Tico Torres

Sie nennen ihn „Hitman“, zu Deutsch „Scharfschütze“ – und das nicht nur wegen seines energetischen Drummings. Denn egal, was Hector Samuel Juan Torres, kurz Tico, anfasst, es ist ein Erfolg: Als Schlagzeuger von Bon Jovi hat er in den letzten 20 Jahren über 100 Millionen Alben verkauft, die größten Stadien der Welt gefüllt und mit einer ganzen Reihe von Legenden gejamt.

Damit nicht genug, ist der Ü60-jährige Kubaner ein gefeierter Maler und Geschäftsmann, der mit „Rock Star Baby“ eine Modekollektion für Kleinkinder unterhält, und – trotz 1,70 Meter Körpergröße – reihenweise Supermodels vom Kaliber Eva Herzigova dated.

Seit 2001 ist er mit dem venezolanischen Supermodel Maria Alejandra Marquez verheiratet. Die Geburt von Söhnchen Hector Alexander 2004 krönte das Glück der Beiden.

Grund genug für Sticks, diesem trommelnden Unikum etwas genauer auf die Finger zu schauen.


>>> Inhaltsverzeichnis <<<

Tico Torres vor Bon Jovi

Interview: Tico Torres über Golf, Babyklamotten, Joe Morello und seine Malerei

Tico Torres’ Equipment

Diskografie mit Bon Jovi

Tico Torres vor Bon Jovi

In den 70ern trommelte sich Tico Torres als langhaariger Hippie und unter dem Pseudonym Cosmo Jones durch die amerikanische Musikgeschichte, mit eigenen Bands wie Sweat, Phantom’s Opera oder Frankie & The Knockouts, aber auch mit Session-Jobs für Miles Davis, Chuck Berry, Alice Cooper, Cher und einige mehr. Insgesamt 26 Alben gehen auf das Konto des „Hitman“ – die Bon Jovi-Platten nicht eingerechnet!

Interview: Tico Torres über Golf, Babyklamotten, Joe Morello und seine Malerei

Tico Torres, der Golf-Fanatiker? 

Oh ja, ich liebe Golf. Willie Nelson hat es mir beigebracht, das muss jetzt auch schon 15 Jahre oder so her sein. Er besaß damals einen eigenen Golfplatz, und als Jon und ich mal zu Besuch waren, fragte er mich: „Hey, spielst du Golf?“, und ich sagte: „Nein.“ – „Na los, ich bringe es dir bei.“ Das war schon ziemlich ungewöhnlich. Mit einer Legende über den Rasen zu schlendern und ein paar Bälle zu versenken, während man über dieses und jenes plaudert, Mann, das war richtig spannend. Seitdem hat mich dieser Sport nicht mehr losgelassen. Man ist an der frischen Luft und trifft dauernd nette Leute. Das ist einfach toll. Gerade wenn wir auf Tour sind, kann es schon sehr stressig zugehen, weshalb ich gerne mal für ein paar Stunden auf den Platz fahre und ein paar Bälle versenke. Das entspannt mich total.

Es ist noch gar nicht lange her, da waren golfende Rockstars die Zielscheibe von Spott und Hohn – nach dem Motto: „Haben sie noch Sex oder Golfen sie schon?“

Klar, ich war auch immer jemand, der sich darüber kaputt gelacht hat. Für mich war das ein Schwuchtelsport, aber dann zeigte mir Willie, worum es dabei wirklich geht. Seitdem bin ich bekehrt.

Und wie viel Hohn erntest du für „Rock Star Baby“? Der (damals) 51-jährige Drummer einer erfolgreichen Rockband, der Babykleidung designt, das klingt doch zunächst mal nach Realsatire, oder?

Nun ja, „Rock Star Baby“ ist unheimlich erfolgreich. Wir haben 2005 unseren ersten Laden in Berlin eröffnet, und in kürzester Zeit die gesamte Kollektion ausverkauft. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, zu expandieren und neue Shops in Deutschland und ganz Europa zu eröffnen.

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen?

Jedes Mal, wenn ich Babysachen für die Jungs in meiner Band oder andere Freunde kaufen wollte, ist mir aufgefallen, dass das Angebot doch sehr begrenzt ist. Farblich ist es entweder Pink oder Blau und auch sonst alles andere als schön. So kam ich auf die Idee, eigene Kreationen zu entwerfen. Hinzu kommt, dass ich mittlerweile einen kleinen Sohn habe, so dass es mir auch persönlich wichtig ist, dass er gut angezogen ist.

