Terry Bozzio

Terry Bozzios Solo-Performances gelten als hochklassige musikalische Events und sind ebenso außergewöhnlich wie auch sein „Big Kit“, wahrscheinlich das weltweit größte Touring-Set, dessen Architektur zumindest rein optisch eine gewisse Gigantomanie ausstrahlt. Das Ergebnis: 26 Toms, 53 Cymbals, 22 Pedale, 7 Bassdrums, etliche Snaredrums und jede Menge Tuned Percussion.

Schlagzeuger Terry Bozzio mit seinem extrem großen Schlagzeug "Big Kit"
Terry Bozzio an seinem Monster-Kit

Klickt euch durch unsere Seite und erfahrt mehr über Terry Bozzio, den Meister der Solo-Drum-Performance, und sein “Monster-Kit”!


>>> Inhaltsverzeichnis <<<

Wer ist Terry Bozzio? – Eine musikalische Biografie

Sound & Stil von Bozzio

Video: Terry Bozzio – Meister der Solo-Drum-Performance

Interview: “Für mich ist es einfach nur ein Schlagzeug”

Video: Terry Bozzio an seinem “Monster Kit”

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Wer ist Terry Bozzio? – Eine musikalische Biografie

Bekannt wurde Terry in den 70er Jahren in der Band von Frank Zappa, mit dem er drei Welttourneen absolvierte und insgesamt 10 Alben einspielte. Nach Beendigung seiner Zusammenarbeit mit Zappa folgten ebenso legendäre Aufnahmen mit den Brecker Brothers („Heavy Metal Bebop“) und der britischen Band UK („Danger Money“, „Night after Night“).

Mitte der 80er Jahre erregte Terry Bozzio Aufmerksamkeit mit seiner erfolgreichen „New Wave“-Band Missing Persons mit seiner damaligen Ehefrau Dale Bozzio als charismatische Sängerin. Bei diesem Projekt betätigte er sich nicht nur als Schlagzeuger, sondern auch als Produzent, Arrangeur und Songwriter und sogar als Stage-Designer.

Zu erfolgreichen späteren Projekten gehören zudem Aufnahmen und/oder Touren mit Robbie Robertson, Mick Jagger, Deborah Harry, Dweezil Zappa, Lonely Bears, Polytown und Jeff Beck, dessen zeitloses Album „Guitar Shop“, das sehr eindrucksvoll das facettenreich groovende und klangmalerische Schlagzeugspiel von Terry featured, hochverdient einen Grammy gewann.

Terry Bozzio live in action am Schlagzeug
Terry Bozzio beim Drumming (© YouTube)

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Sound & Stil von Bozzio

Terry Bozzios Musik ist geprägt von melodischen Kompositionen fürs Drumset – wobei er seine Arbeit auf den Zusammenhang von Rhythmus, Melodie, Harmonie, Dynamik und Orchestrierung aufbaut. Sein Instrument ist das Drumset und dies ist wiederum auch sein Orchester – und so hat sein Setup eine fast schon beängstigende Größe angenommen.

Terry Bozzios Drum-Kompositionen basieren oft auf Ostinato-Pattern, über die er dann melodische Riffs und Solos spielt, was sich nur mit einem hohen Maß an Unabhängigkeit meistern lässt. Seine komplexen technischen und melodischen Konzepte veranlassten ihn dazu, etliche Lehrvideos und Solo-CDs zu veröffentlichen und jährlich zahlreiche Workshops und Solokonzerte in der ganzen Welt zu spielen – wobei nicht nur Schlagzeuger sich die atemberaubende musikalische Performance des Terry Bozzio auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Video: Terry Bozzio – Meister der Solo-Drum-Performance

Terry Bozzio ist wohl der Meister der Solo-Drum-Performance, der es wirklich schafft, sein Publikum auch bei einem zweistündigen Auftritt vollständig in den Bann zu ziehen, wie ihr zum Beispiel im folgenden Video sehen könnt. Viel Spaß!

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Interview: “Für mich ist es einfach nur ein Schlagzeug”

Die „An Evening with Terry Bozzio“-Tour führte den Schlagzeugkünstler quer durch Europa. Wir haben uns dabei das „Big Kit“ einmal angesehen und mit Terry Bozzios Personal Drum-Tech Michel Weekhout gesprochen.

