Gene Krupa Biografie

Gene Krupa wurde in Chicago als Sohn polnischer Einwanderer und als Jüngstes von neun Kindern geboren. Genes Vater Bartley starb bereits sehr früh und seine Mutter Ann hatte daher als Putzfrau zu arbeiten um die Familie durchzubringen.

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Eugene Bertram Krupa * 15.01.1909, Chicago, Illinois † 16.10.1973, Yonkers, New York

Bedingt durch die schlechten finanziellen Verhältnisse mussten aber auch alle Kinder in jungen Jahren schon arbeiten gehen, um die Familie zu unterstützen. Genes älterer Bruder Pete arbeitete zum Beispiel in einem Musikladen namens „Brown Music Company“ und vermittelte dem elfjährigen Gene in diesem Laden einen Aushilfsjob.

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Wie kam Gene Krupa zum Schlagzeugspielen?

Obwohl Gene Krupa bereits seit seinem sechsten Lebensjahr an Saxophon spielte, reizte ihn ein neues Instrument. Also nahm er sich eines Tages den Gesamtkatalog seines Arbeitgebers und suchte sich ein Instrument aus.

Ihm war quasi egal, welches es sein sollte, die Hauptsache war: so günstig wie möglich. Und siehe da, das billigste Angebot war ein Drumset, ausgestattet mit Bassdrum, Cymbal, Woodblock und Snaredrum für 16 $. Seitdem war es um ihn geschehen.

Aber seine sehr religiöse Familie hatte andere Pläne mit ihm, er sollte ursprünglich Priester werden. Seine Schulzeit verbrachte er mehr schlecht als recht an verschiedenen Konfessionsschulen, trieb er sich doch zuviel im Nachtleben von Chicago herum, um seiner Leidenschaft Musik nachzukommen.

Legendäres Drum-Battle: Buddy Rich – Gene Krupa – Sammy Davis Jr

Müdigkeit während der Schulstunden war die logische Folge. Nach einem mühsam erreichten Abschluss besuchte er, allein um seiner Mutter eine Freude zu machen, für ein Jahr das „St. Joseph College“, eine Vorbereitungsschule für das Priesteramt. Auch wenn dies nicht sein Wunschtraum war, so hatte er hier jedoch die Möglichkeit, klassische Unterrichtsstunden bei Pater Ildefonse Rapp, einem Musikprofessor, zu nehmen. Doch sein Wunsch, professioneller Schlagzeuger zu werden wurde immer stärker.

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Die erste Band von Gene Krupa

gene-krupaNoch zu seinen Zeiten auf dem Gymnasium hatte Gene seine erste Amateurband, The Frivolians. Den Platz als Drummer dieser Band bekam er 1921 eher durch Zufall, denn der eigentliche Schlagzeuger wurde krank und somit sein Platz frei. The Frivolians spielten während der Sommerzeit in Madison, Wisconsin.

Zwei Jahre später ging Gene auf die High School und kam dort in Kontakt zu der berühmten „Austin High Gang“ mit Mitgliedern wie z. B. Banjospieler Eddie Condon, Saxophonist Bud Freeman und Drummer Dave Tough. Beeindruckt von Toughs Spiel, versuchte er seinen Stil zu imitieren.

Wiederum zwei Jahre später begann Gene sich noch intensiver und seriöser um sein Schlagzeugspiel und seinen musikalischen Werdegang zu bemühen. Er nahm Unterrichtsstunden bei Roy Knapp, Al Silverman und Ed Straight und trat auf Anraten von Freunden einer Musikervereinigung bei. Die Mitgliedschaft kostete Gene 50 Dollar.

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Die ersten professionellen Engagements sollten auch nicht lange auf sich warten lassen, aber der große Durchbruch sollte es noch nicht sein.