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Dein Sohn heißt Hector Alexander Torres und trägt somit denselben Vornamen wie du. Eine Familientradition?

Ja, ich trage den Namen meines Vaters, und den habe ich an meinen Erstgeborenen weitergegeben. Ob du es glaubst oder nicht: Er ist ein Drummer! Er haut auf allem herum, was ihm in die Quere kommt.

Dein Spitzname lautet „Hitman“. Bezieht sich der auf Tico, den Schlagzeuger, oder Tico, den Eroberer von Supermodels wie Eva Herzigova, mit der du lange liiert warst?

Den Namen „Hitman“ hat mir Southside Johnny verpasst, mit dem ich bei Frankie And The Knockouts gespielt habe, ganz einfach, weil mein Spiel so kraftvoll war. Aber ganz früher hatte ich noch einen anderen Künstlernamen: Ich hieß Cosmo Jones, in Anlehnung an Frank Zappa und Elvin Jones aus John Coltranes Band. Und der Name passte zu mir, denn ich war damals ein langhaariger Hippie, der sich ständig in Harlem rumtrieb und in fast allen schwarzen Bands spielte. Ich war weiß und noch ganz jung, aber die Leute haben mich mitspielen lassen, einfach weil ich ein gutes Feeling für mein Instrument besaß. Das waren meine Lehrjahre. Und ich kann dir sagen, dass man als blutjunger Musiker eine ganze Menge lernt, wenn man mit Typen zusammen spielt, die alle 30 Jahre älter sind.

Bon Jovi Drummer Tico Torres mit seinem Schlagzeug
Der “Hitman” Tico Torres (© Ralph Larmann)

Damit meinst du Joe Morello, der so etwas wie dein Mentor war?

Ja, Joe war der Drummer von Brubeck, und bei ihm habe ich Unterricht genommen. Er war der schnellste Drummer der Welt, und ich wollte mir etwas von seiner Technik abschauen. Als ich zum ersten Mal zu ihm kam, stellte ich fest, dass sein Dach ein Leck hatte, und da ich zufälligerweise Dachdecker gelernt hatte, bot ich ihm an, es zu reparieren – im Tausch für ein paar Nachhilfestunden. So gab er mir Stunden, wenn er nicht gerade auf Tour war, und auf diese Weise sind wir zu richtig guten Freunden geworden.

Gab es so etwas wie einen Schlüsselmoment, in dem du dich entschieden hast, Schlagzeuger zu werden?

Ehrlich gesagt, bin ich mehr durch Zufall zum Schlagzeugspielen gekommen. Ich war ursprünglich Gitarrist und spielte schon sehr früh in einer 16-köpfigen Soulband, die gleichzeitig die Hausband der „Hollis Balloon Show“ war, einer TV-Sendung, die in den 60er Jahren ziemlich populär war. Der Schlagzeuger hieß Johnny Cobbs, und eines Tages fiel ihm kurz vor der Aufzeichnung auf, dass er keine Sticks mehr hatte, und deshalb wollte er schnell welche kaufen gehen. Also wurde ich gefragt, ob ich nicht kurz einspringen könnte, und als der Typ zurückkam, hatten wir schon drei Songs gespielt und mir war klar: „Hey, das macht richtig Spaß.“ Zufälligerweise war der Saxophonist ebenfalls Drummer, und so konnte ich mir ein Kit leihen, und von da an hat mich dieses Instrument nicht mehr los gelassen.

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Du hast vor Bon Jovi in etlichen Bands gespielt. Gibt es da irgendwelche Aufnahmen?

Zunächst mal habe ich mit sehr vielen Bands aus Manhattan und New Jersey gespielt, wobei T. Roth & Another Pretty Face wohl die bekannteste ist. Wir haben eine Platte aufgenommen und genossen einen wirklich exzellenten Ruf, Kultstatus sozusagen. Bands wie Blondie kamen zu unseren Shows, und wir wurden irgendwann vom „Great Gildersleeves“ als Hausband verpflichtet. Das war in den späten 70ern, und ich muss sagen, dass wir schon eine sehr interessante Band waren. Allein rein optisch, weil wir wilde Kostüme trugen und einen schwulen Sänger hatten, aber auch von unserer ganzen Bühnenshow her. Wir hatten überall Fernseher stehen und drehten unsere eigenen Videos – lange bevor es in Mode kam. Und auch musikalisch waren wir sehr ausgewogen. Wir spielten alles von R’n’B bis Reggae und Punk.

