samples zu arbeiten, statt gleich Tausende von Instrumenten zu erlernen. All das in Reichweite meiner Finger oder Füße zu haben ist großartig.

Vor allem jetzt, da das digitale Sampeln immer besser wird. Es ist eine weitverbreitete Sache. Wenn du deine Samples vernünftig anlegst, klingen sie in keinster Weise billig. Ich habe auch nie einen Grund gesehen, warum ich das nicht ausprobieren oder gar den großen Puristen spielen sollte. Es reicht mir eben nicht, einfach nur Schlagzeug zu spielen. Ich möchte jedes verfügbare Hilfsmittel benutzen – und es auch vollends ausschöpfen.

Dann bist du immer auf dem neuesten Stand?

Danny: Ja, und das empfinde ich als Riesen-Spaß. Ich liebe es, einfach mit dem ganzen Zeug rum zu spielen. Es erscheinen immer wieder tolle neue Instrumente. Und die geben dir die Möglichkeit, dich selbst auszudrücken und deine Ideen in Songs umzusetzen.

Was hat dich überhaupt darauf gebracht, mit Double-Bassdrum zu arbeiten? Ist das die Schule, aus der du kommst – die Metal-Szene der frühen 80er?

Danny: Eher die Mittsiebziger. Das war die Zeit, als ich mein erstes Double-Bassdrum-Kit bekam. Darauf stand ich schon immer. Ich schätze mal, Billy Cobham war einer meiner Haupteinflüsse. Aber auch Tommy Aldridge, der mit Black Oak Arkansas spielte. Als ich ihn zum ersten Mal live erlebte, hat mich das regelrecht umgehauen. Ich liebte diese unglaubliche Power seiner Bassdrums. Sie vermittelten ein unglaublich gutes Gefühl.

Und jedes Mal, wenn ich versucht habe, eines dieser Doppel-Pedal-Dinger zu benutzen, ging das sofort kaputt. Von daher muss ich zwangsläufig zwei Bassdrums mit mir rumtragen. Was ja inzwischen kein Problem mehr ist, da unsere Bühnen wahrlich groß genug sind. Aber wenn wir mal Clubkonzerte im Raum LA geben, muss ich auf ein Doppelpedal ausweichen. Wie gesagt, ich habe so viel Pech mit diesen Mistdingern, dass ich für den Fall der Fälle immer eine zweite Bassdrum mitnehme.

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Was war der ausschlaggebende Moment, der dich zum Drummer gemacht hat? Gab es so etwas wie eine Initialzündung?

Danny: Als ich zum ersten mal John Bonham hörte! Das war’s … obwohl: Im Air-Drumming war ich schon immer ganz groß. Und ich habe immer gerne auf irgendwelchen Gegenständen rumgetrommelt – vor allem zu den Beatles-Platten, die ich als Kind regelrecht verschlungen habe. Davon konnte ich gar nicht genug kriegen.

Aber John Bonham war definitiv mein großes Idol – und der Grund, warum ich mir mein erstes Kit zulegte. Ich habe mir meine Kopfhörer aufgesetzt und versucht, jeden einzelnen Beat auf „Physical Graffiti“ zu lernen. Ich war 12 Jahre alt, das war also etwa 1973/74. Und damals wohnte ich noch im tiefsten Kansas, wo ich auch die Highschool besuchte. 1986 bin ich dann nach LA gezogen – und hier geblieben.

Danny Carey in seinem Proberaum in LA 2001
Danny Carey in seinem Proberaum in LA 2001 (© Kathrin Kraft)

Mitten in der Blütezeit des Spandex- und Haarspray-Metal?

Danny: Stimmt, eine grausame Zeit. Ich war da völlig deplaziert und wollte nichts damit zu tun haben. Gleichzeitig hatte ich aber auch keine Alternativen, da es praktisch nichts anderes gab. Insofern war ich froh, als die Szene endlich verschwand. Ich fand sie grausam. Klar, es war lustig, sich die Konzerte anzusehen, mit all diesen billigen, aufgetakelten Schlampen. Ich finde es toll, wenn Frauen sich so zurecht machen. Aber all die Typen waren lederbekleidete Vollidioten. Mehr nicht.

Gerade aus der Perspektive des Schlagzeugers muss diese Zeit doch sehr spannend gewesen sein …

Danny: … das war sie auch. Denn diese Bands waren unheimlich witzig. Und das war ja das Coole daran – sie haben wirklich versucht, das Publikum zu unterhalten. Als dann die große Grunge-Welle einsetzte, waren es wieder ganz normale Typen, die in ihren Straßenklamotten auf die Bühne gingen. Das hatte nichts Theatralisches. Und deswegen ist es auch so schnell langweilig geworden. Vor allem, weil es auch noch richtig miese Musiker waren und sie sich nie darum gekümmert haben, ihr Instrument richtig zu lernen.

