Vic Firth

Die Vic Firth Drumstick Company hat mit ihren Drumsticks Schlagzeug-Historie geschrieben. Doch welche Drumsticks solltest du dir zulegen? American Classic oder American Heritage – hier kommt eine Übersicht! Außerdem haben wir bei Vic Firth nachgefragt, welche die beliebtesten Sticks sind. Klick dich durch unsere Seite!


>>> Inhaltsverzeichnis <<<

Vic Firths Portfolio

Vic Firths Qualität im Test

Drumstick-Serien

Interview mit Firmengründer Vic Firth über seine Karriere als Musiker und wie er auf die Idee kam, Drumsticks herzustellen

Zweites Standbein: Die Vic Firth Gourmet Products

Vic Firths Portfolio

Die Vic Firth Drumstick Company in Newport, Maine zählt heute zu den großen Weltmarktführern. Das Angebot an Vic Firth Produkten ist äußerst umfangreich und erstreckt sich von Mallets, über spezielle Drumcorps- und Concert-Sticks, Besen für die unterschiedlichsten Anwendungen und natürlich Drumsticks. Mit letzteren erreicht man natürlich eine große Bandbreite von Schlagzeugern und Percussionisten jeglichen Musikstils und bietet hier geeignete Produkte an.

Vic Firths Qualität im Test

Vic Firth war eine der ersten Firmen, die großen Wert auf optimale Qualität der Sticks legte. So wurden Drumstick-Paare hinsichtlich gleichen Gewichts, Dichte, Stärke der Maserung und möglichst identischem Klang überprüft und gepackt.

Wir haben aus den verschiedenen Serien wahllos Paare herausgegriffen und mittels elektronischer Waage kontrolliert, dabei konnten innerhalb eines Stockpaares Toleranzen von maximal 2 Gramm festgestellt werden, was für einen Naturprodukt sicherlich exzellent ist.

Auch die Toleranz in einer Verpackungseinheit (12 Paar Sticks) bewegte sich in diesem Rahmen – sicherlich ein gutes Qualitätsmerkmal.

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Drumstick-Serien

Insgesamt bietet Vic Firth derzeit mit sieben Drumstick-Serien eine übersichtliche und doch vielfältige Produktpalette:

  1. Die „American Classic“-Serie wird aus Hickory-Hölzern gefertigt und es stehen insgesamt siebzehn unterschiedliche Modelle zur Auswahl zur Verfügung.
  2. In der „American Custom“-Serie stehen dreizehn verschiedene Modelle zur Verfügung, die aus Ahorn (Maple) gefertigt werden und sich überwiegend durch einen runden Kopf und leichtes Spielgefühl auszeichnen.
  3. Aus den populären Modellen der „American Classic“-Serie (7A, 8D, 5A, 5B, 2B und Rock) entwickelte Vic Firth die „American Sound“-Serie, welche die typischen Konstruktionsmerkmale und Dimensionen der Sticks beibehält, allerdings sind diese Modelle der „American Sound“-Serie mit einem runden Kopf ausgestattet, der natürlich einen völlig anderen Cymbal-Klang bietet.
  4. Die „American Heritage“-Serie wird aus Ahorn gefertigt, dabei wurden für diese Serie die populärsten Modelle der „American Classic“-Serie mit ihren typischen Spezifikationen übernommen. Somit stehen bewährte Modelle mit einem leichteren Spielgefühl und deutlich anderem Cymbal-Klang zur Verfügung.
  5. Die „American Jazz“-Serie ist entwickelt worden, um speziellen Bedürfnissen im Hinblick auf das Rebound-Verhalten entgegen zu kommen. Schnelle Swing-Pattern auf dem Ride-Cymbal erfordern einen Stock, der auch in einer gewissen Weise flexibel ist und so verfügen die sechs erhältlichen Modell über einen sehr langen und dünnen Schaft.
  6. Last but not least bietet Vic Firth natürlich auch Modelle an, die in Zusammenarbeit mit Endorsern entworfen wurden. US-amerikanische Drummer verewigen sich in den „Signature“-Series.
  7. Die Sticks von Drummern wie beispielsweise Charlie Watts und Andre Ceccarelli sind wiederum in der „International“-Serie von Vic Firth zu finden.

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Im folgenden Video performt Vic Firths “Signature”-Drummer Dave Weckl den Track “Just Groove Me” mit Oz Noy und Michael Rhodes bei der Percussive Arts Society International Convention (PASIC) 2013.

Gesamtübersicht

  • Hersteller: Vic Firth
  • Herkunftsland: USA
  • Hölzer: Hickory und Rock Maple
  • Vertrieb: Musik & Technik
  • Serien und Preise (Paar, Wood Tip/Nylon Tip):
    1. American Classic Hickory: ca. 12,95 / 13,60 €
    2. American Custom Maple: ca. 12,95 / 13,60 €
    3. American Custom Maple SD6 und SD12: ca. 27,70 €
    4. American Heritage: ca. 12,95 / 13,60 €
    5. American Jazz: ca. 12,95 / 13,60 €
    6. American Sound: ca. 12,95 / 13,60 €
    7. Signature/International: von ca. 14,40 bis ca. 16,70 €

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Interview mit Firmengründer Vic Firth über seine Karriere als Musiker und wie er auf die Idee kam, Drumsticks herzustellen

Im Rahmen einer „Meet & Greet“ Workshop/Konzert-Tournee 2002 konnten wir mit Vic Firth ein aufschlussreiches Gespräch führen.