Aber Frankie & The Knockouts waren die einzigen, mit denen du mehrere Alben gemacht hast?

Wir haben drei Alben gemacht, und eines schaffte es sogar in die Top 40. Das war schon eine sehr gute Band. Wir gingen auf Tour mit Toto und Loverboy, die damals sehr groß waren. Frankie war vorher in einer Band names Bull Angus, und wir trafen uns zum ersten Mal, als er im Vorprogramm von Rod Stewart & The Faces im Madison Square Garden auftrat. Ich weiß noch, er hatte einen Afro ungefähr so groß wie eine Bassdrum, und er war ein sehr lustiger Kerl. Na ja, und ein paar Jahre später haben wir uns dann wieder gesehen und angefangen, Musik zu machen. Außerdem hast du als Studiomusiker für etliche Größen gearbeitet … … ja, u. a. für Cher und Stevie Nicks, aber es waren auch viele dabei, die heute niemand mehr kennt.

Angeblich hast du sogar mal für Chuck Berry getrommelt?

Nein, ich habe nie auf seinen Alben gespielt, sondern ihn lediglich live begleitet.

Und Miles Davis?

Mit Miles habe ich gespielt, als ich noch Cosmo Jones hieß. Willie Bridges und ich waren alte Kumpel, und Willie hatte Saxofon für Aretha gespielt und war unter anderem auch bei King Curtis, genau wie ich. Als King dann starb, hat Miles die ganze Band übernommen – und ich war dabei. So habe ich ihn kennen gelernt. Er war ziemlich cool. Allerdings kam er mir manchmal vor wie ein Lebewesen vom anderen Stern. Er war schon ziemlich exzentrisch, und ich weiß nicht warum, aber mich mochte er irgendwie. Wir kamen gut miteinander aus, und ich pflege auch heute noch Kontakt zu seinen Kindern. Ich habe ihn auch mal der Band vorgestellt, als wir zufällig auf demselben Flug waren. Der Mann ist einfach eine Legende.

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Musikalisch scheinst du ein ziemlich aufgeschlossener Typ zu sein.

Oh ja, ich liebe Jazz und Blues. Improvisieren ist eine hohe und sehr interessante Kunst. Was passiert, passiert, und ich fand das immer ungemein spannend. Leider hatten wir in den alten Zeiten nur sehr selten einen Recorder dabei, so dass nur das damalige Publikum etwas von unserer Kreativität mitbekam. Im Vergleich dazu sind Rock-Songs doch sehr gewöhnlich. Die Struktur ist bekannt, und man tendiert nicht gerade dazu, groß von ihr abzuweichen.

Klingt, als würdest du das Improvisieren vermissen …

… ob ich es vermisse, mal wieder einen richtigen Jam auf der Bühne hinzulegen? Natürlich, allerdings ist das etwas, das ich auch später noch machen kann, wogegen es bei der Rockmusik gewisse Altersgrenzen gibt. Ich spiele nun mal sehr kraftvoll, und nach einer dreistündigen Show bin ich meistens total kaputt. Jazz kannst du jede Nacht spielen, ohne dass es dich wirklich auslaugt, und deshalb sind so viele Jazz-Musiker auch bis kurz vor ihrem Tod aktiv.

Das wäre also durchaus etwas, was ich mir für meine Zukunft vorstellen könnte. Aber bis dahin ist es für mich das Allergrößte, auf Tour zu gehen. Ich möchte vor den Fans spielen. Außerdem wäre es sehr schwierig, als Session-Drummer wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wenn du einmal draußen bist, bist du draußen, weil es Hunderte Kids gibt, die nur darauf warten, deinen Platz einzunehmen. Und da Produzenten gerne mit den gleichen Musikern arbeiten, ist es sehr schwierig, an vernünftige Jobs zu kommen.

Stimmt es, dass du ein paar Soundtracks eingespielt hast?

Das stimmt. Allerdings war das noch in meiner Jugend, lange vor Bon Jovi. Ich war damals als Session-Musiker aktiv, ganz einfach, weil man so gutes Geld verdienen konnte. Und so kam halt einiges zusammen, vom Wonderbread-Werbejingle bis zur kompletten Filmmusik war alles dabei. Damals spielte die Musik in den Filmen allerdings eine eher untergeordnete Rolle, was man auch daran sehen konnte, dass das Budget für die Musik am geringsten war, und man dort am ehesten Einsparungen machte. Mittlerweile hat sich da einiges geändert, was ich sehr positiv finde.

