Zildjian

Zildjian ist ein US-Amerikanischer Hersteller von Becken und Schlagzeugzubehör. Die Geschichte des Unternehmens hat etwas Mystisches: Avedis Zildjian I war ein armenischer Alchemist, der im frühen 17. Jahrhundert in Konstantinopel lebte. Bei dem Versuch, Gold durch das Mischen von Grundmetallen herzustellen, stieß er auf eine Legierung aus Kupfer, Zinn und Silber mit unterschiedlichen Klangqualitäten – die legendären Cymbals waren geboren.

Der Zildjian Day 2014

Im Rahmen der „Zildjian Day International Tour 2014“ fand in Frankfurt am Main der erste „Zildjian Day“ in Deutschland statt. In der „Event-Kirche“ Sankt Peter präsentierte sich mit der „Zildjian Experience“ eine Cymbal-Erlebniswelt für Jung und Alt.

Schlagzeuger aus den verschiedensten Genres fanden sich zusammen, um dem Publikum ein feines Drum-Feuerwerk zu präsentieren. Im vorderen Teil der Event-Kirche war die große Bandbreite der verschiedenen Serien von Zildjian-Cymbals zum Testen und Anspielen aufgebaut, u. a. als besonderes Highlight eine große Auswahl an aktuellen „Kerope“-Cymbals. Ebenso wurde die limitierte, kürzlich erschienene „Project 391“- Serie präsentiert.

Zusätzlich gab es ein Pearl e-Pro Drumset mit den „Gen16“-Cymbals, an denen die Besucher nach Herzenslust trommeln konnten. Diese Cymbals wurde im Laufe des Abends auch von Drummer Sascha Waack (u. a. Guildo Horn) bei einigen Workshops vorgeführt. Mit viel Wortwitz und Charme präsentierte Sascha nicht nur die Möglichkeiten und Vorzüge der „Gen16“- Serie, sondern führte auch als Moderator durch den Abend.

Zildjian Artist Relations Manager Thomas Franke erklärte zum Konzept des Events: „Wir wollten nicht nur auf internationale Künstler aus den USA zurückgreifen, sondern auch besonders nationale Künstler featuren. Wir haben ein großes Potenzial an guten, deutschen Künstlern, denen wir hier eine Plattform bieten wollen, sich zu präsentieren.“

So bot das Line-up neben etablierten, internationalen Größen wie Mike Mangini (Dream Theater) und Thomas Pridgen (u. a. Mars Volta, Suicidal Tendencies) auch einige interessante deutsche Schlagzeuger diverser Styles. Den Anfang machten Stephan Emig (Gregor Meyle, Triosence) und Ulf Stricker (u. a. Phishbacher New York Trio) mit einer groß- artigen Performance, welcher die „Kerope“- Cymbals in den Mittelpunkt stellte. Hierfür hatten die beiden extra ein Duo-Konzept erarbeitet.

Inmitten des Zuschauerraums waren ihre Drumsets im 90°-Winkel so zueinander aufgebaut, dass ein Großteil der Cymbals von beiden bespielt werden konnte. Vom Publikum in der Mitte des Saals eingerahmt boten Ulf und Stephan eine wahrlich beeindruckende Performance mit großer Dynamik und Spielfreude, von Jazz über Latin bis hin zu modernen Dance-Grooves – ein erstes musikalisches Highlight, welches frenetisch gefeiert wurde. Nach kurzer Anmoderation wurde dann die große Hauptbühne von Manuel Lotter (Emil Bulls, The Bellerophon Project) eröffnet. Als musikalischen Kontrast zur vorangegangenen Performance präsentierte Manuel schweißtreibende Metal-Grooves, gepaart mit technischer Finesse zu Playalongs seiner Bands.

Die kurzen Umbaupausen zwischen den Künstlern wurden stets für Videoeinspielungen genutzt, die einen Einblick in die Welt der Firma Zildjian gaben – von Ausschnitten aus dem Fertigungsprozess über Statements von unzähligen Stars der Trommelszene bis hin zu witzigen Clips mit Zildjian Chefentwickler Paul Francis. Bodo Stricker (u. a. Jaded Heart, Callejon) übernahm im Anschluss den „Metal-Staffelstab“ und zelebrierte ein Double-BassInferno gespickt mit Highspeed-Fills. Im Anschluss an seine fulminante Performance gab er interessante Einblicke in den Auswahlprozess seiner Zildjian Cymbals.

Nach einer kurzen Pause animierte Newcomer Hendrik Lensing (Filou) mit coolen Grooves zwischen Jazz und Fusion das Publikum zum Tanzen. Hendrik bot eine musikalisch geschmackvolle Performance, klanglich originell in Szene gesetzt durch teils unorthodoxe Effekt-Becken-Kombinationen. Weiter ging es dann mit Simon Scheibel (Lake Cisco, LED), der den Zuhörern eine abwechslungsreiche und progressive Show bot.

Als besonderes Schmankerl spielte er anschließend noch im Duett mit Hendrik Lensing. Die Chemie zwischen den beiden war perfekt, und der Funke sprang sofort aufs Publikum über. Mit Thomas Pridgen betrat dann der erste internationale Drummer die Bühne und mähte in bester „Animal“-Manier alles platt (auch optisch waren übrigens durchaus Parallelen zu erkennen).

Thomas zeigt seine immensen Gospel Chops in einem DrumGewitter vom Feinsten zu einigen Playbacks. Zwischen den Songs erzählte Thomas von seinem Werdegang und der Philosophie hinter seiner Spielweise und seinen Grooves. Den musikalischen Abschluss des Zidjian Day Germany machte dann Mike Mangini. Der ehemalige Dozent am Berklee College in Boston nahm auch an diesem Abend seinen Lehrauftrag sehr ernst und referierte u. a. über die Kunst des Improvisierens. Seine beeindruckende Unabhängigkeit präsentierte er dann mit einem ausgedehnten Drumsolo, und dank einiger Playalongs kamen auch die Dream-Theater-Fans im Publikum nicht zu kurz.

Nachdem sich alle Künstler und Zildjian-Mitarbeiter auf der Bühne einfanden, um den glücklichen Gewinner eines KeropeBeckens auszulosen, standen die Drummer zum Abschluss noch für eine Autogrammstunde und Erinnerungsfotos zur Verfügung. Der Zildjian Day Germany war eine gelungene Präsentation einer tollen Drumshow.

Neben großartigen musikalischen Darbietungen gab es die Möglichkeit, die große Instrumentenvielfalt der Zildjian Cymbals selbst zu testen, es gab interessante Einblicke in die Tradition und Geschichte der Firma Zildjian sowie aufschlussreiche Workshops – alles in allem ein wirklich spannender, lehrreicher und musikalisch hochklassiger Tag.