Tama

Tama steht seit über 50 Jahren für Schlagzeuge Made in Japan. STICKS hat bereits zahlreiche Drumsets von Tama getestet und sogar das Tama-Werk in Japan besucht.

Reist mit uns ein wenig in der Zeit zurück und betrachtet die interessante Geschichte der Firma Hoshino und die Entwicklung der Tama Drums und Hardware.


<<<Tama im Wandel der Zeit>>>

1908: Der Hoshino Bookstore verkauft Musikinstrumente

1962: Gründung der Tama Manufacturing Inc. 

1974: Tama Drums erobert die USA

Kuriositäten und die Rockstar-Serie in den 1980er Jahren

Innovationen in den 1990er Jahren

Tama im 21. Jahrhundert

 

1908: Der Hoshino Bookstore verkauft Musikinstrumente

1908 etablierte der Hoshino Bookstore eine Musikinstrumenten-Abteilung. Der Bookstore war nicht nur ein Buchladen im herkömmlichen Sinne, sondern auch Schreibwaren- und Schulbedarf-Handel. Als 1908 in Japan per Erlass der Musik- und Instrumental-Unterricht an den Schulen allgemein verbindlich vorgeschrieben wurde, lag es also nahe, in die Fertigung, den Vertrieb und Verkauf von Schulmusik-Instrumenten einzusteigen, da hier großer Bedarf herrschte.

1929 wurde dann Hoshino Gakki Inc. als eigenständige Firma gegründet (Gakki = Musikinstrumente) und man begann neben der Fertigung auch mit dem Export und auch Import von Musikinstrumenten.

1962: Gründung der Tama Manufacturing Inc.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Zeit des Wiederaufbaus wurde 1962 dann die Tama Manufacturing Inc. gegründet, die allerdings zunächst E-Gitarren und Verstärker fertigte. Als dann der Beatles-Boom auch Japan erreichte, begann man mit der Herstellung so genannter OEM-Produkte (unter jeweils eigenem Markennamen für diverse Handelsunternehmen, Vertriebe und große Musikhäuser), dabei auch erstmals Drums mit Bezeichnungen wie King’s Stone, Diamond, Drum Mate, Stagemaster –und auch Swingstar!

Ab 1965 fertigte Tama Manufacturing Inc. die Star Drums und stellte sie in Europa erstmals auf der Frankfurter Musikmesse 1967 vor. In diese Zeit geht auch die Verbindung der Roland Meinl GmbH als deutscher Vertrieb der Tama-Produkte zurück eine Partnerschaft, die bis heute besteht.

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1974: Tama Drums erobert die USA

Mit der Gründung der Firma Elger Inc. (heute Hoshino USA Inc.) als Vertriebs-Niederlassung in den USA sah man sich mit einem Problem konfrontiert: Der Markenname Star konnte in den USA nicht für Drums verwendet werden. Was lag da näher als den Markennamen Tama zu verwenden? Und so wurden 1974 die Tama Drums vorgestellt, benannt übrigens nach dem Namen einer in der Hoshino-Familie allseits außerordentlich beliebten Großmutter.

Zunächst startete man (nach einer Einigung mit der Plattenfirma Tamla Motown, dass man ganz gewiss nicht mit dem Namen Tama ins Tonträgergeschäft einsteigen werde!) mit den Serien Swingstar, Royalstar und Imperialstar – und mit der ersten doppelstrebigen Hardware inklusive des ersten Cymbal-Boom-Stand.

Ab 1976 war es übrigens Tama als erster Hersteller, der sämtliche Tauchrohre seiner Hardware mit Nylon-Hülsen innen ausstattete. 1977 folgten die Serien Superstar und Fiberstar, und es wurden als unikate Instrumente die Octobans und im Hardware-Bereich das „King Beat“ Bassdrum-Pedal, die erste Multi-Clamp und der erste Off-Set Cymbal-Tilter vorgestellt.