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Und als 1983 das erste Bon Jovi-Album erschien, hast du mit den Sessions aufgehört?

Nicht sofort. Ich habe noch bis 85 oder 86 weitergemacht, einfach weil es leicht verdientes Geld war, und die Band am Anfang ja nicht wirklich erfolgreich war. Ich hatte damals immerhin schon ein Haus, und die Rechnungen zahlten sich nicht von alleine. Erst als „Slippery When Wet“ rauskam, musste ich mir darum keine Sorgen mehr machen. Wenn du weißt, was ich meine … (lacht)

Junger Schlagzeuger Tico Torres
Tico Torres in jungen Jahren an den Drums für Bon Jovi (© Ralph Larmann)

Warum hast du dich damals überhaupt dafür entschieden, einer völlig unbekannten, jungen Band wie Bon Jovi beizutreten?

Weil ich sofort erkannt habe, welches Talent in diesem Jon Bon Jovi steckt. Er war schon damals ein begnadeter Frontmann, und heute ist er definitiv der beste auf der ganzen Welt. Es gibt keinen besseren, und glaube mir, ich kann es beurteilen. Als Drummer sieht man alles. Man sitzt hinter seiner Schießbude und hat alles im Blick – das Publikum und die Band. Und was da manchmal abgeht, ist pure Magie. Das war es schon beim allerersten Mal, als wir zusammen gespielt haben.

Natürlich war es ein gewisses Risiko, denn immerhin hätte ich alternativ bei Richie Blackmore einsteigen können, der noch einen Drummer suchte. Aber schon beim ersten Konzert war mir klar: „Das wird etwas!“ Natürlich konnte ich am Anfang nicht wirklich von der Band leben, weshalb ich weiterhin Sessions spielte. Aber glücklicherweise kam dann der Erfolg, und wir sind zu dem geworden, was wir heute sind.

Was macht ein gutes Drum-Kit aus?

Oh, das ist reine Geschmackssache und lässt sich nicht verallgemeinern. Ich persönlich stehe zum Beispiel vor allem auf die älteren Kits, denn die sind oftmals besser, weil sie schon eingespielt sind und ihren eigenen, sehr speziellen Sound haben.

Es gibt da dieses Zitat von dir: „Je älter ich werde, desto mehr weiß ich eine gute Ballade zu schätzen.“ Wie meinst du das?

(lacht) Nun, ich mag Balladen, weil sie mir während eines Konzerts die Möglichkeit geben, mal kurz zu relaxen und Luft zu holen. Wenn wir z. B. Radio-Shows spielen, ist unser Set meist eineinhalb Stunden lang und besteht in der Regel nur aus Uptempo-Nummern. Das kann dann schon sehr anstrengend sein, und man hört mich hinterm Kit winseln: „Bitte Jungs, lasst uns eine Ballade spielen.“ Vor allem, wenn du vor dem Gig noch etwas Schweres gegessen hast, was ich sehr oft tue – etwa ein richtiges, blutiges Steak – dann kann dir das schon ziemliche Probleme bereiten.

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Und welchen Bon Jovi-Song spielst du am liebsten?

Mein Lieblingssong von Bon Jovi ist wohl „Keep The Faith“, weil er sehr abwechslungsreich ist, besonders in der Akustik-Version, die wir 2003 veröffentlicht haben.

Und die bei den Kritikern nicht besonders gut ankam …

… nein, aber warum auch? Wir waren nie Kritikerlieblinge. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es auch für die Fans sehr ungewohnt gewesen sein muss, weil wir die Struktur der Songs doch sehr verändert haben. Ich habe zum Beispiel sehr viel mit afrikanischen und indischen Drums gespielt. Auch hat sich der gewohnte 4/4- Takt bei einigen Songs so verändert, dass er plötzlich in 6/8 war, was natürlich recht ungewöhnlich klingt. Aber ich für meinen Teil experimentiere gerne und bin mit der Platte sehr zufrieden. Ich finde wirklich, dass sie zu unseren besten zählt.

Man könnte meinen, du hättest als Schlagzeuger alles erreicht. Gibt es noch so etwas wie einen Traum, den du dir erfüllen möchtest?