Michel, das Drumkit von Terry gleicht einer gigantischen Skulptur. Es ist definitiv kein Rock’n’Roll -Kit …

Michel Weekhout: … absolut nicht! Es ist eine eigene musikalische Welt und thematisch eher in Richtung Klassik ausgerichtet. Ich selber bin auch gar kein Rock’n’Roll-Typ, sondern klassischer Percussion Player und arbeite für die holländische Percussion Company Pustjens. Terry begegnete ich zum ersten Mal vor rund 17 Jahren. Er machte gerade seine erste Solotour in Holland, und ich fuhr damals den Van. (lacht) Seit dieser Zeit bin ich Terrys Personal Drum-Tech.

Du hattest also 17 Jahre Zeit zu lernen wie man das Monster-Kit aufbaut?

Michel Weekhout (lacht): Das ist gar nicht so kompliziert. Und als klassischer Percussionist bin ich es gewohnt, große Setups aufzubauen. Bei Xenakis- oder Stockhausen-Inszenierungen sind höchst umfangreiche Percussion-Setups am Start. Im Vergleich dazu ist Terrys Kit gar nicht mal so groß. Für mich ist es einfach nur ein Schlagzeug. Und es hat ja auch nur sieben Bassdrums, eine Hand voll Toms oben drüber und ein paar Cymbals – für mich recht überschaubar. In all den Jahren habe ich das Set unzählige Male aufgebaut. Da kommt es auf Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit an. Ich bin gut darin, sein Drumkit exakt nach Vorgabe aufzubauen. Darum hab ich auch den Job.

Wie ist die Vorgehensweise beim Aufbau?

Michel Weekhout: Wenn man das Set betrachtet, dann sieht es erst mal nach einem komplizierten Unterfangen aus. Ist es aber nicht, denn alle RackTeile, Cymbal-Arme und Halterungen sind mit Memory-Klammern versehen. Ohne die geht es natürlich nicht – obschon ich das Set inzwischen auch ohne Memories aufbauen könnte. Ich kenne jeden Winkel und Abstand im Set zentimetergenau. (lacht)

Der Aufbau beginnt grundsätzlich mit den Pedalen. Sie bilden das Herz und Zentrum, und für Terry ist dies der wichtigste Teil des Kits. Auf dem Teppich gibt es exakte Markierungen, denn die Pedale müssen hundertprozentig genau platziert sein. Terry spielt und fühlt sie blind. Weiterhin gibt es Markierungen für die Positionen der Rack-Beine. Rack und Pedale sind das Fundament. Toms und Cymbals werden dann nur noch in die Memory Locks gehängt. Alles andere, wie das Montieren der Percussion-Instrumente, Positionieren der Bongos etc., beruht auf meinen Erfahrungswerten.

Wie lange brauchst du für den Aufbau?

Michel Weekhout: Im Schnitt sind es zwei stramme Stunden plus eine halbe Stunde Soundcheck.

Hast du konzeptionell an der Technik des Racksystems oder an der Setup-Philosophie mitgearbeitet?

Michel Weekhout: Nein, es ist Terrys Kit und ich baue es nach seinen Vorgaben auf. Terry holt sich aber gerne Tipps von mir, wenn es um Sounds und Tuning geht. Einmal hatten wir Probleme mit der siebten Bassdrum, die eigentlich ein 16″-Floor-Tom war. Diese Trommel klang immer ein wenig dünn und sie ließ sich auch nicht zufriedenstellend auf „F“ tunen. Ich schlug vor, ein 18″-Floor-Tom zu nehmen, was von sich aus ja schon mal mehr Power liefert. Terry ließ sich darauf ein und es funktionierte.

Das vollständige Interview mit noch mehr Infos und einer kompletten Equipment-Liste von Terry Bozzios “Big Kit” findest du hier zum Download!


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Video: Terry Bozzio an seinem “Monster-Kit”

Ihr wollt Terry Bozzio live an seinem “Monster Kit” mit 26 Toms, 53 Cymbals, 22 Pedalen, 7 Bassdrums, etlichen Snaredrums und jeder Menge Tuned Percussion erleben? Dann schaut euch das folgende Video vom Guitar Center Drum Off 2011 an!

Text: Janine Bodelier & Tom Schäfer

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