Gene spielte wann und wo er nur konnte, bevorzugt aber im „The Three Deuces“, einer in Musikerkreisen sehr beliebten Location. Hier traf man sich, jammte zusammen bis in die frühen Morgenstunden. Hier konnte er an seinem Stil und seinem Spiel arbeiten, es verbessern und ihm den letzten Schliff geben, indem er die Chance hatte mit Musikern wie Mezz Mezzrow, Tommy Dorsey, Bix Beiderbecke oder Benny Goodman zu spielen.

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Die frühen Einflüsse von Gene Krupa

Man konnte damals sehr gut seine Einflüsse heraushören. Besonders angetan hatten es ihm, neben seinem Freund Dave Tough, zu dieser Zeit die schwarzen Drummer aus New Orleans, wie Tubby Hall und Zutty Singleton. Gene Krupa analysierte genau ihren Stil, verbrachte Stunden damit die rhythmischen Patterns seiner Idole herauszuhören.

Den größten Einfluss auf den jungen Gene Krupa hatte allerdings der ebenfalls oft in Chicago spielende Warren „Baby“ Dodds. Gene Krupa schwärmte von Dodds Musikalität, seiner Art, die Drums in die Musik einzubetten. Dodds Einsatz seiner für ihn typischen Pressrolls waren unverkennbar in Genes Spiel wieder zu erkennen.

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Gene Krupa nimmt die erste Platte auf

1927 sollte dann ein wichtiger Schritt in Genes Karriere kommen – er machte seine erste Plattenaufnahme! Red McKenzie stellte Musiker, bevorzugt aus dem Umfeld der „Austin High Gang“, für eine Aufnahmesession für das Okeh Label zusammen.

Genes Spiel ragte daraus besonders hervor. Sein Drumming war außergewöhnlich und sein Sound einzigartig. Das lag nicht zuletzt daran, dass es die ersten Aufnahmen waren, auf denen tatsächlich ein komplettes Drumkit inklusive Bassdrum gespielt wurde. Damals war es nämlich noch üblich, dass die Toningenieure aus aufnahmetechnischen Gründen lieber auf Bassdrum und Toms verzichteten, da sich diese angeblich schwer aufnehmen ließen und nur stören würden.

Doch der damalige verantwortliche A&R-Manager für Okeh, Tommy Rockwell, hatte seine Rechnung ohne Gene Krupa gemacht. Der baute in aller Seelenruhe unter den Augen von Rockwell sein Set auf. Auf die Frage hin, was Krupa damit vorhabe antwortete dieser einfach: „Play them“.

Diese Aussage stieß natürlich auf Widerstand bei Rockwell, welcher Krupa weiß machen und ihn überzeugen wollte, dass dies nicht möglich sei. Er dürfe lediglich Snaredrum und Woodblocks während der Aufnahme verwenden. Gene schaute daraufhin Rockwell etwas verdutzt an. Da schaltete sich Eddie Condon in das Gespräch ein und schlug dem Manager vor, es einfach mal mit einem kompletten Drumkit auszuprobieren. Die Drums seien das Rückgrat der Band und damit unverzichtbar.

Rockwell war demgegenüber mehr als misstrauisch, doch nachdem auch McKenzie sich für das komplette Drumkit aussprach und sogar die Verantwortung für ein etwaiges Scheitern auf sich nahm, willigte Rockwell schließlich ein.

Nachdem die Aufnahmen eingespielt waren, saßen alle vor dem Abhörgerät und lauschten ihren eigenen Klängen. Rockwell kam dann grinsend aus dem Kontrollraum, nickte aufmunternd in die Richtung von Gene Krupa und sagte nur, dass er mehr von dem Zeug haben wolle und keiner solle sich Gedanken über das verwendete Equipment machen.

Die legendären Aufnahmen „China Boy“, „Sugar“, „Nobody’s Sweetheart“ und „Liza“ wurden dann unter „McKenzie’s & Condon’s Chicagoans“ veröffentlicht und sind die ersten belegbaren Beispiele für den weißen Chicago Jazz und stilbildend für die damalige Generation.