Oh ja! Ich wünschte, ich wäre ein hundert Mal besserer Drummer! Musiker sind nun mal Perfektionisten, und deshalb findest du immer etwas, was noch zu verbessern ist – und das ärgert mich.

Gesundheitswahn hin oder her – du zählst zu den letzten Drummern, die während einer Show rauchen, oder?

Ja, auch das hat mir Elvin Jones mal beigebracht. (lacht)

Deine rebellische Seite?

Könnte sein. Allerdings könnte es auch sein, dass ich mich mittlerweile so daran gewöhnt habe, dass ich es mir nicht mehr vorstellen könnte, „Dead Or Alive“ ohne Zigarette zu spielen. Das gehört für mich einfach dazu – es ist reine Gewohnheit. (lacht)

Kennst du irgendwelche Schlagzeuger-Witze?

„Ich bin kein Musiker, ich bin ein Drummer.“ – den muss ich mir ständig anhören. (lacht)

Wie steht es mit einigen Tipps für Anfänger?

Musikalisch: Spiele das, was dein Herz dir sagt! Geschäftlich sollte man es in unseren Zeiten vermeiden, sich an eine Plattenfirma zu binden. Versuche, die Aufnahmen selbst zu finanzieren und schließe nur einen Vertriebs-Deal ab, oder verkaufe deine Alben gleich übers Internet. Du setzt zwar nicht so große Stückzahlen um, aber dafür ist der Profit größer.

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Neben der Musik und den Babyklamotten hast du noch ein weiteres Betätigungsfeld, nämlich als Fotograf und Maler. Auch da bist du sehr erfolgreich.

Ich fotografiere lediglich Modelle, um sie später zu malen. Außerdem fertige ich gerne Skulpturen an, das mache ich schon seit meinem fünften Lebensjahr, also lange bevor ich mich überhaupt für Musik begeistert habe. Erst mit 12 hat es mich dann erwischt und ich wusste, was ich wirklich wollte. Mir war plötzlich klar: „Das mit der Kunst wird nicht funktionieren. Ich will Musiker werden.“

Man sagt, deine Bilder haben etwas typisch kubanisches.

Ja, ich finde, die Farben und die Leidenschaft, die durch sie zum Ausdruck kommen, sind typisch kubanisch. Ich glaube, dieses Latino-Flair ist so ein wichtiger Teil meiner Persönlichkeit, dass es alles beeinflusst, was ich tue – wie ich den Pinsel bewege oder wie ich auf die Drums einschlage. All das hat mit meinen Wurzeln zu tun. Und wenn du mit der richtigen Leidenschaft dabei bist, zählt jeder Beat. Jeder einzelne Beat erzählt eine Geschichte.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich als Drummer Teil einer Band bin, und deshalb nicht meine eigene Musik mache, sondern nur zum großen Ganzen beitrage. Beim Malen bin ich dagegen ganz auf mich allein gestellt, wodurch es mir möglich ist, mich individuell auszudrücken. Das ist mir auch sehr wichtig. So wichtig sogar, dass ich angefangen habe, auf Tour zu malen. Erstens, weil es mir so möglich ist, mal abzuschalten, und zweitens, weil man auf so einer Tour natürlich unheimlich viele Motive zu Gesicht bekommt, die es einfach wert sind, gemalt zu werden. Denn natürlich beeinflusst es dein Bild, ob du es in Chicago oder in Vietnam angefertigt hast.

Außerdem habe ich damit begonnen, kleine Geschichten zu den Bildern zu schreiben, und ich habe vor, das auf der kommenden Tour wieder zu tun. Wer weiß, vielleicht veröffentliche ich es am Ende ja sogar – so als mein persönliches Tourtagebuch. Tony Levin, der Bassist von Peter Gabriel, brachte mich darauf. Er schickt mir ständig kleine Fotobücher, die er macht, wenn er auf Tour ist, und ich halte das für eine klasse Idee. Und da dachte ich mir, dass ich das auch mal mit einer Bon Jovi-Tour versuchen sollte.

Und wie bist du zur Malerei gekommen?

Ich bin in New York City groß geworden, mit einer Mutter, die den ganzen Tag und einem Vater, der die ganze Nacht gearbeitet hat. Na ja, da blieb nicht viel Zeit für mich, und da ich ein Einzelkind war, musste ich mich irgendwie beschäftigen. Also habe ich schon früh Stifte und Pinsel für mich entdeckt und mir so etwas wie meine eigene Welt geschaffen. Das hat mich meine ganze Kindheit über beschäftigt, eben bis ich 12 war und mir klar wurde, dass die Musik meine wirklich große Leidenschaft sein würde.

