Steel Drum

Allgemein als SteelPan bezeichnet, ist die Steel Drum eine exakt gestimmte Melodietrommel, die aus gehämmerten Stahlfässern gebaut wird. Die Fassböden sind zu einer tiefen Wölbung nach innen getrieben.

Aus diesem konkaven Muldenprofil erheben sich bei der Steel Drum kreisförmige bzw. ovale Tonfelder in Form kleiner Beulen, die auf der gesamten Muldenfläche verteilt sind. Eine Vielzahl dieser konvexen Tonfelder kann innerhalb einer Steel Pan eingehämmert werden. Das Know-how der heutigen Pan-Bauer ist so groß, dass präzise Tonfeldstimmungen mit exakt getunten Obertönen möglich sind. Steeldrums stehen in allen Tonarten zur Verfügung. Die Größen der Pans variieren zwischen 30 cm und 60 cm (auch mehr). Steeldrums werden freischwingend an zwei Stativen aufgehängt und mit kurzen Spezialschlägeln (Gummiköpfe) gespielt.

Geschichte der Steel Drum

Die Steel Drum (SteelPan) gehört zu den wenigen Instrumenten, die erst im (gerade) vergangenen Jahrhundert kreiert wurden. Die Geschichte der Steel Drum beginnt Ende des 2. Weltkriegs auf der Karibikinsel Trinidad. Während der Kriegsjahre waren dort Depotstätten der englischen Armee eingerichtet. Von dort aus wurden Schiffe und Flugzeuge mit Treibstoff versorgt. Was später übrig blieb, waren Schrottteile und eine Menge leerer Ölfässer. Die Einheimischen, deren Musiktradition immer schon eine große Affinität zur Percussion hatte, zogen ihren Nutzen daraus und bauten aus den alten Fässern die ersten Metalltrommeln – die Vorläufer der Steel Drum.

Damals nannte man sie noch Ping-Pongs, weil die groben Instrumente lediglich über zwei klingende Tonbereiche verfügten – einen tiefen und einen hohen. Die Wölbung der Fassböden war nach außen getrieben und die Tonfelder nach innen – also in umgekehrter Richtung der heutigen Steel Drum Form.

Das Beschlagen der Trommel wurde nach und nach präziser. E konnten mehr Tonfelder untergebracht werden, die dann auch erstmals richtig gestimmt waren. Mitte der 1950-er Jahre gab es schließlich die ersten gut klingenden Meledietrommeln, die Steel Drum. Der Wohlklang der Instrumente wurde schnell populär und verbreitete sich im karibischen Raum. Von dort aus schwappte die Steeldrum-Welle auch nach Europa und bezauberte die Musikwelt mit ihren sonnigen Exotic-Sounds.

Text: Tom Schäfer