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Gene Krupa kommt nach New York

1928 zog es Gene Krupa dann zusammen mit „Condon’s Chicagoans“ nach New York, als Begleitband für die Sängerin und Stripperin Bee Palmer. Diese Gigs fielen dann zwar aus, aber Gene hatte das Glück, kurze Zeit später von Red Nichols rekrutiert zu werden und spielte dann zusammen mit Benny Goodman und Glenn Miller in der Begleitband für „Strike Up The Band“, einem Bühnenstück von George Gershwin.

Da Gene allerdings nie wirklich gelernt hatte, Noten zu lesen, musste er in den Proben seine Parts bluffen und sich durch die Arrangements mogeln. Glenn Miller stand ihm aber hilfsbereit zur Seite, indem er ihm die wichtigen Schlagzeugparts vorsang bzw. eher vorbrummte.

Aber Gershwin selbst war dieses kleine Manko von Krupa egal, er war von Genes Spiel begeistert, er war für ihn der erste weiße Drummer, welcher wirklich swingte und die Band nach vorne trieb.

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Gene Krupa nimmt wieder Schlagzeugunterricht

Im Januar 1930 endeten die Vorstellungen von „Strike Up The Band“ und Gene wurde zusammen mit anderen großen Jazzkünstlern dann von Hoagy Carmichael für eine Band zu einigen wirklich großen Jazz-Aufnahmen zusammengestellt. Obwohl er es zu jener Zeit in seiner Karriere und am Drumset schon sehr weit gebracht hatte, war für ihn noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

gene-krupa-5Er wollte mehr, er wollte ein „echter“ Schlagzeuger werden und nahm wieder Unterricht, diesmal bei Lehrerlegende Sanford „Gus“ Moeller. Er übte dann bis zu acht Stunden täglich und arbeitete wie ein Tier an seinen technischen und rhythmischen Fähigkeiten.

Der Unterricht bei Moeller verhalf ihm nach eigenen Angaben zu mehr Kontrolle, Freiheit und einem schöneren Ton. Gene übte aber natürlich nicht nur, er spielte auch viel und machte somit auch einige tolle Aufnahmen, unter anderem mit Bix Beiderbecke und Joe Venuti. Es folgte dann eine weitere Gershwin-Produktion als Drummer für „Girl Crazy“, wieder unter der Leitung von Red Nichols, anschließend eine kurze Periode in Russ Columbos Band und bei Buddy Rogers.

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Gene Kurppa tritt dem Benny Goodman Orchester bei

Von dort aus lockten ihn Benny Goodman und sein Produzent John Hammond im Dezember 1934 erfolgreich in Bennys Gruppe, mit dem Versprechen, eine wirklich „echte“ Jazzband gründen zu wollen, u. a. mit ausgeklügelten Arrangements von Fletch Henderson – eine Band, in der Krupa eine wichtige und tragende Rolle spielen solle.

Benny Goodman musste jedoch schnell feststellen, dass es gar nicht so einfach war nur mit Jazz über die Runden zu kommen. Die Band war gezwungen, wie alle anderen Bands auch, kommerzielle Tanzmusik zu spielen, sofern sie Jobs haben wollte.

Irgendwann war es Benny Goodman dann aber doch zuviel des Guten und er entschied sich dafür, nur noch bandeigene Arrangements zu spielen. Das Publikum reagierte unerwartet, indem es nämlich wie wild zu den Arrangements tanzte, und die Band erfuhr dadurch einen katapultartigen Aufstieg.

Gene Krupa, der durch sein auffälliges Drumming maßgeblich zum Erfolg der Band beitrug, wurde es bei Benny Goodman nicht langweilig, wurde er doch schließlich sowohl im großen Orchester Goodmans, als auch in seinem Quartett und seinem Trio prominent gefeatured. Das Trio bestand aus Benny Goodman, Gene Krupa und Pianist Teddy Wilson, und Lionel Hampton komplettierte das Quartett. Das Bemerkenswerte am Trio und am Quartett war, dass hier zum ersten Mal weiße und schwarze Musiker in einer kleinen Besetzung zusammen spielten.

