Timbales

Auf dieser Seite erfahrt ihr alles über die Herkunft und den Aufbau von Timbales, die zu den lautstarken Klassikern der Percussion-Welt gehören. Außerdem findest du unter “Alle Modelle auf einen Blick” zahlreiche besondere Timbales Modelle, die auf Effektsounds oder spezielle Einsatzbereiche zugeschnitten sind.

Tito Puente Timbales
Hier die Mini Timbales aus dem Hause Meinl
Taku Hirano Hand Bale
Meinl Drummer Timbale

>>>Inhaltsverzeichnis<<<

Herkunft und Ursprung

Als „Pailas Cubanas“ finden sich die Ursprünge der Timbale in Cuba – wobei der Stammbaum des Instruments eine Verbindung zur europäischen Pauke vermuten lässt (Timbal = span. für Pauke).

Das Gen der Timbales ist möglicherweise durch die spanische Kolonisation tatsächlich europäisch. Doch hinsichtlich Spieltechnik, Sound und musikalischem Kontext lassen die heutigen und modernen Timbales keine offensichtliche Verwandtschaft zu jener Kesselpauke aus der klassischen Musik mehr erkennen. Zumindest nicht jene Versionen, die sich Anfang des letzten Jahrhunderts entwickelt haben und die seit diesen Tagen in nahezu unveränderter Form bestehen.

Aufbau von Timbales

Timbales bestehen aus einem Set von zwei Metallkesseltrommeln (meist Stahl oder Messing), die an einem Stativ waagerecht aufgehängt sind, so dass sie im Stehen gespielt werden können. Ein besonderes Merkmal sind die unten offenen Kessel. Diese werden auch Pailas genannt, die in zwei verschiedenen Größen als Trommelpaar miteinander kommunizieren. Die kleinere Trommel nennt man Primo und die größere heißt Secundo. In der traditionellen Spielweise sind die Kessel (aus Spielersicht) so angeordnet, dass links die große Secundo steht und rechts die kleinere Primo.

Felle

Timbales haben nur Schlagfelle und keine Resonanzfelle. Das macht ihren Klang hart und kühl. Auch der Metallkessel trägt zur eher „frostigen“ Klangfärbung bei. Aufgezogen sind in der Regel einschichtige Kunststoff-Felle, die über Stimm-Mechaniken getunt und aufeinander abgestimmt werden. Die Kesselgrößen variieren, wobei Standard-Sets oft die Kombination von 14“/15“ bzw. auch oder 13“/14“ zeigen.

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Sticks

Timbales werden hauptsächlich mit speziellen Timbales-Sticks gespielt. Dies sind dünne und leichtgewichtige Stöcke ohne Kopf. Da Timbales von Natur aus schon sehr laut sind, wären normale Drumsticks eine Nummer zu viel des Guten. Hinzu kommt, dass dünne Sticks mehr Höhen und feinere Rimshot-Attacks provozieren. Auch die Cascara-Rhythmen (siehe Spielweisen) gehen mit leichten Stöcken besser von der Hand.

Cha Cha Bells

Zu einem Timbales-Set gehört weiterhin eine „Cha Cha Bell“ (kleine, hoch klingende Glocke) und eine „Mambo Bell“ (größere und tiefer klingende Glocke). Auch Woodblocks und Plastik-Blocks (z.B. Jam Block) werden gerne montiert, um das Klangspektrum zu erweitern. Ebenfalls gibt es Timbale-Crashes sowie Timbale-Crash/Ride Cymbals, mit denen Akzente gesetzt oder Ride Figuren alternativ zu den Cowbells gespielt werden.

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Timbales: Alles Modelle auf einen Blick

Neben den Klassikern bietet die Percussion-Welt zahlreiche besondere Timbales Modelle, die auf Effektsounds oder spezielle Einsatzbereiche zugeschnitten sind.

  1. Flat Timbales

    So gibt es im Schlagzeugsektor die Drummer Timbales bzw. auch Flat Timbales. Die Besonderheit liegt darin, dass es sich um Einzelkessel handelt, die entsprechend kompakt gebaut sind, um sie im Setup an Halterungen zu verschrauben (z.B. 10“/12“/14“ Single Versionen mit 3“ bis 4,5“ flachen Kesseln).