Sie können auf eine sehr lange Karriere als Musiker zurückblicken. Wie hat diese denn eigentlich begonnen?

Vic Firth: Mein Vater war Trompeter, und als Musiklehrer leitete er in seiner Funktion als Direktor die verschiedenen Band-Programme der örtlichen High Schools. Er war sozusagen der „Musicman“, und ich wuchs also in einem sehr musikalischen Haushalt auf.

Ich lernte als junger Mann verschiedene Instrumente, Klarinette, Posaune, Trompete, Klavier und Schlagzeug, und selbstverständlich wurde ich auch in Musiktheorie unerrichtet. Mein Vater hätte es sehr gerne gesehen, wenn ich Arrangeur geworden wäre, aber das war wohl nicht mein Weg – und so wurde ich zum Jazz-Drummer.

Wurden Sie durch Ihren Vater unterrichtet?

Vic Firth: Nein, er war viel zu beschäftigt die Kinder anderer Leute zu unterrichten, also hatte ich Schlagzeug-Unterricht bei einem guten Freund von ihm. Später hatte ich dann auch Unterricht bei George Lawrence Stone. In meinem ersten Jahr am Konservatorium habe ich als Jazz-Drummer mein Studium finanziert. Meine größten Einflüsse waren die zu dieser Zeit angesagten Drummer wie Gene Krupa, Buddy Rich und Dave Tough und mein Interesse galt dieser Musik.

Es war ein glücklicher Umstand, dass ich einerseits mein Studium und Leben finanzieren konnte – und dabei auch noch meinen Spaß haben konnte! Ich kann sagen, dass ich ein recht fleißiger und auch ehrgeiziger Student war, denn bei einem Wettbewerb wurde ich mit einem Preis bedacht, der eine Art Praxissemester mit dem Boston Symphony Orchestra war.

In Tanglewood gab das Orchester im Rahmen eines Festivals über einen Zeitraum von 6 Wochen viele Out-Door-Konzerte. Dort berührte mich erstmals klassische Musik, die ja auf einem sehr hohen Level dargeboten wurde. Das begeisterte mich so sehr, dass ich meinem musikalischen Leben und Studium einen neuen Schwerpunkt gab.

Zu dieser Zeit war ich schon 19 Jahre alt und viele Timpany-Spieler fangen ja viel früher an, aber ich kam halt aus einer Stadt in der es kein Symphonie-Orchester gab. Glücklicherweise wurde ich als Student bei meinem geschätzten Vorgänger Roman Szule im Boston Symphony Orchestra zugelassen. Wie ich dann später erfuhr war der Hauptgrund für meine Zulassung ein anderer als gedacht.

Sein Background basiert auf einer traditionellen, deutschen Spielweise und er ist gebürtiger Pole, aus Warschau meine ich. Er dachte mein Name wäre Victor Fritz und er bekäme nun einen jungen deutschen Studenten. Als er dann herausfand, dass mein Name Firth ist, hat er mich fast rausgeschmissen, aber irgendwie habe ich ihn wohl doch überzeugt und durfte bleiben.

Wie sich dann herausstellte, war er doch ein Gentleman, und ich konnte sehr viel von ihm lernen. Ich haben dann 4 Jahre im Boston Symphony Orchestra unter ihm gespielt. Als er dann pensioniert wurde, wurde ich zu seinem Nachfolger. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich schon 21 war als ich anfing im Orchester zu spielen und auch noch immer am Konservatorium war, dann war das alles doch mit einer gehörigen Portion Glück verbunden. Rückblickend betrachtet muss ich zugeben, wäre ich der Dirigent gewesen, hätte ich mich nicht engagiert, weil ich doch viel zu unerfahren war.

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Was glauben Sie, war der Grund warum man Sie trotzdem engagiert hat?

Vic Firth: Nun, es war ja nicht so, dass ich das Instrument nicht spielen konnte, aber meine Erfahrung, also der gesamte Überbau neben dem Wissen um das Instrument, war einfach minimal, und der Dirigent ist ein wirkliches Risiko eingegangen. Er hat wohl gesehen, dass ich starke Nerven hatte und damit vieles wett machen konnte, was mir an Wissen fehlte.

Außerdem habe ich mich immer sehr gut vorbereitet und sehr dezidiert jeden Part eines Werkes gelernt. Glücklicherweise hat er sich für mich entschieden; meiner Meinung nach war dies zu dieser Zeit vielleicht nicht die beste Wahl, aber sicherlich eine korrekte.