Was ja zum Teil auch für ihre Vorgänger galt. Aber die sind auf ihren Drumkits durch die Sportarenen gesegelt.

Danny: Ja, und das war das Allergrößte! Wenn du dein Instrument schon nicht beherrschst, solltest du zumindest eine gute Show auffahren.

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Hast du Slipknot gesehen? Der Drummer spielt seine Soli auf dem Kopf …

Danny: Geil! Er wandelt offensichtlich auf den Spuren von Tommy Lee. Der hat seinerzeit echte Maßstäbe gesetzt. Zumindest im Entertainment-Bereich. Und Leute wie ihn gab es hier wie Sand am Meer. Die Hauptzentren waren Läden wie Roxy oder Whiskey am Sunset. Das waren wirklich lustige Zeiten.

Und sie haben indirekt für die beste Musik gesorgt, die je aus LA gekommen ist. Eben, weil es irgendwann eine richtige Revolte dagegen gab – mit Bands wie Pigmy Love Circus, L7, Rage Against The Machine und auch Tool. Wir alle haben eine völlig neue Phase in der LA-Szene eingeleitet – vielleicht sogar die beste, die es je gab. Seitdem hat sich jedenfalls nicht wirklich viel getan.

Dann ist die Szene jetzt wirklich so lahm, wie sie von außen wirkt?

Danny: Ja, ich selbst finde schon lange nichts mehr, was mir gefällt. Nichts, das ich aufregend und spannend finde. Und deswegen suchen wir gerade ganz verzweifelt nach einer passenden Vorgruppe, die wir mit auf Australien-Tour nehmen können. Das ist wirklich nicht einfach. Mir fällt wirklich niemand ein. [Anm.: Das Interview ist aus dem Jahr 2001]

Dabei warst du doch immer sehr umtriebig in der LA-Szene, oder?

Danny: Ja, vor allem in den frühen 90ern. Damals wollte ich so viele Eisen im Feuer haben, wie eben möglich. Ich spielte mit Carole King, Green Jelly, in einer TV-Show, mit Pigmy Love Circus, Tool und sogar auch mal mit einer Country-Band.

Mit einer Country-Band?

Danny: Ja, und die bestand aus Jeff Buckley, John Humphry und mir. Und die war wirklich gut. Damals habe ich pro Nacht etwa drei Stunden Schlaf bekommen und jeden Tag mit mindestens zwei Bands geprobt. Eben, um irgendwie vorwärts zu kommen. Und Tool war ehrlich gesagt das Letzte, von dem ich etwas erwartet hätte. Eben, weil es die Band war, die ich für mich selbst, für mein eigenes Privatvergnügen unterhielt. Ich hätte eher gedacht, dass es eines der anderen Projekte wäre, mit dem ich irgendwann mal meinen Lebensunterhalt verdienen würde.

Dann war Tool eine Passion und der Rest lediglich ein Job?

Danny: Ja, Tool war das einzige, was mir wirklich Spaß gemacht hat. Und so ging es wohl jedem von uns. Trotzdem hätten wir nie damit gerechnet, mal Geld damit zu verdienen. Aber es hatte einfach den richtigen Ansatz – und es kam aus unseren Herzen. Deswegen ist es wohl auch das geworden, was es heute ist. Es hat alles gestimmt.

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Dabei ist dein Spiel mitunter so komplex und vertrackt, dass man dich für einen heimlichen Jazzer halten könnte …

Danny: … nein, ich bin waschechter Rock-Drummer. Denn das ist es, was mich zum Schlagzeug gebracht hat. Eben Led Zeppelin, die Beatles und ein paar andere tolle Bands. Aber du hast natürlich nicht ganz unrecht: Ich habe viel Respekt vor Jazzern und höre momentan auch definitiv mehr Jazz als alles andere. Denn das sind unzweifelhaft die besten Drummer, die es gibt. Wenn du ihnen zuhörst, entwickelst du fast automatisch neue Ideen und Ansätze, die dir sonst für immer verborgen geblieben wären.

Du bist in der Lage, die Grenzen des Rock zu überschreiten. Und ich bediene mich wirklich gerne bei Jazz-Elementen und bei Musikern wie Tony Williams, Lenny White und Billy Cobham. Wobei ich es am besten finde, wenn sie sich an Fusion-Zeug versuchen und richtig rocken. Wenn es zu jazzig wird, nudeln sie dagegen ziemlich rum. Und da habe ich einfach das Gefühl, als wären nicht genug Emotionen im Spiel.

Mal ehrlich: Übst du eigentlich noch?