    Die hellen und knackigen Sounds dieser Timbales sorgen für auffällige Akzente und erweitern damit das übliche Klangspektrum eines Schlagzeugs mit latinorientieten Färbungen.

    Meinl Drummer Timbale
    Meinl Drummer Timbale
  2. Mini Timbales

    Ebenso bietet der Markt Mini Timbales, deren Sets mit extrem kleinen Kesseln (z.B. 6“/8“/10“) auf akzentreiches und knalliges Spiel ausgelegt sind und eine gute Ergänzung zu den Klassikern bieten.

    Mini Timbales
    Hier die Mini Timbales aus dem Hause Meinl

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  3. Modelle mit besonders tiefen Kesseln

    Auch wurden Modelle mit besonders tiefen Kesseln entwickelt. Zu erwähnen sind die Tito Puente Thunder Timbs bzw. Turbo Timbales mit 10“ tiefen Kesseln und fetten 15“/16“ Durchmessern.

    Außergewöhnlich auch die Attack Timbales mit kleinen 8“ Durchmessern und röhrenförmigen 11“ tiefen Kesseln.

    Tito Puente Timbales
    Tito Puente Timbales
  4. Signature Modelle

    Darüber hinaus gibt es eine Menge Signature Modelle, die nach individuellen Konzepten erfahrener Player entwickelt wurden. Zu nennen sei hier das Luis Conte Artist Modell sowie die Karl Perazzo Timbales mit 14“/15“ Antique Bronze Kesseln.

  5. Hand Bale

    Auch die Taku Hirano „Hand Bale“ gilt als Besonderheit in der Timbales-Gattung, da sie das einzig existierende Modell ist, das ohne Zuhilfenahme von Sticks mit der bloßen Hand gespielt werden kann.

    Taku Hirano Hand Bale
    Taku Hirano Hand Bale

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Timbales und die kubanische Musikform Son

Son ist eine auf Cuba entstandene Musikform, die sich aus afrikanischen Rhythmen und spanischen Liedern entwickelt hat. Die frühe Form des Son nannte man Changui. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Osten Cubas – der Oriente Region.

Zu den ursprünglichen Instrumenten zählte die Tres (dreisaitige Gitarre), eine Marimbula (Klangzungeninstrument), Claves, Guiro, Maracas und Bongos. Sechs Instrumente wurden gespielt und die Bands nannte man daher auch Sextetos. Später wurde die Marimbula durch den Bass ersetzt und eine Gitarre übernahm die Rolle der Tres.

Jetzt entfernte man sich auch von den inhaltlich eher problembesetzten Texten und heitere Lyrics verhalfen der Musik zu größerer Popularität, die von nun als Son auch in den großen Hotels Havanas gespielt wurde (etwa 1930).

Son gilt als wegweisend für solche Latin Styles wie Mambo oder Cha Cha Cha. Es dauerte nicht lange bis auch Trompeten in den Bands zu hören waren und neben den Congas hielten ebenso Timbales Einzug ins Line-Up. Diese spielten schließlich eine zentrale Rolle in der 1940-er und 1950-er Jahren, als die Latin-Welle auch in den amerikanischen Metropolen wie New York losbrach. Big Bands mischten Jazz und feurige Rhythmen zu einem Style, der sich später in den 1970-er Jahren übergreifend als Salsa etablierte. Und Salsa trägt ganz klar die Wurzeln des Son in sich.

Im Zeitalter der Latin Big Bands ist auf jeden Fall Mastermind Tito Puente zu nennen, der als einer der größten Timbaleros aller Zeiten gilt. Seine Spielweisen waren wegweisend und durch seine hochmusikalische Pionierarbeit erreichten Timbales schließlich große Popularität, die sich in den 1970-er und 1980-er Jahren auch in Europa ausbreitete.

In einer Salsa-Besetzung nehmen die Timbales die Chefrolle ein. So akzentuiert der Timbalero wichtige Dynamikpunkte des Arrangements (z.B. Überleitungen) und spielt sie deutlich durch Cues – wie z.B. den sogenannten Abanicos heraus – jenen typischen Rolls und Breaks, die zu den rhythmischen Attributen der Timbales zählen.

Text: Tom Schäfer