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Also ist dir die Malerei in etwa das, was den anderen Bon Jovis ihre Soloalben sind – ein Mittel zum kreativen Austoben?

Das kann man so sagen. Aber das ist doch eigentlich nichts Ungewöhnliches. Ich kenne viele Musiker, die auch in anderen Bereichen der Kunst reüssieren. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch mal ein Soloalbum aufnehmen werde. Wenn es so weit kommt, werde ich allerdings selbst singen, und das wird dann musikalisch eher in die Crooning-Ecke gehen. Meine Stimme eignet sich einfach nicht für den Rock’n’Roll.

Aber du hast doch schon mal bei Bon Jovi gesungen, oder?

Ja, und der Song wurde gerade auf dem Box-Set veröffentlicht. Es ist lustig, aber ich konnte mich gar nicht daran erinnern, dass wir ihn überhaupt aufgenommen hatten. Wenn man so will, war das mein kleiner „Ringo Starr Moment“. (lacht)

Außerdem habe ich noch bei dem Dunhill Golf-Turnier gesungen. Das ließ sich kaum vermeiden. Supertramp spielten und da war es logisch, dass man mich fragte, mitzujammen. Ich habe dann „Crazy“ gesungen, was wirklich gut ankam. An dem Abend gab es etliche Knaller zu bestaunen. Dennis Quaid zum Beispiel hat sich ans Keyboard gesetzt und einen Jerry Lee Lewis-Song zum Besten gegeben. Das war schon eine sehr spaßige Sache.

Text: Marcel Anders (aus Sticks 03/2005)

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Tico Torres’ Equipment

Drums (Pearl):

  • div. Kits der „Masterworks“- und „Masters Custom“-Serien, u. a. in Artisan Bubinga und Red Sparkle Laquer Finishes
  • 22″ x 18″ Bassdrums (2)
  • 12″ x 9″ und 13″ x 10″ Toms

oder

  • 12″ x 10″ und 13″ x 11″ Toms
  • 16 x 16 Floor-Tom
  • 18 x 18 Floor-Tom

Snaredrums (Pearl):

  • 14″ x 6,5″ TR-1465 Tico Torres Signature
  • 14″ x 6,5″ Ultracast
  • 14″ x 6,5″ Masterworks Maple/Mahogany (Artisan Bubinga Finish)
  • 14″ x 6,5″ MRX 6-ply Maple (Red Sparkle Laquer Finish)

Pedale

  • dw 5000TD Delta II Accelerator
  • Bassdrum-Pedale
  • Pearl Eliminator Hi-Hat

Cymbals (Paiste):

  • 18″ Signature Power Crash (2x)
  • 14″ Signature Heavy Hi-Hat
  • 14″ Signature Full Crash
  • 16″ Signature Power Crash
  • 18″ Signature Full Crash (2x)
  • 22″ Signature Power Ride
  • 20″ Paiste 2002 China

Percussion (LP):

  • LP Jam Block Low Pitch Red
  • LP Cyclops Mountable Tambourine
  • LP Concert Series Bar Chimes (Double Row, 36 Bars)

Sonstiges:

  • Felle: Remo
  • Toms: Ambassador coated (top), Ambassador ebony (bottom)
  • Snaredrum: CS Snare (top), Ambassador Snare (bottom)
  • Bassdrum: Powerstroke 3 coated (batter), Powerstroke 3 ebony (front), mit 6″ Loch
  • Sticks: Ahead Tico Torres Signature
  • Hardware: Pearl

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Diskografie mit Bon Jovi

Studioalben:

  • Bon Jovi (1984)
  • 7800° Fahrenheit (1985)
  • Slippery When Wet (1986)
  • New Jersey (1988)
  • Keep the Faith (1992)
  • These Days (1995)
  • Crush (2000)
  • Bounce (2002)
  • Have a Nice Day (2005)
  • Lost Highway (2007)
  • The Circle (2009)
  • What About Now (2013)
  • This House Is Not For Sale (2016)

Livealben:

  • One Wild Night Live 1985-2001 (2001)
  • Inside Out (2012)
  • This House Is Not For Sale – Live from the London Palladium (2016)

Compilations:

  • Cross Road – The Best of (1994)
  • This Left Feels Right (2003)
  • Greatest Hits (2010)
  • Burning Bridges (2015)