Sie beenden nun Ihre lange Karriere mit dem Boston Symphony Orchestra, warum?

Vic Firth: Nun, ich denke 50 ist eine schöne runde Zahl und getreu nach dem Motto „Man soll aufhören solange es am schönsten ist!“ habe ich mich entschlossen, die Sticks weiterzugeben, obwohl der Wunsch besteht, dass ich bleiben soll. Mit dieser Entscheidung bleibe ich aber als guter und geschätzter Musiker in Erinnerung, zumal ich länger als irgendwer Mitglied des Boston Symphony Orchestra bin.

Ich möchte auch einfach nicht den Fehler vieler Kollegen machen und auf diesem anspruchsvollen, professionellen Level immer weiterzuarbeiten, aber diesem Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Vielleicht ist es etwas zu früh aufzuhören, aber besser etwas zu früh, als zu spät.

Welche Umstände brachten Sie dazu, Drumsticks herzustellen?

Vic Firth: Es war eigentlich keine bewusste Entscheidung und auch nie meine Absicht, ein professioneller Hersteller für Drumsticks zu werden. Begonnen hat alles damit, dass ich für meine eigenen Bedürfnisse einige Sticks entworfen hatte, die ein kleiner Schreiner aus Montreal nebenbei für mich herstellte. Die allerersten Sticks habe ich aber noch selbst geschnitzt und es gab noch keinen „wissenschaftlichen“ Erkenntnisstand.

Ich habe beispielsweise einfach etwas Holz vom Schaft abgetragen, die Sticks gespielt und aus dem Bauch heraus entschieden, ob dass so das richtige Feel war. Also ein reiner „learning by doing“-Prozess, bis dann eben die beiden ersten Modell, der SD1 und SD2 entstanden waren. Das war erst 1963 und ich habe die Sticks nur für mich selbst herstellen lassen.

Einige meiner Studenten fanden diese Sticks aber so gut, dass ich bei der nächsten Bestellung einige Paare mehr bestellte. Die nächste Phase wurde dann durch Anrufe von Drumshops ausgelöst. Ich habe dann immer erklärt, dass ich kein Hersteller bin, aber bereit wäre, bei meiner nächsten Order auch ihnen Sticks zukommen zu lassen.

Ich hatte keinerlei geschäftlichen Erfahrungen und auch keine Idee einer Marketing-Strategie. Zu dieser Zeit kosteten Sticks $ 3,– und ich habe meine Modelle für $ 2,– verkauft, sie per Post verschickt und die Fracht auch noch bezahlt. Man kann wohl kaum mehr verkehrt machen.

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Die Produkte sprachen wohl aber schon damals für sich?

Vic Firth: Ich war sehr auf die Qualität bedacht, es musste das beste Holz sein, das aufzutreiben war, denn die Sticks sollten absolut gerade sein und hinsichtlich Gewicht und Klang exakt zueinander passen. Das macht den Erfolg aus, und zu dieser Philosophie stehen wir auch heute noch. Heute können wir ca. 200.000 Sticks in der Woche produzieren.

Was waren die ersten Signature-Sticks, die hergestellt wurden?

Vic Firth: Steve Gadd war der erste Drummer für den ich einen speziellen Drumstick entwickelte. Er benutzte damals einen SD2 oder SD4. Ein Teil seiner Familie lebte in meiner Gegend und so kam es, dass er mich mehrfach besuchte und eines Tages sprachen wir über einen Signature-Stick für ihn.

Wir haben dann die Spezifikationen der SD2 und SD4 in den Computer gegeben und einige Überlegungen angestellt. Zunächst kam dabei eine Variation eines 5A Modells heraus, der Stock war aber etwas kürzer und der Kopf hatte statt der Pfeilspitze eine Fassform.

Gadd war gerade in der Phase, in der alles an ihm Schwarz war, das Drumset, die Garderobe, sogar die Schuhe, und dann wollte er eben auch einen schwarzen Drumstick. Die einzige Änderung, die jemals vorgenommen wurde, ist der jetzt klarlackierte Kopf, weil sich sehr viele Leute über die Verschmutzung der Felle und Cymbals beschwerten.

Was ist der derzeit populärste Stick?

Vic Firth: Der populärste und meist verkaufte Stick ist nach wie vor das 5A Modell. Dennoch haben sicherlich alle „Signature“-Sticks ihre Berechtigung. Dave Weckl hat nun gerade mit dem „Evolution“-Drumstick ein neues Signature-Modell bekommen. Interessanterweise zeigt sich hier wieder eine Sache, die mir häufig auffällt: Viele Drummer beginnen mit recht schweren Sticks und je länger sie spielen und sich ihre Technik verbessert und weiter entwickelt, wechseln sie irgendwann zu leichteren Sticks.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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Zweites Standbein: Die Vic Firth Gourmet Products

Nebenbei erwähnt – es gibt auch ein weiteres Standbein: Die Vic Firth Gourmet Products! Hier werden Pfeffer- und Salz-Mühlen sowie Nudelhölzer für den professionellen Restaurantbedarf angeboten.