Das Benny Goodman Quartett 1937:

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Gene Krupa spielt das erste Drumsolo

Am 16. Januar 1936 wurde dem Benny Goodman Orchester dann große Ehre zuteil, denn es war der erste Jazz Act, der in der New Yorker Carnegie Hall auftreten durfte. Während diesem legendären Konzert hatte Gene Krupa ein großartiges Drumsolo in dem Song „Sing, Sing Sing“, welches als das erste ausgedehnte Drumsolo in die Geschichte des Jazz eingegangen ist und als die Schlagzeughymne der Swing-Ära schlechthin gilt.

Hier eine Compilation mit seinen legendären Drumsolos: 

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Gene Kurpa gründet sein eigenes Orchester

Doch genau das und auch seit längerem schon unterschiedliche Ansichten und Meinungsverschiedenheiten über musikalische Inhalte sollten langfristige Nachwehen für das Verhältnis zwischen Gene und Benny haben.

Gene war spätestens seit dem „Carnegie Hall“-Konzert ein Superstar. Nach diesem Konzert schrie das Publikum förmlich nach Soli von Gene, möglichst in jedem Song. Das Ganze behagte Benny Goodman nicht wirklich, wollte er doch seine Rolle als Bandleader behalten und Gene weiterhin als Sideman sehen statt im Rampenlicht, wo er sich lieber selber sah.

Die ganzen Mätzchen und Effekthaschereien von Gene kamen bei Goodman nicht mehr so gut an wie zu den Anfangszeiten der Band, denn dieser sah dadurch auch die musikalische Qualität der Musik gefährdet. Die Konsequenz aus den musikalischen und menschlichen Querelen und einem öffentlichen Streit der Beiden im „Earl Theater“ in Philadelphia war, dass Gene am 3. März 1938 das Orchester verließ und lediglich zwei Monate später mit Hilfe von Tommy Dorseys Manager sein eigenes Orchester gründete.

Gleich vom ersten Gig an, am 16. April 1938 vor 4.000 Zuschauern im „Marine Ballroom“ in Atlantic City, war Genes Band ein Renner und konnte nach ihrem Debüt so einige Hits aufweisen, zum Beispiel die Instrumentalsongs „Wire Brush Stomp“ und „Blue Rhythm Fantasy“.

Gene Krupa und sein Orchestera 1939: 

Besonders hervor taten sich später die Sängerin Anita O’Day und Trompeter und Sänger Roy Eldridge. Beide hatten großen Anteil am Erfolg der Band, unter anderem mit dem Bestseller „Let Me Off Downtown“. Im Laufe der Zeit durchlebte die Band mehrere Umbesetzungen und so einige Verwandlungen bis hin zum 30 bis 40 Mitglieder umfassenden Orchester.

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The Gene Krupa Drum Method

Gene war damals übrigens nicht nur als Musiker und Bandleader tätig, sondern bemühte sich auch um den Schlagzeugnachwuchs. So entstand 1938 seine Schlagzeugschule „The Gene Krupa Drum Method“, damals ein Standardwerk und dank einer Neuauflage auch heute wieder zu bekommen.

1941 rief er einen viel beachteten jährlichen Drummer Contest ins Leben. Jedes Jahr aufs Neue bewarben sich tausende Aspiranten, und immerhin brachte es einer zu wirklichem Weltruhm, nämlich gleich der erste Gewinner des Wettbewerbs: Louie Bellson!

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Gene Krupa in Hollywood

Anscheinend aber immer noch nicht ausgelastet mit seinen vielseitigen Aktivitäten trieb es Gene Krupa dann auch noch ins Filmgeschäft, und so wirkte er in einigen Hollywood-Produktionen mit, wie zum Beispiel „Some Like It Hot“ und „Beat The Band“.

Gene Krupa als Schauspieler in dem Marilyn Monroe Klassiker “Manche mögen’s heiß”: 

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Gene Krupa wird wegen Marihuana verhaftet

Im Sommer 1943 sollte Gene dann ein kleiner Rückschlag zuteil werden. Nicht nur, dass Anita O’Day die Band verließ, während einer Razzia in San Francisco wurde Gene auch noch mit Marihuana erwischt und dafür zu 90 Tagen Gefängnis verdonnert, von denen er dann 84 Tage tatsächlich absitzen musste.

