Djembe

In Europa zählt die Djembe zu den beliebtesten und bekanntesten Trommeln Westafrikas. Ihre markante Erscheinung und insbesondere der wuchtige Sound satter Bässe und peitschender Slaps sind die unverkennbaren Markenzeichen dieser von den „Männern bezwungenen“ und von den „Frauen geliebten“ Powerdrum.

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Ursprung & Schreibweise der Djembe

Traditionelle Bauweise der Djembe

Moderne Djembe-Bauarten

Ursprung & Schreibweise der Djembe

Die Djembe hat eine uralte Tradition und stammt laut ethnologischen Kenntnissen von den Volksgruppen der Malinke ab. Das Ursprungs- und Heimatsgebiet der westafrikanischen „Königin der Trommel“ ist heute in den Regionen Guinea, Senegal und Elfenbeinküste zu finden.

Was die Schreibweise des Wortes Djembe angeht, so gibt es keine wirklichen Verbindlichkeiten. Richtet man sich nach der französischen Sprache (Französisch-Westafrika / franz. Kolonien), so trifft man hinsichtlich der Betonung auf der zweiten Silbe auf das akzentuierte „é“. Die verdeutschte Aussprache mit Betonung auf der ersten Silbe und ohne Akzent ist heute genauso gängig.

Auch hinsichtlich des Plurals sind unterschiedliche Bezeichnungen wie Djembes, Djembés oder Djemben vorhanden. Hält man sich sprachlich wiederum an die französische Version, so müsste der Plural Djembés lauten. Das Trommeln aber erfreut sich heute einer globalen Weltsprache, insofern sei jedem die Freiheit der eigenen Schreib- und Sprachweise gegönnt.

Traditionell ist die Djembe eine Ensemble-Trommel im Verbund mit den Bassbegleittrommeln Kenkeni (kleine), Sangban (mittlere) und Dundun (große) sowie diversen Glocken und weiteren unterschiedlich gestimmten Djemben. Man spielt zu festlichen Anlässen sowie als Tanzbegleitungen.

Auch eignet sich die Djembe aufgrund ihres starken Sounds hervorragend als Solo-Trommel. In diesem Fall wird eine extrem harte Fellspannung eingetunt, um den schneidenden und knallenden Powersounds die nötige Durchsetzungsstärke zu schenken. In der europäischen Musik hat sich die Djembe vorwiegend als Solo-Trommel etabliert.

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Traditionelle Bauweise der Djembe

Typisch ist der aus einem Stück Holz gearbeitete, kelchförmige Resonanzkörper. Vermutlich stammt die Form aus dem arabischen Kulturraum, auch gibt es Hinweise, dass die Form von der Mörser Reibeschüssel abstammt. Mit groben Hack- und Schneidewerkzeugen werden die Baumstammabschnitte gehöhlt und geschabt.

Als Felle verwendet man dünne, rasierte Ziegenhäute, die mittels trickreicher Schnurverspannung auf Zug gebracht werden. Der Sound der originalen Westafrika Djembe ist trocken und enorm kraftvoll. Dabei verfügt die Trommel über ein weites Klangspektrum zwischen wuchtigen Bässen, trockenen Open Tones und peitschenden Slaps.

Djembes zeigen in der Regel eine Kesselhöhe von etwa 60 cm (je nach Tradition / Bauart gibt es Abweichungen nach oben und unten) bei etwa 30 cm Felldurchmessern. Auch hier variieren die Größen je nach Bauart.

Klassisch ist ebenfalls das sogenannte „Kessing“. Dies sind ohrenförmige und mit kleinen Eisenringen bestückte Blechplatten, die an die Trommel angesteckt werden. Durch Resonanzen vibrieren die beringten Bleche mit und erzeugen einen rasselnden, begleitenden Effektklang (man erkennt hier womöglich klangliche Parallelen / Absichten zu den Snaresaiten einer Snaredrum und den integrierten Strings bei Flamenco Cajons).

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Moderne Djembe-Bauarten

Auch wenn die traditionelle Djembe mit ihrem Ethno-Flair und dem typischen „Westafrika-Sound“ ihr felsenfestes Standing behauptet, so gibt es viele moderne Bauarten, deren Konzepte sich eng am Original orientieren. Unverändert ist dabei das typische Kelch- bzw. Becherprofil des Trommelkorpus sowie eine Bespannung mit sehr dünnen (oft Ziegen-) Häuten.

Wie beispielsweise bei Congas werden moderne Djembekessel in Fassbauweise hergestellt, wobei man den gesamten Korpus schließlich aus dem kelchförmigen Oberteil und dem schlanken Kesselfuß zusammensetzt. Auch verfügt der Markt lange Zeit schon über Bauarten aus Fiberglas und anderen Kunststoffen. Zu den modernen Djembeversionen zählen ebenso mechanische Stimmsysteme.

Spannringe, Spannhaken und Spannböckchen haben das traditionelle Schnursystem abgelöst und bieten mit mechanischen Lösungen weitaus mehr Bedienerfreundlichkeit. Auch was die Fellbestückungen angeht, findet man zahlreiche Alternativen im Bereich der Kunststoff-Fertigung, wobei die Technik sehr weit fortgeschritten ist und man sowohl klanglich als auch optisch (z.B. Remo Skyndeep) erstaunlich nahe an die originale Ziegenhaut herankommt.

Die Djembe war in den 1990-er Jahren DIE Trommel der Percussion-Szene. Auch heute noch gilt sie als beliebte Session- und „Outdoor“-Trommel. Von daher bietet der Markt inzwischen zahlreiche pretuned „Fun“-Modelle an, die mit extrem leichten Kunststoffkesseln und „wasserdichten“ Plastikfellen jegliche Freizeitsituationen meistern.

Die Djembe wird mittels Gurtsystem im Stehen gespielt, wodurch die volle Resonanz der Trommel ausgeschöpft werden kann. Traditionell kommt auch die sitzende Spielweise vor, bei dieser der Spieler auf dem Korpus der Trommel sitzt.

Um eine Djembe auch im modernen Musik- und Band-Kontext einzubinden, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten mittels spezieller Stativ/Hardware-Lösungen. So können die Djembekessel einzeln positioniert oder auch konzeptionell in Percussion Setups integriert werden.