Einen ersten Ausflug in die Welt der E-Drums stellte der zweikanalige Tama „Snyper“ Drum-Synthesizer dar. Sein erstklassiger LFO (Low Frequency Oscillator) machte ihn schon damals zur Geheimwaffe, um Bassdrum-Sounds über PA unglaublich fett zu machen (so setzte ihn z. B. auch Police-Drummer Stewart Copeland ein).

1979 erwarb Elger Inc. die Camco Drum Company, und so kam es auch kurzzeitig zu einer Fertigung von ca. 150 Tama Camco Drums in den USA – heute eine gesuchte Rarität! Seitdem stellte Tama in Japan auch das legendäre Camco „Chain Drive“ Bassdrum-Pedal her, bis dessen Produktion im Jahre 2001 eingestellt wurde. 1979 wurde auch der universell einstellbare, nachdem L-Arm/Omni-Ball-Prinzip funktionierende „Omni-Sphere“ Tom-Halter eingeführt.

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Kuriositäten und die Rockstar-Serie in den 1980er Jahren

Nach der Reorganisation und Umbenennung der Tama Manufacturing Inc. in Hoshino Gakki Manufacturing Co. Ltd. stellte Tama 1981 die „X-Tra“-Drums mit tieferen Kesseln für die Drum-Serien vor, 1982 den „Omni-Lock“ Tom-Halter und die erste X-Hat. Mit den Artstar Drums wurde 1983 eine neue Top-Drum-Linie mit exotischem „Cordia Wood“-Finish präsentiert.

Neben der Markteinführung der „Tilt Hat“ und des „Pro-Beat“ Double-Bassdrum-Pedals sowie des PTS Rack-Systems (Power Tower System) gab es 1984/85 auch bei Tama Drums einen (weiteren) Ausflug in die Elektronik: Mit dem Tama „Techstar“ E-Drum-Set, einem Drum-Amp, einem Sequencer und einer Trigger-Bank reagierte Tama auf den damals gerade grassierenden Simmons-Trend.

1986 präsentierte Tama gleich drei neue professionelle Drum-Serien: Artstar II, Crestar und Granstar. Kurios: Für alle Serien wurden auch 11“ durchmessende Toms angeboten!

Und auch im Snaredrum-Bereich gab es Ungewöhnliches zu entdecken: Zum einen das „PAT 30 Lug“ Stimm-System, das bei den „Artwood Solid Maple“-Snaredrums eingesetzt wurde und das Stimmen des Resonanzfells auch von der Schlagfellseite (wie auch von der Resonanzfellseite) mittels eines Drei-Wege Stimm-schlüssels erlaubte, zum anderen die speziellen „Artwood Solid Maple“-Modelle AW-625-11 und AW-626-11 – mit 11(!) Stimmschrauben pro Fell. Na ja, manche Ideen waren sicher originell (und auch funktional!), konnten sich dann aber doch nicht durchsetzen.

Durchsetzen konnte sich allerdings eine ebenfalls seit 1988 gefertigte Drum-Serie: Tama Rockstar! Die beiden Serien „Rockstar“ (mit folierten Kesseln) und „Rockstar Custom“ (lackiert) konnten sich als sehr beliebte Drum-Serie im Mittelklasse-Bereich etablieren, nicht zuletzt durch ständige Produktverbesserungen und neue technische Features.

1989 wurden die „Stilt“ Hardware-Stative und für die Hi-Hats das „Lever Glide“-System eingeführt.

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Innovationen in den 1990er Jahren

1993/94 wartete Tama wieder mal mit neuen Innovationen auf: 1993 wurde die „Iron Cobra“ Pedal-Serie vorgestellt, mit vier Single- und drei Double-Pedal-Versionen. Der Clou war u. a. eine Art „Baukasten-System“ von Zubehörteilen, mit denen die einfachen Pedale aufgerüstet werden konnten zum Top-Modell oder die Pedale ganz genau auf die individuellen Anforderungen des Drummer modifiziert werden konnten.