Gene war hinter schwedischen Gardinen aber nicht in der Lage, seine Band adäquat weiterzuführen, und so legte er Roy Eldridge die Verantwortung in dessen Hände. Der sah sich aber leider gezwungen, das Orchester aus den unterschiedlichsten Gründen aufzulösen.

Nach seiner Entlassung sah sich Gene also gezwungen, erst einmal woanders unterzukommen und so schloss er sich kurzerhand wieder Benny Goodman und wenige Zeit später Tommy Dorsey an, sah sich dann aber relativ schnell auch wieder in der Lage, seine eigene Gruppe zu reformieren.

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Gene Krupa gründet eigene Big Band

Anfang der 40er-Jahre wurde Gene Krupas Band oft kritisiert, zu kommerziell zu sein. Nach einigen enttäuschenden Aufnahmen besann sich Gene dann aber wieder auf seine ursprünglichen Wurzeln, konnte zudem Anita O’Day zurückgewinnen und spielte mit auch seiner neuen Band den Sound, den man von ihm aus früheren Zeiten gewöhnt war.

Genes Big Band wurde, dank seiner aufgeschlossenen, progressiven Art, schließlich auch eine der ersten, welche unter Mithilfe von Gerry Mulligan und Trompeter Red Rodney Bop-Arrangements bereits Mitte der 40er-Jahre in ihr Repertoire aufnahm.

Zum damaligen Line-up der Krupa-Band zählten so angesagte Jazzmusiker wie zum Beispiel Saxophonist Charlie Ventura und Klarinettist Buddy DeFranco. Das Orchester zählte wieder einmal mit zu den erfolgreichsten und populärsten seiner Zeit.

Gene Krupa gelang es sogar, diese Band durch schwierige Zeitabschnitte zu führen, bis er sich dann aber schließlich doch gezwungen sah, den Großteil seines Orchesters im Dezember 1950 aufzulösen – lange, nachdem die meisten der großen Bands schon auf der Strecke geblieben waren.

Mit einer abgespeckten Big Band konnte Gene Krupa dann noch bis 1951 weitermachen, aber selbst diese musste er dann doch noch aufgeben.

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Das Gene Krupa Trio

Gene war sich nicht ganz klar, in welche Richtung es nun für ihn gehen sollte. Da er aber bereits schon in den 40er Jahren neben seiner Big Band auch kleinere Besetzungen leitete, entschied er sich im Zuge der Popularität des Be-Bop, ein Trio zu gründen. Der kommende Erfolg sollte ihm Recht geben.

Norman Granz verpflichtete das Gene Krupa Trio als ersten Act für die berühmte Konzertreihe „Jazz At The Philharmonic“. Während dieser internationalen Konzerte entstand 1952 auch die legendäre Drum Battle zwischen Gene und Buddy Rich, und als Folge daraus entstanden die Aufnahmen „Krupa & Rich“ von 1955.

Das Trio 1953:

Aber nicht nur diese, sondern auch andere famose Aufnahmen resultierten aus den „All Star“- Jamsessions während dieser Aufführungen. Künstler wie Lester Young, Dizzy Gillespie, Ray Brown, Lionel Hampton, Buddy Rich und natürlich Gene Krupa gaben sich hier quasi die Klinke in die Hand. Im März 1954 tat Gene dann wieder einmal was für den drummenden Nachwuchs und gründete zusammen mit Drummer-Kollege Cozy Cole die „Krupa/Cole Drum School“.

Und nicht nur das, er selber bildete sich auch fort, indem er Unterrichtsstunden an Kesselpauken beim New Yorker Philharmoniker Saul Goodman nahm.