Danny: Nein, aber ich wünschte, ich würde. Ich habe einfach nicht genug Ruhe dafür. Die letzten Wochen standen vor allem die Tool-Proben auf dem Programm, und da bleibt nicht viel Zeit, um mir neue Sachen anzueignen oder andere zu vertiefen. Nebenbei mixe ich ja auch noch das Album von Pigmy Love Circus, und das hält mich wirklich auf Trab. Zudem liegen mir meine beiden Endorsement-Firmen in den Ohren. Sonor und Paiste wollen, dass ich bei einigen Workshops mitmache.

Und vielleicht mache ich das sogar. Das ist schließlich eine willkommene Abwechslung – und man lernt noch etwas dabei. Leider haben die meisten Drummer, die da mitmachen, eine derartige Affenshow auf Lager, dass das Ganze mitunter ziemlich lächerlich wirkt. Damit möchte ich dann nichts zu tun haben. Aber die Leute interessieren sich nun mal für mein Spiel und meine Band. Insofern komme ich wohl nicht umher, ihnen ein bisschen was über mich zu erzählen und ein paar Sachen vorzuspielen.

Hast du ein paar Ratschläge für junge Drummer auf Lager?

Danny: Ja, es gibt keinen Ersatz für stundenlanges Training hinterm Schlagzeug. Wenn du spielen willst, dann musst du üben und bei jeder Gelegenheit live auftreten. Ansonsten wird es nie was. Aber wenn es dir nicht gleich gelingt, dann lass dir Zeit und brich nichts übers Knie. Keiner will jemanden sehen, der arbeitet, sondern nur jemanden, der spielt …

… sagt der Mann, der nicht übt.

Danny (verlegen): Ja, aber früher habe ich das schon getan. Ich habe mich aber nie gezwungen oder genötigt gefühlt. Und jedes mal, wenn es mir keinen Spaß machte, habe ich aufgehört, weil es dann einfach nicht das Richtige zu sein schien. Aber ich habe wirklich viele Stunden damit verbracht – weil es genau das war, was ich unbedingt tun wollte.

Text: Marcel Anders (aus Sticks 05/2002)

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Danny Careys Equipment

Drums:

  • Sonor Signature Serie (Bubinga)
  • Paiste Signature Drumset by Jeff Ocheltree
  • 24″ × 18″ Bassdrums (Sonor Set)
  • 22″ × 18″ Bassdrums (Paiste Set)
  • 16″ ×16″ Floor-Tom
  • 14″ × 14″ Floor-Tom
  • 14″ × Remo Rototom
  • 10″ × 10″ Tom
Das Drumset von Tool-Drummer Danny Carey 2001
Das Drumset von Tool-Drummer Danny Carey 2001 (© Kathrin Kraft)

Cymbals (Paiste):

  • 14″ Line Dry Crips Hi-Hats
  • 24″ 2002 China Type
  • 6″ Line Bell on top of
  • 10″ Line Splash
  • 18″ Line Full Crash
  • #3 Cup Chime on top of #1 Cup Chime
  • 18″ Line Power Crash
  • 12″ Line Micro Hi-Hats
  • 22″ Line Dry Heavy Ride
  • 22″ Line Thin China
  • 20″ Line Power Crash

Snaredrums:

  • 14″ × 8″ Sonor Bronze Snaredrum
  • 14″ × 8″ Sonor Signature Bubinga Snaredrum
  • 14″ × 8″ Paiste Spirit of 2002 Snaredrum

Elektronik:

  • Simmons SDX mit 6 SDX-Pads
  • Korg Wavedrum
  • Roland MC-505
  • Oberheim TVS

Hardware (Sonor):

  • Pedale: Sonor, Engineered Percussion oder
  • Pearl Hi-Hats und Bassdrum-Pedale (mit Sonor oder Pearl Schlägeln)

Felle (Evans):

  • Snaredrum: Power Center
  • Toms: G2 Schlag- und G1 Resonanzfelle (clear)
  • Bassdrums: EQ3 Schlag- und Resonanzfelle,
  • EQ Pads

Sticks (Trueline):

  • Danny Carey Signature Modell

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Das Signature-Cymbal von Danny Carey

Das “Monad”-Cymbal der “Artist Inspiration”-Serie von Paiste wurde in Zusammenarbeit mit Drummer Danny Carey von Tool kreiert. Das 22″ Ride Cymbal hat nicht nur einen sehr speziellen Klang, das ebenso spezielle “ColorSound Finish” in Purple macht es definitiv auch zu einem Hingucker.

Seit langen Jahren spielte Danny Carey das “Dry Heavy Ride”-Cymbal aus der Paiste Signature Cymbal Serie, und dieses bildet auch die Basis für das “Monad”-Cymbal. Zusätzlich zur “Colorsound”-Beschichtung wurde auch die Kuppe etwas anders bearbeitet, was ein gewisses klangliches Fein-Tuning bedeutet.