1994 präsentierte Tama die Starclassic Drums. Starclassic Maple und Starclassic Birch hatten zunächst 9-lagige Kessel von nur knapp 5 mm Stärke (Bassdrums 7mm) ohne so genannte „Verstärkungsringe“ (mit lackierten Oberflächen); ein ebenfalls neu vorgestelltes Starclassic Performer hatte damals einen 8mm starken Kessel aus „select hardwood“ (Birch und Philippine Mahogany) und war mit lackierten sowie folierten Oberflächen erhältlich.

Die Tama Artstar II Drums wurden in Artstar Custom umbenannt und bekamen mit dem Artstar ES eine preisgünstigere Version zur Seite gestellt. 1995 führte man unter „Starclassic Select“ eine Art „Custom Shop“ ein, der vier Optionen bot: zusätzliche Sound Focus Rings, bis zu vier verschiedene Kesseltiefen bei Bassdrums und Toms wählbar, optionale Gold Hardware und spezielle Finishes.

Ausgestattet waren alle Starclassic Drums zudem mit Guss-Spannreifen und den neu konzipierten, in die Spannreifen integrierte „Star Cast“ Tom-Halterung. Mit dem „Air Ride“ Snaredrum-Stativ bot man das Halterungssystem dann auch für Snaredrums an.

1997 wurde das Starclassic-Programm umgestellt: Die Starclassic Birch Drums wurden aus dem Programm genommen, und die Starclassic Performer Drums erhielten eine Aufwertung durch eine neue Kesselkonstruktion aus Birch und Basswood. Die Optionen des ehemaligen „Select“-Programms wurden fest ins Programm für Starclassic Maple Drums aufgenommen.

1998 gab es für das Starclassic Performer das nächste Upgrade (reine Birken-Kessel sowie „Accel“-Tom-Größen), und im Hardware-Bereich wurden die neuen Iron Cobra Hi-Hats und Bassdrum-Pedale vorgestellt.

1999 wertete man die Rockstar Drum-Serien mit „Star Cast“ Tom-Halterungen auf und präsentierte die „Signature Palette Snaredrums“, konzipiert von den Drummern Simon Phillips, Kenny Aronoff und Bill Bruford. Im Jahr 2000 führte man für die Starclassic Performer Drums die „EFX“-Linie mit speziellen Folien-Finishes ein.

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Tama im 21. Jahrhundert

2001 kam es zu einer entscheidenden Änderung des mittlerweile schon „klassischen“ Starclassic Maple-Kessel: Statt 9-lagiger Kessel werden seitdem 6-lagige, 5mm starke Kessel für Toms und Floor-Toms sowie 7-lagige, 7mm starke Kessel für die Bassdrums verwendet. Diese Spezifikationen wurden dann auch gleich für die Birken-Kessel der Starclassic Performer Drums übernommen.

Die Palette der Signature-Snaredrums wurde um ein Modell von Stewart Copeland sowie je zwei Modellen von Lars Ulrich und Mike Portnoy erweitert. Im Bereich der Hardware präsentierte man einen neuen ergonomischen Drummer-Sitz mit dem „1st Chair Ergo Rider Throne“. 2002 stellte Tama dann mit der neuen „Roadpro“-Hardware eine neue Linie in der Mittelklasse mit Top-Features vor.

Und seit 2002 präsentiert man jedes Jahr eine streng limitierte Auflage von Starclassic Exotix Drums, die jeweils mit Oberflächen-Furnieren selektierter exotischer Edelhölzer (Hawaiian Koa, Pommele, African Bubinga) gefertigt werden.

2003 und 2004 gab es zahlreiche Updates bei den Tama Swingstar und Swingstar Custom Drums (darunter ein auf den Swingstar Drums basierendes „Stagestar“ Mini-Kit), und 2004 wurden die neuartigen „WoodTone“-Snaredrums mit spezieller Kesselkonstruktion und Holz-Spannreifen vorgestellt sowie die Rockstar EFX Drum-Serie eingeführt.

Im „elektrischen Bereich“ gab es mit dem Modell RW-105 ein Update der beliebten Tama Rhythm Watch. 2004 eröffnete Hoshino in China mit der Guangzhou Hoshino Manufacturing Ltd. eine neue Fabrik zur Herstellung von Drums.