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“The Gene Krupa Story” kommt in die Kinos

Die folgenden Jahre vergingen für ihn vielbeschäftigt wie im Flug, und Gene unterrichtete viel an seiner eigenen Schule, bis 1959 der Film „The Gene Krupa Story“ in die Kinos kam.

Hier ein Ausschnitt aus dem Film, der Krupa wieder berühmt machte:

 

Obwohl der Film wenig bis gar nichts mit dem wahren Leben Genes zu tun hatte und der Schauspieler Sal Mineo die Rolle Genes übernahm, erlebte Gene Krupa eine wieder aufflammende Popularität, auch dank des tollen Soundtracks, an dem er maßgeblich beteiligt war. Seine Tätigkeit als Lehrer an seiner Schule musste er als Folge davon wieder aufgeben, denn es gab musikalisch wieder mehr als hinreichend für ihn zu tun.

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Gene Krupa zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück

Leider konnte Gene Krupa seinen zweiten Frühling nicht wirklich genießen, hatte das Schicksal doch andere unschöne Pläne mit ihm. Zunächst musste er wegen erheblichen Rückenbeschwerden kürzer treten, aber damit nicht genug, es sollte noch schlimmer kommen. 1960 erlitt er einen Herzinfarkt, was ihn zu einer mehrmonatigen Pause zwang.

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Nach seiner Genesung machte Gene mit seinem Quartett in ständig wechselnden Besetzungen weiter, bevor sich dann das Benny Goodman Quartett zu einer Reunion in der Originalbesetzung wieder zusammentat.

Auftritte in den USA und in Übersee füllten seinen Terminplan, Gene Krupa war wieder genauso beschäftigt und im Stress wie vor seinem Infarkt. Erneut aufkommende gesundheitliche Beschwerden und das Scheitern seiner zweiten Ehe waren dann „das Ende vom Lied“: Gene zog 1967 die Notbremse. Er fühlte sich zu schlecht zum spielen und er wusste selber, dass er nicht in Bestform war. Also zog er sich aus dem Business zurück. Doch er wusste seine neu gewonnene Zeit gut zu nutzen.

Er trainierte sein Baselballteam, engagierte sich in der Drogenaufklärung und gab einige Drumclinics für Slingerland. Nur drei Jahre später allerdings wurde es ihm dann anscheinend doch wieder zu langweilig. Er reformierte erneut sein Quartett und so konnte man ihn mit seiner Band ab und an im Hotel Plaza in New York bestaunen.

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Wie ist Gene Krupa gestorben?

Den Großteil seiner Zeit verbrachte Gene Krupa allerdings leider schwer erkrankt an Leukämie und einer Lungenaufblähung zu Hause oder in Krankenhäusern. Seine letzte Aufnahme machte er 1972 mit dem Titel „Jazz At The New School“, zusammen mit Eddie Condon und Wild Bill Davison, und sein letzter öffentliche Auftritt war dann am 18. August 1973, zusammen mit dem originalen Benny Goodman Quartett.

Deutlich konnte man dort zwar hören, dass er schwer angeschlagen war, und seine Soloperformance war auch nicht mehr mit der von früher zu vergleichen, und dennoch klang Gene Krupa viel moderner und auch frischer, als man es vielleicht gedacht hätte.

Nur zwei Monate später verstarb Gene Krupa am 16. Oktober 1973 an den Folgen eines erneuten Herzinfarkts. Sein Leichnam wurde auf dem „Holy Cross“ Friedhof in Calumet City in Illinois beigesetzt.

Die Totenmesse in der „St. Dennis Roman Catholic Chruch“ wurde feierlich begleitet von einem Requiem, vorgetragen von Genes langjährigen Freunden und Kollegen Goodman, Freeman und McPartland. Sie zollten damit ihren letzten Respekt einem Mann, der als „The Chicago Flash“ in die Geschichte, nicht nur des Jazz, sondern der Zeitgeschichte Amerikas eingegangen ist. Eine der größten, charismatischsten und innovativsten Figuren der Swing-Ära: Drummer-Legende Gene Krupa.

Autor: Timo Ickenroth