Optisch kommen noch drei weiß aufgedruckte Symbole zur Geltung, die Danny Careys Liebe zu Esoterik, Geometrie, Wissenschaft und Metaphysik repräsentieren. Das Größte dieser Symbole ist der Namensgeber für das Cymbal: Es geht zurück auf John Dee – Astrologe und Magier am Hofe von Elisabeth I. von England – und repräsentiert laut der “Monads Hieroglyphica” den Mond, die Sonne, die Elemente und Feuer.

Paiste Danny Carey-Signature-Cymbal "Monad"
Paiste Danny Carey-Signature-Cymbal “Monad”

Konstruktion

Handgefertigt in der Schweiz aus der Paiste Signature-Bronze präsentiert sich das “Monad Dry Heavy Ride” als recht schwergewichtiges Cymbal mit einer intensiven Hämmerung. Auf der Rückseite sieht man recht gleichmäßig angeordnet, tief gesetzte Hammereinschläge von ca. 1,6 cm Durchmesser. Betrachtet man das Cymbal von der Spielseite, kann man zusätzliche kleinere, individuell gesetzte Hammereinschläge erkennen. Das Profil zeigt ein kräftiges Abdrehmuster mit teils sehr breiten, tiefen Tonal Grooves.

All dies entspricht durchaus auch dem Paiste “Signature Dry Heavy Ride”, wären da nicht die feinstens abgedrehte Kuppe im Brilliant-Finish und die “Colorsound”-Beschichtung auf dem Profil der Spiel- und Rückseite. Das Profil ist eher flach und mit fast linearem, nur ganz leicht gebogenem Verlauf gestaltet, während die Kuppe sehr groß und hoch aufragend konstruiert ist. Das Cymbal ist perfekt gearbeitet und sauber ausbalanciert, zudem ist die Optik makellos gestaltet.

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Die Sounds

Wer einen durchdringenden Attack mit immenser Projektion und ein transparentes Sustain mit gehaltvollem Ton sucht, wird hier fündig. Dieses Instrument ist eindeutig etwas für kräftige Lautstärken, und nach oben gibt es kaum eine Grenze. Erfreulich ist dabei, dass das “22” Monad Dry Heavy Ride” einen markigen Ping-Klang liefert, doch eben nicht die extrem scharfen Obertöne bedient. “Dry” ist daher wohl der richtige Ausdruck für diesen kernig-hellen Attack.

Damit lassen sich natürlich geschäftige Pattern gut artikuliert über die Rampe bringen, was für den Sound einer Prog-Rock-Band wie die berühmte Faust auf das Auge passt. Diesen klar definierten Attack-Charakter hat man sowohl auf der Kuppe als auch auf dem Profil angespielt zur Verfügung. Während die Kuppe natürlich mehr den Charakter einer Glocke betont, findet man auf dem Profil des “Monad”-Cymbals das gewisse Plus an Klangfülle im Sustain, so dass auch einfache Achtel-Pattern kraftvoll wirken, der Attack präsent ist, aber einen Tick wenig vordergründig.

Das Sustain ist wirklich lang, und je weiter man das Cymbal am Rand hin anspielt, umso dunkler und grollender wird das Sustain. Es bleibt allerdings allzeit transparent und schwingt mit sauberer Modulation bis zum Ende aus.

Fazit zum Danny Carey Signature Cymbal

Mit dem “22” Monad Dry Heavy Ride” bietet Paiste in der “Artist Inspiration”-Serie den speziellen Klang von Danny Careys favorisiertem Ride-Cymbal an. Natürlich ist es ein Muss für Prog-Rock-Drummer sowie Fans von Danny Carey und der Band Tool, dieses exzellent verarbeitete Cymbal einmal persönlich zu begutachten.

Klanglich besitzt es natürlich alle Stärken des kraftvollen 22″ Signature Dry Heavy Ride, doch durch die abgedrehte und im “Brilliant”-Finish gehaltene Kuppe sowie die markante “Colorsound”-Beschichtung ist das “Monad”-Cymbal nach ein wenig trockener und definierter im Attack. Ein klangliches Detail, das gerade bei komplexen Ride-Cymbal-Patterns noch einmal den gewissen Unterschied ausmachen kann.

Text: Ralf Mikolajczak (aus Sticks 05/2016)

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Diskografie mit Tool

Studioalben

  • Undertow (1993)
  • Ænima (1996)
  • Lateralus (2001)
  • 10,000 Days (2006)

Compilations

  • Salival (2000)

Videoalben

  • Salival (2000)
  • Schism (2005)
  • Parabola (2005)
  • Vicarious (2007)